- 01.07.2010, 12:22:32
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Schönborn: "Integrierte Familien sollen im Land bleiben dürfen"
Kardinal nimmt bei Veranstaltung des "Klub für Frauen" zu Integration, Zölibat, Frauenpriestertum und Missbrauchsdebatte Stellung
Wien, 01.07.10 (KAP) Einen humanitären Aufenthaltstitel für bestens
integrierte Flüchtlingsfamilien in Österreich hat Kardinal Christoph
Schönborn eingemahnt. Im Rahmen einer Veranstaltung des "Klub für
Frauen" am Mittwochabend in Wien wies Schönborn darauf hin, dass es
neben der medial vielbeachteten Familie Zogaj eine ganze Reihe
weiterer bestens integrierter Familien gebe, die darum kämpfen
würden, im Land bleiben zu können. Und die lokale einheimische
Bevölkerung stehe an ihrer Seite. Hier müsse Österreich einen
besseren Weg finden als bisher, zeigte sich der Wiener Erzbischof
überzeugt.
Auf die Diskussion über den Pflichtzölibat angesprochen meinte
Schönborn, dass die Kirche "gar nicht so Unrecht hat", am Zölibat
festzuhalten. Ein voll engagiertes Priesterleben mit Ehe und Familie
in Einklang zu bringen sei wohl nicht einfach. Zugleich müsse er
aber auch einräumen, dass er hervorragende verheiratete Priester der
griechisch-katholischen Kirche kenne.
Er wehre sich aber auf jeden Fall gegen das Vorurteil, "dass jeder,
der nicht in einer sexuellen Partnerschaft lebt, neurotisch ist".
Das wäre einem großen Teil der Bevölkerung und bei weitem nicht nur
den Priestern gegenüber unfair. Wenn sich jemand, wie dies bei
römisch-katholischen Priestern der Fall ist, frei und bewusst für
ein eheloses Leben entscheidet, dann müsse man dieser Entscheidung
auch Respekt zollen, so Schönborn.
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