- 02.07.2010, 11:21:21
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Wlodkowski: Aktionsplan für erneuerbare Energie nur Minimalvariante
Größte Herausforderung für Energieversorgung Österreichs nach wie vor ungelöst
Wien (OTS) - "Der von der Europäischen Kommission bis 30.06.2010
von allen Mitgliedstaaten verlangte Aktionsplan für erneuerbare
Energie wurde vom Wirtschaftsministerium leider nur als reiner
Pflichtbericht in einer Minimalvariante erstellt. Im Bereich der
biogenen Energieträger, bei denen Österreich die weltweite
Technologieführerschaft erlangt hat und für andere Länder als
Musterland gilt, liegen die Zahlen des Aktionsplans weit unter den
tatsächlichen Möglichkeiten der heimischen Unternehmen", stellt
Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich,
fest. Er zeigte sich überzeugt, "dass die österreichischen
Spitzenbetriebe im Biomassesektor bis 2020 wesentlich mehr zur
nachhaltigen Energieversorgung unseres Landes leisten werden, als die
Minimalzahlen des Aktionsplans vorgeben".
EUR 10 Mrd. für Öl- und Gasimporte
"Außerdem ist die größte Herausforderung für Österreich nicht das
34%-Ziel für erneuerbare Energie, sondern die wachsende Unsicherheit,
die untrennbar mit den verbleibenden 66% an fossiler Energie
verbunden ist: Diese enorme Menge muss nach wie vor aus den
Krisenregionen dieser Erde importiert werden und geht mit einer
steigenden Kostenbelastung Hand in Hand. Derzeit verliert Österreich
EUR 10 Mrd. Kaufkraft pro Jahr für Öl- und Gasimporte. Das ist
dringend benötigtes Geld für die heimische Wirtschaft, das in den
Kaukasus oder in den Nahen Osten abfließt. Wenn wir nicht alle
Möglichkeiten bei den Erneuerbaren und in der Energieeffizienz
ausschöpfen, kann sich die Belastung bis 2020 sogar auf fast EUR 30
Mrd. vervielfachen. Das bedeutet dann bis 2020 eine Steigerung des
jährlichen Kaufkraftabflusses für Öl- und Gasimporte von derzeit EUR
3.000,- auf 8.500,- pro Haushalt. Das können wir uns nicht mehr
leisten, daher müssen alle Hebel zur Realisierung unserer eigenen
Energiepotenziale in Bewegung gesetzt werden", unterstreicht
Wlodkowski die Bedeutung einer vorausschauenden Energiepolitik für
Österreich.
Statt Pflichtberichte konkrete Umsetzungspläne
"Der Nationale Aktionsplan für erneuerbare Energie darf nicht zum
nutzlosen Zahlenwerk verkommen, sondern muss ein praxistauglicher
Umsetzungsplan zur kontinuierlichen Weiterentwicklung aller
regenerativen Ressourcen im Sinne der Energiestrategie Österreich
werden", fordert Wlodkowski: Durch viele gesetzliche Regelungen
würden fossile Energieträger bevorzugt und erneuerbare benachteiligt.
Im Nationalen Aktionsplan müssten daher alle rechtlichen und
sonstigen Barrieren gegen den Ausbau einer nachhaltigen
Energieversorgung in Österreich und die dazu notwendigen
Lösungsansätze klar aufgezeigt werden. "Die rechtlichen Hindernisse
rasch zu beseitigen, kostet kaum Geld und ist sofort wirksam. Wir
brauchen nicht Pflichtberichte, sondern praxistaugliche
Umsetzungspläne zur nachhaltigen und sicheren Energieversorgung
Österreichs", fordert der LK-Präsident.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
LK-Pressestelle: Dr. Josef Siffert,
Tel +43/1/53441-8521, Fax +43/1/53441-8519,
E-Mail [email protected]
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