- 02.07.2010, 12:40:23
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Grünewald: Studiengebühren sind der falsche Weg zur Rettung der Universitäten
Grüne: Regierung muss Proteste von Rektoren und Studierenden endlich ernst nehmen
Wien (OTS) - "Es ist zynisch, dass zum Stopfen der eklatanten
Finanzierungslücken immer wieder die Einführung von Studiengebühren
genannt wird. Sollen die Studierenden dafür büßen, dass die
österreichische Regierung in Krisenzeiten versagt", kritisiert der
Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald die Hochschulpolitik
der Bundesregierung.
Die lauten Proteste und den Unmut von Rektoren und Studierenden, die
vor der Gefahr einer kompletten Versandung der österreichischen
Bildungspolitik in Richtung einer "Bildungswüste" warnen, sind
angesichts der angekündigten Stagnation der bereits jetzt viel zu
knappen Budgets für die Universitäten nur zu verständlich, so
Grünewald. "Ich fordere Ministerin Karl und die Regierung erneut
dringlichst auf, die warnenden Stimmen endlich ernst zu nehmen. Die
vom Wissenschaftsministerium erteilten Ratschläge zur Kooperation
untereinander und mit der Wirtschaft im Sinne einer Sponsorensuche
sind gerade in der aktuellen Situation billig und ersparen der
Regierung nicht, endlich die Verantwortung für dieses Desaster zu
übernehmen", so Grünewald. Außerdem bestehe bereits zwischen vielen
Universitäten eine enge Zusammenarbeit, die Einwerbung von
Drittmitteln ist universitärer Alltag.
"Es gibt Länder, die - anders als bei uns - zeigen, wie es geht",
erklärt Grünewald. So hat Deutschland erst kürzlich der
Öffentlichkeit ein umfangreiches Konsolidierungspaket in Höhe von 80
Mrd. Euro präsentiert, das im Unterschied zu Österreich die Bereiche
Bildung und Forschung aus den Konsolidierungsplänen nicht nur
ausklammert, sondern die Ausgaben dafür bis 2013 sogar um 12 Mrd.
Euro ausweitet. Zusätzlich wurde vom Bundesland Bayern beschlossen,
den Hochschulpakt des Bundes bis 2013 mit zusätzlichen Investitionen
von einer Mrd. Euro in Forschung und Lehre zu unterstützen. Dadurch
können nicht nur 38.000 neue Studienplätze geschaffen, sondern auch
3.000 zusätzliche HochschullehrerInnen angestellt werden. Umgerechnet
auf Österreich hieße das 800 Millionen mehr an budgetären Mitteln,
25.000 neue Studienplätze und 2.000 zusätzliche
HochschullehrerInnen.
"Die Grünen haben erst kürzlich zahlreiche Vorschläge präsentiert,
die als neue Finanzierungsmodelle dienen könnten. Diese stellen wir
sehr gerne zur Verfügung", appelliert Grünewald an die
Regierungsparteien, die Universitäten nicht weiter kaputt zu sparen.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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