• 02.07.2010, 10:11:56
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Zukunft durch Müllverwertung

Ein Glasmüllsammelfahrzeug der Stadt Wien unterstützt ein Beschäftigungsprojekt in Mazedonien

Wien (OTS) - Die Magistratsdirektion - Auslandsbeziehungen konnte
dieser Woche ein außer Dienst gestelltes Glasmüllsammelfahrzeug der
MA 48 an den Verein Ambrela übergeben. Die mazedonische
Nicht-Regierungsorganisation leitet in einem Stadtteil von Skopje ein
von der Stadt Wien finanziertes Nachhilfeprojekt für Kinder aus der
Roma-Volksgruppe. Durch das nun zur Verfügung gestellte
Spezialfahrzeug werden Erwachsene in diesem Bezirk, die schon in der
Altstoffsammlung aktiv sind, professionell ein Gewerbe führen. Als
UnternehmerInnen können sie in Zukunft durch ihr selbst
erwirtschaftetes Einkommen die Armut überwinden, die noch immer in
vielen Roma-Siedlungen in Südosteuropa prägend ist.

245 PS statt eine Pferdestärke

"Die BewohnerInnen von Suto Orizari werden ihre Zukunft jetzt selbst
in die Hand nehmen" ist Aida Mustafovska von Ambrela anlässlich der
LKW-Übergabe überzeugt. Von den 20.000 EinwohnerInnen dieses
Stadtteils der mazedonischen Hauptstadt sind 90 Prozent Roma. Die
Lebensumstände sind durch mangelnde Bildung, hohe Arbeitslosigkeit,
schlechte Infrastruktur und Armut gekennzeichnet. Erschwerend kommt
noch die soziale Diskriminierung hinzu. Für viele Roma ist das
Recycling einer der wenigen Erwerbszweige, zu dem sie Zugang haben.
In den Abfallcontainern Skopjes suchen sie nach Glas- und
Plastikflaschen, Altmetall und Karton. Aber selbst für dieses
Business sind Investitionen dringend notwendig. Derzeit sind kleine
Pferdewägelchen das einzige Transportmittel. Doch mit einem
Pferdewagen kann man nur kleine Mengen des nach Wertstoffen
getrennten Mülls über kurze Distanzen befördern. Mit dem nun zur
Verfügung stehenden Fahrzeug können hingegen acht Tonnen Glas mit der
Kraft von 245 PS bewegt werden. Für die im Beschäftigungsprojekt
Involvierten bedeutet das Sammelfahrzeug somit nicht nur einen
technologischen Entwicklungsschub, sondern ganz persönlich auch eine
ökonomische Zukunftsperspektive.

Stadt Wien fördert Bildung

Im Rahmen der Wiener Auslandshilfe fördert die Stadt Wien seit 2009
ein Bildungsprojekt des Vereins Ambrela. Das Ziel ist es, den Zugang
zur Basisbildung für Roma zu verbessern. Dabei werden 16
Nachhilfelehrerinnen qualifiziert, die 80 SchülerInnen bei der
Bewältigung schulischer Aufgaben unterstützen. Begleitend zur
Lernhilfe erfolgt eine Beratung der Familien, eine strukturierte
Freizeitgestaltung und der Dialog mit den KlassenlehrerInnen und mit
lokalen PolitikerInnen. Durch den verbesserten Schulerfolg soll der
Grundstein für eine weiterführende Ausbildung und eine spätere
qualifizierte Berufsausübung gelegt werden.

o Pressebilder:
  www.wien.gv.at/gallery2/rk/run.php?g2_itemId=1530
  www.wien.gv.at/gallery2/rk/run.php?g2_itemId=1533

(Schluss) bob

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.gv.at/rk/
Mag. Bernhard Bouzek
Magistratsdirektion - Auslandsbeziehungen
Telefon: 01 4000-82571

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