OTS0197 / 07.07.2010 / 13:21 / Channel: Politik / Aussender: Österreichischer Integrationsfonds
Stichworte: Integration / Migration / Minderheiten / Oberösterreich / Soziales / Wohnen


Österreichischer Integrationsfonds zu Trauner Migrationsdebatte: Verbot von Wohnungseigentum schadet Integration

Utl.: ÖIF plädiert für sachliche Diskussion - Experten bestätigen, dass Eigentumserwerb Integration fördert - ÖIF lädt Stadt Traun zur Kooperation ein =


   Wien/Traun (OTS) - In den Oberösterreichischen Nachrichten vom 7.
Juli wurde über den Beschluss des Stadtrats von Traun berichtet,
künftig bei der Grundverkehrskommission Einspruch zu erheben, sobald
ein nicht in Traun lebender Nicht-EU-Ausländer Haus, Grund oder
Wohnung erwerben will. Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF)
stellt dazu klar: Die im ÖIF-Magazin "Integration im Fokus"
abgedruckten Zahlen, nach denen 21,16% der Trauner Bevölkerung im
Nicht-EU-Ausland geboren wurden, sind korrekt und stammen von der
Statistik Austria. Der ÖIF als zentraler Integrationsdienstleister
ersucht, nicht in Zusammenhang mit integrationsfeindlichen Maßnahmen
gebracht zu werden. Ziel der ÖIF-Publikationen ist vielmehr die
sachliche und fundierte Information von Vertretern aus Gesellschaft
und Politik mit dem Ziel, Grundlagen für eine positive
Integrationspolitik zu schaffen.
Experten: Eigentum fördert Integration
   "Es ist Zeichen für eine langfristige Lebensplanung in Österreich
und damit ein positives Integrationssignal, wenn Migranten
Wohnungseigentum erwerben wollen. Dies sollte deshalb gefördert und
nicht verhindert werden. Das ist einhellige Expertenmeinung", so
Martin Apfler, Leiter des Integrationszentrums Oberösterreich des
ÖIF. Erwerben Drittstaatsangehörige Eigentum oder Miteigentum an
Liegenschaften, muss dies grundsätzlich und fast überall behördlich
genehmigt werden. In der Regel wird diese Genehmigung erteilt, wenn
am Zustandekommen des Rechtsgeschäfts ein kulturelles, soziales oder
volkswirtschaftliches Interesse besteht und wenn staatspolitische
Überlegungen dem nicht widersprechen. Erfolgreiche Integration sei
jedenfalls im staatspolitischen Interesse, so Apfler.
Migranten verfügen nur halb so oft über Wohnungseigentum
   Der Anteil an Zuwanderern mit Wohnungseigentum ist deutlich
niedriger als in der österreichischen Mehrheitsbevölkerung. Verfügte
2009 mehr als die Hälfte (56%) der Haushalte mit einem einheimischen
Haushaltsrepräsentanten über ein Eigenheim oder eine
Eigentumswohnung, galt das nur für 26% der Haushalte mit einem
Haushaltsrepräsentanten mit Migrationshintergrund. Das trifft
überdurchschnittlich auf die beiden großen Gruppen von
Drittstaatsangehörigen zu: Nur 15% der Haushalte mit einem
Haushaltsvorstand aus der Türkei und 20% jener mit einem
Haushaltsvorstand aus dem ehemaligen Jugoslawien verfügen über ein
Eigenheim oder eine Eigentumswohnung.
ÖIF bietet Kooperation an
   Außer Frage stehe, so Apfler, dass der hohe Migrantenanteil in
Traun erhebliche integrationspolitische Herausforderungen nach sich
ziehe. Apfler: "Integration muss gefördert, aber auch gefordert
werden. Als Integrationsdienstleister steht der ÖIF der Stadt Traun
gerne für Kooperationen zur Verfügung. Mit unserem neuen
Integrationszentrum in Linz verfügen wir über einen one-stop-shop
auch für Kommunen, der bei der Lösung von
Integrationsherausforderungen seine Expertise anbietet."
Rückfragehinweis:
   Österreichischer Integrationsfonds
   Team Kommunikation
   Mag. Ursula Schallaböck
   ursula.schallaboeck@integrationsfonds.at
   Tel.: 01/710 12 03 - 134
	
							
												
							
*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS0197    2010-07-07/13:21
071321 Jul 10
OIF0002 0411