• 25.06.2010, 10:16:51
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Frauenberger: Regenbogenfamilien umfassend gleichstellen!

"Familie ist, wo Liebe ist"

Wien (OTS) - "Wien ist eine Stadt der Offenheit und des
gegenseitigen Respekts, in der jede und jeder sein Lebens- und
Liebesmodell frei wählen kann. Homophobie hat in dieser Stadt keinen
Platz! Dafür gibt es ein breites Bündnis zwischen der Stadtregierung,
zahlreichen NGOs und engagierten BürgerInnen", betonte die für
Antidiskriminierung zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger am
Freitag in der Pressekonferenz anlässlich der bevorstehenden
Regenbogenparade am 3. Juli.

Die Wiener Regenbogenparade, die heuer bereits zum 15. Mal
stattfindet, sei inzwischen eine nicht mehr weg zu denkende
Institution. "Leider geht die Parade nicht allen Städten Europas so
friedlich über die Bühne, wie sie das im weltoffenen Wien seit Jahren
tut. Ich wünsche mir, dass von Wien aus auch ein Signal der Akzeptanz
und des friedlichen Miteinanders verschiedenster Lebensformen hinaus
in die Welt geht!"

Frauenberger begrüßte das heurige Motto der Parade. Es lautet "We
are familiy". "Was Adoption, medizinisch unterstützte Fortpflanzung,
Namensrecht oder Stiefkindadoption betrifft, sind
gleichgeschlechtliche Paare noch immer diskriminiert. Das ist eine
der Schattenseiten des Gesetzes zur Eingetragenen PartnerInnenschaft.
Ich setze mich daher für die umfassende Anerkennung und
Gleichstellung von Regenbogenfamilien ein. Denn Familie ist, wo Liebe
ist", unterstrich die Stadträtin. Wien habe dies auch in der Präambel
zur Sammelnovelle zum Eingetragenen Partnerschaft-Gesetz zum Ausdruck
gebracht, "wo wir ausdrücklich festhalten, dass sich Wien zur
Gleichstellung gleichgeschlechtlicher PartnerInnenschaften bekennt
und dass eingetragene PartnerInnen als Familienangehörige anzusehen
sind".

Insgesamt sei das Gesetz zur Eingetragenen Partnerschaft, das am
1. Jänner 2010 in Kraft getreten ist, aber ein großer Schritt, so
Frauenberger. Die Stadt Wien habe dafür gesorgt, dass auch lesbische
und schwule Paare ihren Lebenspakt "in einem würdevollen und
festlichen Rahmen besiegeln können". "Wir in Wien differenzieren
nicht: Überall wo in Wien geheiratet werden kann, kann man sich auch
verpartnern lassen."

Wien habe "nicht nur ein hervorragendes Verpartnerungspaket für
homosexuelle Paare geschnürt, sondern hat auch die Gleichstellung in
den Landesgesetzen auf beste, gründlichste und sicherste Art und
Weise umgesetzt", so Frauenberger weiter. Mit einer Sammelnovelle im
gestrigen Landtag seien nun alle Landesgesetze, die auf Grund des
Gesetzes zur Eingetragenen Partnerschaft zu ändern waren, novelliert.
Frauenberger: "Wir haben uns in einem Ressort übergreifenden Kraftakt
die Mühe gemacht, 44 Gesetze binnen weniger Wochen zu novellieren.
Denn nur so gibt es größtmögliche Rechtssicherheit für eingetragene
PartnerInnen!"

Wiener Dienstrecht stellt alle Kinder gleich

Wo Wien nicht auf die Vorgaben des Bundes angewiesen sei, nämlich
im Wiener Dienstrecht, seien gleichgeschlechtliche Paare und deren
Kinder vollkommen gleichgestellt: So wurden im Wiener Dienstrecht
Kinder eingetragener PartnerInnen mit Stiefkindern von Ehepartnern
gleichstellt. Dies ist zum Beispiel bedeutend, wenn es um
Kinderzulagen oder Waisenrenten geht. Außerdem kann in Wien
Teilzeitbeschäftigung zur Pflege eines Kindes auch für ein Kind der
eingetragenen Partnerin bzw. des eingetragenen Partners in Anspruch
genommen werden. Der Bund sieht diese Möglichkeit nicht vor.
Pflegefreistellung bzw. Familienhospizkarenz kann in Wien auch für
ein Kind der eingetragenen Partnerin bzw. des eingetragenen Partners
in Anspruch genommen werden.

Bereits 216 Eingetragene Partnerschaften in Wien

Die Möglichkeit der Eingetragenen PartnerInnenschaft wird in Wien
gut genutzt.

Mit Stichtag 24. Juni sind in Wien 216 Paare eine eingetragene
PartnerInnenschaft eingegangen, davon 154 männliche Paare (71
Prozent) und 62 weibliche Paare (29 Prozent). Damit, so Frauenberger,
würden die für das erst Jahre erwarteten 300 bis 400 Eintragungen
wohl übertroffen werden.

Was die bevorzugten Locations betrifft, haben sich 161 Paare für
den Amtsraum der Bezirksverwaltungsbehörde (Standesamt 5. Bezirk/
Servicestelle für eingetragene Partnerschaften) mit sofortiger
Übergabe der Dokumente entschieden. 47 Paare sind ihre
PartnerInnenschaft in einem festlichen Saal (Festsaal der Amtshäuser,
Trauungssaal,etc.) eines Amtshauses eingegangen. 8 Paare haben sich
für eine "Traumhochzeits-Location" entschieden.

Die Stadträtin abschließend: "Die eingetragene PartnerInnenschaft
ist ein wichtiger Schritt, aber letztlich bleibt die Forderung nach
der völligen Gleichstellung mit der Ehe. Denn Liebe sollte niemals
mit zweierlei Maß gemessen werden! In Wien findet jede Liebe Stadt!"
(Schluss) lac

Rückfragehinweis:
Büro Stadträtin Sandra Frauenberger
Mediensprecherin Mag.a Marianne Lackner
Tel.: +43 1 4000 81853
mailto:[email protected]

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