- 12.07.2010, 16:05:11
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"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Wehrpflicht, nein danke"
Das stehende Heer ist reif für den Zapfenstreich. An die Front gehören Vollprofis.
Wien (OTS) - Kaputte Kasernen, frustrierte Ausbildner,
gelangweilte Wehrdiener. Das Bild, das die real existierende Armee
abgibt, ist keine Werbung fürs Bundesheer. Die neu entflammte
Debatte über die allgemeinen Wehrpflicht wird längst mit den Füßen
entschieden. Jeder dritte Wehrpflichtige zieht den Zivildienst dem
Präsenzdienst vor - obwohl dieser mit neun statt sechs Monaten um
drei Monate länger und oft fordernder ist. Immer mehr EU-Nachbarn
rücken davon ab, jeden Jungmann unter Waffen zu stellen. Das in
Österreich im schlimmsten Sinn des Wortes stehende Heer hat keine
Zukunft mehr.
In der Heeresreform-Kommission zielten scheinbare Antipoden wie
Helmut Zilk und Peter Pilz bereits gemeinsam in die richtige
Richtung. Sie empfahlen ausdrücklich die Armee so umzubauen, dass sie
auch mit einer "Aussetzung der Wehrpflicht" auskommt - etwa durch
"Umstellung auf ein Freiwilligenheer".
Unverzichtbar bleiben eine Katastrophenschutz-Truppe - hier
leistet das Bundesheer bereits vorbildlich sinnvolle Arbeit - und
bestens ausgestattete Soldaten, die weiterhin unserem hervorragenden
Ruf bei internationalen Einsätzen gerecht werden können. Dafür
braucht es hoch motivierte Profis, aber keine allgemeine Wehrpflicht.
Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
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