- 30.06.2010, 12:43:46
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ÖH WU: Neue rechtswidrige WU-Zugangsbeschränkungen werden bei VfGH angefochten
Senat der WU wird heute neue Hürden in der Studieneingangsphase beschließen
Wien (OTS) - Heute Nachmittag wird aller Voraussicht nach der
Senat der WU eine neue Form der Zugangsbeschränkungen für sämtliche
Bachelorstudien an der WU beschließen. Diese neue Form der
Zugangsbeschränkung, welche bereits gegen die Stimmen der ÖH in der
für den Studienplan zuständigen Studienkommission beschlossen wurde,
sieht eine neue Sequenzierung innerhalb der Studieneingangsphase
(STEP) vor. Erst nach der vollständigen Absolvierung von vier
Prüfungen (Einführung in die Betriebswirtschaft, Grundlagen der
Volkswirtschaftslehre 1, Mathematik und Einführung in das europäische
und öffentliche Wirtschaftsrecht 1) können weitere Prüfungen der STEP
abgelegt werden. Bisher konnten bis auf eine kleine Ausnahme alle 14
Prüfungen der STEP bei jedem Prüfungstermin absolviert werden. In
Kraft treten soll diese Regelung mit dem Wintersemester 2010.
Studierende die bereits an der WU inskribiert sind, sind nur
betroffen wenn sie noch keine der 4 Prüfungen absolviert haben. "Die
vier zu absolvierenden Prüfungen, führen jedoch kaum zu einer
inhaltlichen Vorbereitung auf die danach verbleibenden Prüfungen. Aus
unserer Sicht geht es bei dieser neuen Sequenzierung daher lediglich
nur darum eine weitere Hürde für die Studierenden zu errichten im
Glauben, damit Ressourcen einsparen zu können. ", stellt Stefan
Kilga, ÖH Vorsitzender der WU fest.
Für neue Studierende wird diese Verschärfung zu noch stärkeren
Verzögerungen und Qualitätsverlusten im Studium führen. "Die
momentane STEP wird schon jetzt so gut wie nie im vorgesehenen
Zeitraum von zwei Semestern absolviert. Wenn hier noch eine
zusätzliche Hürde eingebaut wird, verzögert sich das WU
Bachelorstudium künstlich noch mehr. Dabei schaffen es jetzt gerade
einmal 3 % der WU Studierenden in Mindestzeit ihr Studium zu
absolvieren. Erschwerend kommt noch dazu, dass es manchen Instituten
kaum bis gar nicht gelingt, einen konstanten Schwierigkeitsgrad bei
den Prüfungen zu halten. Die Absolvierung der STEP in akzeptabler
Zeit wird dadurch noch mehr zur reinen Glückssache. Dass die Qualität
dabei weitestgehend auf der Strecke bleibt, liegt auf der Hand. So
wird eine der wenigen Prüfungen, VWL 1, die zumindest noch teilweise
offen geprüft wurde, jetzt gänzlich auf Multiple Choice umgestellt."
Aus Sicht der ÖH handelt es sich bei dieser weiteren Verschärfung der
STEP um eine gesetzwidrige Zugangsbeschränkung. "Die
Studieneingangsphase war bisher schon extrem selektiv. Die nackten
Zahlen zeigen das in aller Klarheit. So haben es bis jetzt nicht
einmal 82 % aller Bachelorstudierenden an der WU geschafft, die STEP
erfolgreich zu absolvieren. Diese weitere inhaltlich nicht
argumentierbare Verschärfung hat nur den Zweck, noch mehr
Studierenden das Weiterkommen zu erschweren. § 66 Abs. 5 UG stellt
jedoch fest, dass Studieneingangsphasen nicht zur quantitativen
Beschränkung missbraucht werden dürfen. Hier an der WU wird das aber
mit dieser weiteren Hürde der Fall sein.", so Kilga. Die ÖH WU sieht
daher als einzige verbliebene Konsequenz, diesen neuen Studienplan,
sofern er heute Nachmittag beschlossen wird, mit allen rechtlichen
Mitteln zu bekämpfen. Kilga: "Wir werden schon seit längerem
rechtlich in dieser Hinsicht beraten. Sollte der Senat diese neue
Zugangsbeschränkung beschließen werden wir nicht zögern bis zu den
Höchstgerichten zu gehen um diese Regelung zu Fall zu bringen."
Abschließend betont Kilga die Notwendigkeit einer klaren Linie der
verantwortlichen politischen Entscheidungsträger im Bezug auf den
Hochschulzugang und die Finanzierung der Universitäten. Kilga: "Uns
ist klar, dass die WU mit diesem Schritt nur versucht ihre knappen
Ressourcen zu optimieren. Der Punkt ist aber, dass diese
Dauerselektion immer mehr zu einer untragbaren Belastung für alle
Studierenden wird. Wir erklären damit dem Modell der Aussieb-STEPs an
allen Unis als Antwort der Regierung auf knappe Ressourcen und
ungeregelten Zugang, eine klare Absage. Am Ende wird immer extrem
intransparent und viel zu lange selektiert. Auch aus unserer Umfrage
wissen wir, dass die Studierenden das ablehnen. Die Bundesregierung
muss daher endlich der Wahrheit ins Gesicht sehen und sich
entscheiden ob sie eine ausreichende Finanzierung bereitstellt oder
einen geregelten Hochschulzugang ermöglicht. Die Unis und die
Studierenden sich selbst zu überlassen, ist jedenfalls keine Lösung."
Rückfragehinweis:
Peter Schweinberger, Pressesprecher
Email: [email protected]
Tel.: +43 699 19711287
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