• 15.07.2010, 12:23:17
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Wlodkowski: Katastrophales Bauernjahr 2009 - Einkommen minus 28%

Prämien und Ausgleichszahlungen als Nothilfe gegen dramatischen Preisverfall

Wien (OTS) - "Das Jahr 2009 hat den Bauern einen katastrophalen
Einkommensverlust beschert. Dramatische Preiseinbrüche bei wichtigen
Agrarerzeugnissen, wie Getreide und Mais, Milch und Vieh
beziehungsweise Obst und Wein, führten zu einem Minus von 28% je
Betrieb. Das Einkommen sank im Vorjahr real sogar um rund 10% unter
jenes aus dem Jahr 2005 und liegt nun bei EUR 19.000,- je Betrieb und
Jahr. Nur die EU-Betriebsprämien und Ausgleichszahlungen wirkten als
Nothilfe gegen den dramatischen Preisverfall. Wir appellieren
angesichts dieser extrem negativen Einkommensergebnisse an alle
politisch Verantwortlichen, Diskussionen über zusätzliche
Steuerbelastungen oder Agrarbudgetkürzungen sofort zu beenden. Denn
unsere bäuerlichen Betriebe können nach diesem größten Verlust der
letzten Jahre keine weiteren Belastungen verkraften", stellte heute
Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich,
fest.

Viele auf Verliererseite

"Das deutlichste Minus verzeichneten mit 48% die Betriebe mit den
Dauerkulturen Wein und Obst. Die Marktfruchtbetriebe, dass sind die
Erzeuger von Getreide und Mais, rangierten mit einem Minus von 38% an
zweiter Stelle der negativen Liste und den dritten Platz belegen mit
minus 26% die Futterbaubetriebe, also jene Bauern, die Milch und Vieh
produzieren", berichtete Wlodkowski. "Die Ergebnisse zeigen, dass die
Bauern in ganz Österreich auf der Verliererseite waren. Lediglich die
Betriebe im Kärntner Becken hatten einen Einkommenszuwachs zu
verzeichnen, alle anderen Hauptproduktionsgebiete hatten zweistellige
Einbußen. In den Ackerbauregionen des nordöstlichen Flach- und
Hügellandes betrug der Einbruch gegenüber dem guten Jahresergebnis
2008 sogar rund 43%", stellte der LK-Präsident fest. Auch die
Bergbauernbetriebe waren von der Negativentwicklung betroffen: Im
Durchschnitt wurden im Jahre 2009 Einkünfte aus Land- und
Forstwirtschaft von EUR 13.472,- je Arbeitskraft erwirtschaftet, was
eine Abnahme um rund 23% bedeutet.

Öffentliche Gelder unverzichtbar

"Das Jahr 2009 hat einmal mehr die bedeutende Rolle der
öffentlichen Gelder, wie GAP-Prämien, Ländliche Entwicklung oder
nationale Förderungen, unter Beweis gestellt. Von den Einkünften aus
Land- und Forstwirtschaft je Betrieb in der Höhe von durchschnittlich
EUR 19.000,- stammten 17.928,- aus öffentlichen Geldern - mehr noch,
in den verschiedenen Betriebsformen überstiegen die öffentlichen
Gelder mehr oder weniger deutlich die Einkünfte aus Land- und
Forstwirtschaft", ergänzte Wlodkowski. Außerdem seien jene
öffentlichen Gelder auch angesichts der großen Volatilität der Märkte
nicht nur hinsichtlich der zugeordneten Primärfunktionen, sondern
auch als ausgleichendes Instrument von größter Bedeutung, unterstrich
der Präsident.

GAP-Reform: Keine Kürzung

"Für die kommende GAP-Reform, für die die Vorbereitungen bereits
jetzt intensiv laufen, verlange ich nicht nur im Hinblick auf dieses
katastrophale Einkommensergebnis, dass keinerlei Kürzungen oder
Umschichtungen im EU-Agrarbudget und auch im nationalen Budget
erfolgen dürfen. Denn insgesamt nehmen die Direktzahlungen mit den
unterschiedlichen Zielen am Ertrag der Betriebe im Bundesmittel einen
Anteil von rund 23% ein. Mit diesem Geld werden nicht nur die
vielfältigen Funktionen der Land- und Forstwirtschaft für die
Gesellschaft entlohnt, es stellt auch ein stabilisierendes Element
mit Blick auf die größeren Markt- und Preisschwankungen dar. Wer also
Bauern will, die für die Gesellschaft Leistungen erbringen, muss auch
die nötigen Mittel dafür bereitstellen", forderte Wlodkowski.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich
Dr. Josef Siffert
Tel.: +43/1/53441-8521
mailto: [email protected]
www.lk-oe.at

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