• 07.07.2010, 10:28:54
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Wlodkowski: Wald bremst, aber verhindert nicht Folgen des Klimawandels

Immer stärkere Auswirkungen - Mutige Maßnahmen dringend notwendig

Wien (OTS) - "Die Folgen des Klimawandels werden immer stärker
spürbar. Katastrophale Wetterereignisse häufen sich. Den eher
frostigen Temperaturen bis Mitte Juni folgte extreme Hitze. Die damit
verbundene hohe Verdunstung führte in den letzten Tagen vor allem im
Gebirge zu monsunartigen Regenfällen mit Hochwässern und Vermurungen.
Innerhalb nur weniger Stunden sind ungewöhnlich hohe
Niederschlagsmengen aufgetreten, die normalerweise in einem ganzen
Monat anfallen. Unser nachhaltig bewirtschafteter Wald kann zwar das
rasche Ansteigen von Bächen und Flüssen verzögern und
Hochwasserspitzen abmildern, die teilweise verheerenden Auswirkungen
derart heftiger Regenfälle kann aber auch der am besten gepflegte
Forst nicht verhindern. Der Wald bremst zwar die Folgen des
Klimawandels, er kann sie jedoch nicht abwenden", erklärte Gerhard
Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, zu den katastrophalen
Unwettern der letzten Tage.

Nicht diskutieren, sondern handeln

"Während die Politik seit Jahren über die Reduktion des
klimaschädlichen Treibhausgases CO2 und über Maßnahmen zur
Abschwächung des Klimawandels diskutiert, sind Land- und
Forstwirtschaft und Bevölkerung von extremen Wetterereignissen immer
stärker betroffen. Um aus diesem Dilemma herauszukommen, gibt es nur
eine Möglichkeit: Der Verbrauch an fossiler Energie und die damit
verbundenen CO2-Emissionen müssen deutlich reduziert werden. Der
Umbau des Energiesystems hin zu erneuerbaren Energieträgern muss
rasch und mutig erfolgen. Durch den halbherzigen Aktionsplan für
erneuerbare Energie verlieren wir wertvolle Zeit", stellte Wlodkowski
klar.

Der LK Österreich-Präsident verlangt, dass Holz als Baumaterial
forciert wird, "weil es Kohlendioxid bindet und CO2-verursachende
Baustoffe ersetzen kann. Darüber hinaus sind nach 2013 forstliche
Maßnahmen im Programm der Ländlichen Entwicklung ausreichend zu
dotieren, damit die Vorhaben zur Anpassung des Waldes an den
Klimawandel, die primär der Gesellschaft zugute kommen, finanziert
und umgesetzt werden können".

Forstwirtschaft schwer betroffen

Die Forstwirtschaft ist vom Klimawandel seit längerer Zeit negativ
betroffen, wie die Orkane der letzten Jahre zeigen. Regional nimmt
die Stärke der Stürme merkbar zu, diese führen vor allem auch im
Gebirge zu gewaltigen Kahlflächen. Häufig folgt diesen Ereignissen
zeitlich verzögert der Borkenkäfer, der aufgrund der Klimaerwärmung
mittlerweile beste Lebensbedingungen bis zur Waldgrenze vorfindet.
Immer häufiger auftretende Trockenperioden verschlimmern die
Situation.

"Die von derartigen Ereignissen betroffenen Forstbetriebe
unternehmen gemeinsam mit der Wildbach- und Lawinenverbauung alles,
um negative Auswirkungen auf den Siedlungsraum zu verhindern. Oft
wird unter enorm hohen Kosten, die im Holzpreis nicht mehr
darstellbar sind, und sogar mit Hubschrauber das Sturm- und Käferholz
aus Hochlagen geflogen, damit nicht zu viel Material liegen bleibt.
Leider gibt es aber auch völlig unbringbare Steillagen, wo nur unter
größter Gefährdung von Leib und Leben der Waldarbeiter dieses Holz
aufgearbeitet werden könnte", ergänzte Wlodkowski.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
LK-Pressestelle: Dr. Josef Siffert,
Tel +43/1/53441-8521, Fax +43/1/53441-8519,
E-Mail [email protected]

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