- 28.06.2010, 12:31:53
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Anti-Krisenpaket: Jetzt in Kinder und Bildung investieren!
Diakonie für bessere Bildungs-Chancen benachteiligter Kinder
Wien (OTS) - "Wenn Ende dieser Woche die Viertklässler ihre Ferien
antreten, ahnen sie nicht, dass sie einer Auslese unterzogen wurden.
Höhere Bildung werden nicht jene Kinder erhalten, die am
gescheitesten sind, sondern jene, deren Eltern den besten sozialen
Status haben. Welche Träume Kinder später verwirklichen können, hängt
immer noch vom sozialen Status der Eltern ab.", bedauert Michael
Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich.
Die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Kinder spielt dabei
nachgewiesener Maßen eine geringe Rolle. Studien der OECD bestätigen
regelmäßig, dass Österreich stark sozial selektiert.
Die Diakonie fordert daher dringend auf, das Schulsystem zu einem
inklusiven umzugestalten. Damit es allen Kindern Chancen eröffnet,
egal ob mit oder ohne Behinderungen, ob hoch- oder wenig begabt, egal
aus welchem Elternhaus. So wie sich die Pädagogik ständig weiter
entwickelt hat, sollten sich laut Diakonie auch Lehrerausbildung,
Schulverwaltung und Schularchitektur den neuesten Erkenntnissen und
Anforderungen moderner Bildungssysteme anpassen.
Chalupka: "Wir brauchen endlich ein Bildungssystem, das schwache
Schüler und Schülerinnen nicht aussortiert, und Talente nicht
vergeudet. Wer immer noch behauptet, Österreich könne sich das nicht
leisten, möge sich die Folgekosten selektiver Bildung vor Augen
halten, die sich dem Staat später durch geringere Steuereinnahmen und
höhere Sozialkosten eröffnen. Gerade jetzt, in wirtschaftlich
angespannten Zeiten, müssen wir in Zukunftssektoren wie Kinder,
Bildung und soziale Dienstleistungen investieren. Damit wir niemanden
zurücklassen."
Dass es sich bei einer gelungenen Bildungsreform um eine
langfristige Investition handelt, mit der gesellschaftliche
Folgekosten mangelnder Ausbildung vermieden und die Wirtschaft
gestärkt werden, hat die Bertelsmann Stiftung in einer Studie
errechnet.
Für die Diakonie ist die Investition in ein gerechteres
Bildungssystem auch deshalb so wichtig, weil sie direkt zur
Armutsbekämpfung beiträgt. Laut Statistik Austria erreichen Kinder
armer Eltern einen geringeren Bildungsgrad. Dabei sind Kinder von
allein Erziehenden besonders gefährdet: Im Vergleich zu anderen
Familien haben sie ein dreimal so hohes Risiko, in Armut zu leben.
Auf die geringen Bildungschancen benachteiligter Kinder weist auch
der aktuelle Diakonie-Werbespot im Fernsehen und Radio hin, der diese
Woche im ORF startet.
Für Diakonie-Projekte und Einrichtungen, die Menschen in Armut
unterstützen, bittet die Diakonie um Spenden.
Spendenkonto Diakonie
PSK: 23.96.444 (BLZ 60.000)
Kennwort: Sonderprojekt Armut in Österreich
Rückfragehinweis:
Bettina Klinger / Leitung Kommunikation Diakonie Österreich Tel: 409 80 01-14 Mobil: 0664 / 314 93 95 E-Mail: [email protected] Internet: www.diakonie.at
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