- 06.07.2010, 10:31:38
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Wlodkowski: Mehr Grundsteuer zwingt Kleinbauern zum Aufgeben
Debatte völlig verkehrt: Bauern leben nicht vom Verkauf ihrer Äcker
Wien (OTS) - "Manchen politischen Gruppen fallen beim Wort
'sparen' immer nur 'die anderen' ein. Diesmal sollen die Bauern
zahlen und zwar über eine saftige Erhöhung der Grundsteuer für ihre
Äcker und Wiesen. Diese Debatte läuft nicht nur verkehrt, sie ist
beinahe schon unmoralisch: Die Bauern gehören zu den
einkommensschwächsten Bevölkerungsgruppen, wie jede Statistik zeigt.
Sie haben im Vorjahr deutlich mehr als 20% Einkommen verloren.
Dennoch sollen sie über eine höhere Grundsteuer ein weiteres
Bauernopfer bringen. Obwohl der Einheitswert, der die Basis für die
Besteuerung darstellt, auf den Ertrag des Betriebes abzielt, wollen
ideologisch eindeutig ausgerichtete Volkswirtschafter den
Verkehrswert als Besteuerungsgrundlage haben; ganz so, als ob die
Bauern nicht vom Ertrag ihrer Arbeit, sondern vom Verkauf ihrer Äcker
leben würden. Eine solche Grundsteuererhöhung würde zehntausende
kleine und mittlere Bauernhöfe zum Aufgeben zwingen. Ich verlange
daher, dass diese unsinnige und schädliche Debatte sofort beendet
wird", erklärte heute Gerhard Wlodkowski, Präsident der
Landwirtschaftskammer Österreich.
Grundsteuer: Landwirtschaft betroffen
Von der derzeit laufenden Debatte über eine Erhöhung der
Grundsteuer sind nicht nur die Besitzer von Häusern oder
Grundstücken, sondern auch die Bauern betroffen, denn land- und
forstwirtschaftlicher Grundbesitz unterliegt ebenfalls dieser Steuer.
Die Grundlage dafür bildet der Einheitswert, der jedoch, anders als
bei Hausbesitzern, ein reiner Ertragswert ist, der auf Basis der
Bonität der Böden und unter Berücksichtigung der
Bewirtschaftungsgegebenheiten, wie Klima, Hangneigung, Entfernung
etc. ermittelt wird. Der Einheitswert ist daher kein Instrument für
eine Vermögensbesteuerung. "Eine Steuer auf das Grundvermögen und
nicht auf den Ertrag der Land- und Forstwirtschaft abzustellen, ist
völlig daneben. Wer das fordert, will den Bauern bewusst schaden oder
versteht überhaupt nichts von Landwirtschaft", so Wlodkowski. Die LK
Österreich habe dem Finanzministerium einen Reformvorschlag
übermittelt. Denn es gelte, das bewährte System der Einheitswerte mit
der Pauschalierung zeitgerecht zu gestalten und weiterzuentwickeln.
Ja zur Solidarität, nein zum Bauernopfer
"Wir sagen Ja zur Solidarität, wenn es gilt, gemeinsam die
Staatsfinanzen zu sanieren, wir sagen jedoch Nein, wenn wir das
alleinige Bauernopfer sein sollen. Aus den anstehenden Sparvorhaben
wird sich keine Gruppe ausklinken können, doch bringt es weniger als
nichts, wenn die einen mit dem Finger auf die anderen zeigen, um
diese als potente Zahler offener Rechnungen zu identifizieren", so
Wlodkowski.
(Schluss)
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LK-Pressestelle: Dr. Josef Siffert,
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