• 02.07.2010, 16:14:41
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113 Kärntner auf Friedensmission in Bosnien-Herzegowina

LH Dörfler besuchte EUFOR-Soldaten in Tuzla - Gespräche mit Tuzlas Premierminister und Bürgermeistern

Tuzla, Klagenfurt (OTS/LPD) - Ihre Reise durch Bosnien-Herzegowina
führte heute, Freitag, Landeshauptmann Gerhard Dörfler und die
Kärntner Wirtschaftsdelegation auch zur EUFOR-Truppe im Camp Edelweiß
in Tuzla. Unter den internationalen Soldaten auf Friedensmission ist
der Anteil der Österreicher und Kärntner besonders groß. Dörfler traf
außerdem mit dem Premierminister des Kantons Tuzla, Enes Mujic, und
dem Bürgermeister der Stadt Tuzla, Jasmin Imamovic, zusammen.

"Sie erfüllen hier eine wichtige Mission des Bundesheeres. Durch
ihre Präsenz funktioniert der Friede. Sie tragen die Energie des
Friedens weiter, damit dieser erhalten bleibt. Kommen Sie nach dem
Ende Ihrer sechsmonatigen Dienstzeit wieder gut nach Hause", sagte
der Landeshauptmann zur angetretenen Truppe. Den 52 internationalen
Soldaten im Camp Edelweiß schenkte Dörfler Kärntner Jausenkörbe.
Stellvertretend überreichte er einen an die Villacher Hauptmannärztin
Alexandra Aichhorn.

Der Kommandant von Camp Edelweiß, der gebürtige Kärntner Oberst
Johann Lattacher, informierte die Delegation über die
EUFOR-Friedensmission. Die vom österreichischen Generalmajor Bernhard
Bair kommandierte Truppe bestehe aus rund 2.000 Soldaten aus 27
Nationen (22 EU- und 5 Nicht-EU-Staaten). 1995/96 sei die Truppe noch
60.000 Mann stark gewesen. Das multinationale Bataillon gliedere sich
in fünf Kompanien und die integrierte Polizeieinheit IPU. Stationiert
seien die Soldaten in fünf Regionalcentern und 38 LOT-Häusern (=
Liaision and Observation Teams). Österreich stellt laut Lattacher mit
300 Mann unter allen Ländern das größte Kontingent. Unter den
Österreichern hätten wiederum die Kärntner mit 113 Mann den größten
Anteil, gefolgt von 83 Steirern. Österreich stelle außerdem 100
Prozent der Hubschrauber, nämlich zwei Blackhawk und drei Alouette.

Lattacher sagte, dass im von den Österreichern betreuten Gebiet
eine Million Menschen lebe. Neben der Friedenserhaltung habe man nun
auch mit dem Trainieren von bosnischen Streitkräften begonnen.
Außerdem würden die Soldaten immer wieder Initiativen für die
Zivilbevölkerung starten. So unterstütze man den Bau eines
Behindertenheim in Tuzla, das demnächst eröffnet werde.

Vor Camp Edelweiß besuchte die Kärntner Delegation
Autobahnbaustellen sowie einen Steinbruch und Verarbeitungsstätten
der Kärntner Firma Plantrans. Beim Treffen mit Premierminister Mujic
und Bürgermeister Imamovic in Tuzla wurde über
Wirtschaftskooperationen gesprochen. Tuzla ist mit 600.000 Einwohnern
der größte Kanton Bosnien-Herzegowinas und erzeugt rund 50 Prozent
der Energie des Staates. Sehr interessiert zeigten sich die Politiker
daher an Kärntner Know-how zu Wind- und Solarenergie sowie
Abfallentsorgung. Dörfler stellte fest, dass Tuzla die
Energiehauptstadt Bosnien-Herzegowinas sei und sich mit alternativen
Energien ein weiteres Standbein schaffen sollte. Erfreut zeigte sich
der Landeshauptmann über die engen Kärnten-Kontakte von Bürgermeister
Imamovic. Dieser ist nämlich auch Verleger und lässt seine Bücher
beim Klagenfurter Wieser-Verlag drucken.

Der Landeshauptmann teilte mit, dass er nun alle Gespräche mit
den Vertretern Bosnien-Herzegowinas analysieren lassen werde, um
einen Katalog zu erstellen. Die entsprechenden Delegationen sollen
daraufhin nach Kärnten eingeladen und hier den möglichen
Wirtschaftspartnern vorgestellt werden.

Am späten Nachmittag stehen noch in Pale ein Treffen mit
Gemeindevorstand Slobodan Savic und dem Bürgermeister von
Ost-Sarajevo, Vinko Radovanovic, sowie eine Besichtigung der
olympischen Stätten von Jahorina am Programm. Am Abend ist die
Kärntner Delegation von Botschafter Donatus Köck zum Abendessen in
der österreichischen Botschaft eingeladen.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung, Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at

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