- 25.06.2010, 10:14:26
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Vbgm. Ludwig stellte die Kriterien für den Wohnbau in der Seestadt aspern vor
Wohnen in der Stadt der Zukunft: sozial nachhaltig, mit neuen ökologischen Maßstäben
Wien (OTS) - Wohnen am See mit großzügigen Freiräumen und
dennoch mitten in der Stadt mit bester Infrastruktur - aspern
Seestadt wird als pulsierendes urbanes Zentrum in der Donaustadt die
sehr hohe Lebensqualität in Wien weiter bereichern. Die Seestadt
aspern wird im Endausbau mit etwa 8.500 Wohnungen rund 20.000
BewohnerInnen ein qualitätsvolles Zuhause und Arbeitsplätze für
ebenso viele Menschen bieten. Mit einer Fläche von rund 240 Hektar
stellt die Seestadt nicht nur das größte städtebauliche Vorhaben
Wiens dar, sondern ist eines der größten Stadtentwicklungsprojekte
Europas.
Die ersten SeestädterInnen werden bereits 2013 ihre Wohnungen
beziehen. Bis dahin wird die Verlängerung der U2 mit zwei Stationen
im Stadtentwicklungsgebiet abgeschlossen sein. Die Stadt Wien nimmt
durch die ständige Weiterentwicklung des geförderten Wohnbaus
weltweit eine führende Rolle ein. Dementsprechend werden bei der
Errichtung geförderter Wohnungen in der Seestadt neue ökologische
Konzepte zum Einsatz kommen. Beim Wohnen in der Seestadt ist soziale
Nachhaltigkeit durch die Einbindung unterschiedlichster Wohnformen
das oberste Entwicklungsprinzip.
Im September diesen Jahres wird der wohnfonds_wien in Kooperation
mit der Gründstückseigentümern GELUP GmbH und der Wien 3420 Aspern
Development AG den ersten Bauträgerwettbewerb für die Seestadt mit
rd. 1.200 geförderten Wohnungen sowie 300 StudentInnenheimplätzen
ausloben, ein zweiter mit weiteren 850 Wohneinheiten folgt bereits im
Frühjahr 2011. Auf Initiative von Wohnbaustadtrat Vizebürgermeister
Dr. Michael Ludwig erarbeitete eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe
unter Leitung des Europaforums Wien im Auftrag der MA
50-Wohnbauforschung die notwendigen Grundlagen für die
Bauträgerwettbewerbe. Gestern, Donnerstag, fand in der Wiener Urania
ein Symposium zum Thema "Wohnbau in aspern Seestadt Etappe 1" statt,
das bei den Fachleuten auf äußerst positive Resonanz stieß.
Wohnbaustadtrat Vizebürgermeister Dr. Michael Ludwig stellte heute,
Freitag, die Kriterien für die erste Etappe des Wohnbaus in der
Seestadt aspern vor.****
Neue ökologische Maßstäbe
"Der geförderte Wohnbau der Stadt Wien zeichnet sich durch höchste
Qualitätsstandards aus und ist damit international führend und
anerkannt. Mit der Seestadt aspern gehen wir nach Eurogate, der
größten Passivhaussiedlung Europas, noch einen Schritt weiter, um im
Wohnbau entscheidende Innovationen umzusetzen und damit die
Vorreiterrolle Wiens als Wohn-Musterstadt zu festigen. Ziel ist eine
,klimaneutrale Stadt', bei der die Wohngebäude genau soviel Energie
erzeugen, wie sie verbrauchen. Deswegen wird bei der Seestadt aspern
Fast-Null-Energiehäusern der Vorrang gegeben. Zur Deckung der
notwendigen Restenergie werden erneuerbare Energieträger wie
Solarenergie oder Erdwärme eingesetzt, was maßgeblich zur Reduktion
der CO2-Emission beiträgt", erklärte Vizebürgermeister Ludwig.
Kostengünstig durch hohen Anteil an Wohnungen mit
Superförderung
Der Anteil an Wohnungen mit Superförderung, für die nur äußerst
geringe Eigenmittel notwendig sind, wird mit rund zwanzig Prozent
besonders hoch sein. Die Vergabe der Grundstücke erfolgt im Baurecht,
damit entfallen für die zukünftigen MieterInnen die
Grundkostenbeiträge. "Mit diesen Maßnahmen schaffen wir leistbaren
Wohnraum, der den verschiedensten individuellen Wohnansprüchen
treffsicher gerecht wird und sorgen für eine optimale soziale
Durchmischung. Wir koppeln die Wohnbauförderung im Rahmen des Wiener
Klimaschutzprogramms KliP bereits seit Jahren gezielt an Maßnahmen
für den Schutz der Umwelt. Dennoch müssen die Wohnungen, die zu einer
Entlastung des Klimas beitragen, auch erschwinglich bleiben",
bekräftigte der Wiener Wohnbaustadtrat.
aspern - Wohnen in der Stadt der Zukunft
Die erste Etappe des Wohnbaus wird im Entwicklungsgebiet Südwest,
nahe dem historischen Aspern, der U-Bahn-Station "Aspernstraße" und
mit besten Anschlussmöglichkeiten an bestehende Infrastrukturnetze
realisiert. Die über 2.000 Wohneinheiten in der ersten Ausbauetappe
bringen die notwendige Größe, damit sich eine Infrastruktur aus
Handel, Dienstleistung, Büros und Ateliers und öffentlichen
Einrichtungen etablieren kann. Im Bauträgerwettbewerbsgebiet 1 mit
zwölf Baufeldern wird das Stadthaus für die Seestadt mit öffentlichen
Einrichtungen und Wohnungen von Fixstarter Architekt Johannes Tovatt
geplant. Der schwedische Architekt entwickelte auch den 2007 im
Wiener Gemeinderat beschlossenen städtebaulichen Masterplan.
"Die Seestadt ist deswegen eine Stadt der Zukunft, weil das
oberste Entwicklungsprinzip soziale Nachhaltigkeit ist.
Bedarfsgerechte Planung, höchste ökologische Maßstäbe und die
Leistbarkeit der Wohnungen stehen im Vordergrund. In aspern wird den
zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern großstädtisches Lebensgefühl
mit einem dichten Netz an Nahversorgern, Bildungs- und
Gesundheitseinrichtungen, einem bestens ausgebauten öffentlichen
Verkehr und in Kombination mit großzügigen Frei- und Grünräumen
geboten. Durch die Vielfalt an Nutzungen von Wohnen und Arbeiten bis
hin zu Freizeit und Erholung - entsteht eine Stadt der kurzen Wege",
so Vizebürgermeister Ludwig.
Die Vorgaben für aspern
Die Vorgaben für aspern - Wohnen in der Stadt der Zukunft bilden
fünf Schwerpunkte, die in die Ausschreibungen der
Bauträgerwettbewerbe aufgenommen werden.
- Klimaneutrale Stadt:
Es sollen gezielt Projekte zum Zug kommen, die umfassende
ökologische Konzepte anbieten. Dazu gehören Wohnbauten im
Fast-Null-Energiestandard, die Nutzung erneuerbarer Energien sowie
umweltfreundliche Mobilitätskonzepte - Car-Sharing, Vorrang für die
Nutzung des öffentlichen Verkehrs, Ladeanschlüsse für Elektroautos -
und die Unterbringung der dadurch reduzierten Zahl von
Pflichtstellplätzen in Sammelgaragen.
Im mehrgeschossigen Wohnbau sollen erste konkrete Schritte zum
Plus-Energiehaus auf Basis der derzeit in Entwicklung befindlichen
ÖNORM gesetzt werden. Für den nachträglichen Einbau von Solar- und
Photovoltaikanlagen sind die baulichen Bedingungen zu schaffen, etwa
durch ausreichend zusammenhängende Dachflächen.
Bei der Materialwahl und Bepflanzung wird auf das Mikroklima
(Beschattung, Verdunstung, Staubfilterung), auf Lärmreduktion und
Ressourcenschonung geachtet.
Für die gesamte Baustellenlogistik gelten die Vorgaben gemäß RUMBA
(Richtlinien für umweltfreundliche Baustellenabwicklung). Durch die
verpflichtende Teilnahme am Baustellenlogistikzentrum werden tausende
LKW-Fahrten vermieden. Mehr als die Hälfte der Baumassen sollen mit
der Bahn transportiert werden.
- Leistbares Wohnen:
Bei allen Baufeldern in der Seestadt wird jeweils ein
verbindlicher Anteil an Wohnungen mit Superförderung festgelegt. Da
alle Grundstücke im Baurecht vergeben werden, entfallen die sonst
üblichen Grundkostenbeiträge.
- Soziale Nachhaltigkeit:
Dem Trend zum Themenwohnen wird auch in der Seestadt Rechnung
getragen. Unter anderem wird es "Wohnen für Generationen-Projekte",
interkulturelles Wohnen oder betreutes Wohnen unter Einbindung
sozialer Träger geben. Auch Baugruppen sind in das Gesamtkonzept
eingebunden.
Räume, die das subjektive Sicherheitsgefühl steigern, und
überschaubare Nachbarschaften stehen im Vordergrund der Planung.
Hauseingänge, Wohnräume, Balkone und Loggien sollen bewusst auch zu
den verkehrsberuhigten Straßen hin orientiert sein, um eine lebendige
Stadt zu erzeugen.
Grünzungen, attraktive Freiräume und innovative Fassadenbegrünung
sind ebenso vorgesehen wie Kinder- und Jugendspielplätze, die
bauplatzübergreifend umgesetzt werden sollen. Für den gesamten ersten
Bauteil wird ein Quartiersmanagement eingerichtet um die
Gemeinschaftsbildung und die urbane Identität im neuen Stadtteil zu
fördern.
- Funktionale Durchmischung:
Die Erdgeschoßzonen der Wohnbauten sollen für vielfältige
Nutzungen, die für jedes Baufeld festgelegt werden, zur Verfügung
stehen. 25 % Nicht-Wohnungsnutzung in den Objekten und großzügige
Raumhöhen in den Erdgeschoßzonen sind optimal für Geschäfte und
Lokale. Sämtliche Geschäftsflächen werden von einem
Generalunternehmer angemietet werden. Damit wird sichergestellt, dass
dieser neue Stadtteil von Beginn an belebt ist und auch für die
BewohnerInnen benachbarter Stadtviertel attraktiv gestaltet ist.
- Wettbewerb der Technologien und Materialen - architektonische
Vielfalt:
Die Wohnstadt aspern wird sich innovativ und experimentierfreudig
präsentieren. Der bewusste Einsatz unterschiedlicher Bausysteme wie
beispielsweise "Curtain Walls" (Vorhangfassaden, die nur ihr
Eigengewicht und keine anderen statischen Lasten tragen) und
Baustoffe von Ziegel über Holz schaffen Vielfalt und
Unterscheidungsmerkmale, die auch nach außen hin sichtbar in
Erscheinung treten sollen
Eine Vielfalt an technologischen Lösungen wird angestrebt und
begleitend evaluiert werden. Sämtliche eingereichten Wohnbauprojekte
werden nach den Kriterien des Total Quality Buildings (TQB) der
Österreichischen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (ÖGNB) geprüft.
Ebenfalls gefordert wird eine Life-Cycle-Analysis einschließlich
Angaben zu Erhaltungsmaßnahmen und Überarbeitbarkeit von Bauteilen.
Dies betrifft auch die Darstellung des gesamten Primärenergiebedarfs
von Bauteilen in unterschiedlicher Materialausführung.
"Wiener Nachhaltigkeitsausweis" - das neue
Qualitätssicherungssystem im geförderten Wiener Wohnbau
Nachhaltigkeit wird beim Wohnen in aspern das zentrale
Qualitätskriterium sein. "Den größten Teil unserer Zeit verbringen
wir in Gebäuden - im privaten Bereich in Wohngebäuden oder beruflich
und in der Freizeit. Das bedeutet, dass die Qualität eines Gebäudes
aufs Engste mit dem Wohlbefinden verknüpft ist. Mit dem
Energieausweis wird die wärmeschutztechnische und energetische
Qualität in transparenter Art und Weise dargestellt. Das war und ist
ein wichtiger Schritt zur Abbildung einer Gebäudequalität. Im
geförderten Wohnbau der Stadt wollen wir jedoch zukünftig die Gebäude
ganzheitlich bewerten", erklärte Vizebürgermeister Michael Ludwig.
Deswegen sei es sinnvoll, auch andere bestehende Anforderungen an
Gebäude wie Standsicherheit, Brandschutz, Schallschutz, die Aspekte
der Gesundheit, Umwelt und Hygiene und die Aspekte der
Nutzungssicherheit und Barrierefreiheit zu bewerten, so Ludwig.
"In Kombination mit den vier Kriterien zur Bewertung der Qualität
von Projekten bei Bauträgerwettbewerben - Ökonomie, Ökologie,
Architektur und soziale Nachhaltigkeit - liegt die Entwicklung vom
Energieausweis hin zu einem verständlichen Gebäudeausweis, dem
,Wiener Nachhaltigkeisausweis', der die technische und funktionelle
Qualität eines Gebäudes auch hinsichtlich der Nachhaltigkeit
bewertet, nahe. In der Seestadt aspern wird dieses neue
Qualitätssicherungssystem im geförderten Wiener Wohnbau erstmals zur
Anwendung kommen.
Folgende zehn Kategorien werden somit im "Wiener
Nachhaltigkeitsausweis" gleichberechtigt bewertet:
- Mechanische Festigkeit und Standsicherheit
- Brandschutz
- Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz
- Nutzungssicherheit und Barrierefreiheit
- Schallschutz
- Energieeinsparung und Wärmeschutz
- Baukultur (Architektur)
- Ökologische Nachhaltigkeit
- Ökonomische Nachhaltigkeit
- Soziale Nachhaltigkeit
Die MA 39 - Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle der
Stadt Wien, hat einen umfassenden Kriterienkatalog mit jeweils zehn
Unterkriterien zu jeder Kategorie entwickelt. Jedes Kriterium kann
mit bis zu 10 Punkten bewertet werden, wodurch sich eine maximale
Punkteanzahl von 1.000 Punkten ergibt. "Ich bin überzeugt, dass die
Stadt Wien mit diesem neuen Qualitätssicherungssystem im geförderten
Wohnbau einen weiteren zukunftsweisenden Meilenstein setzt", so
Vizebürgermeister Michael Ludwig abschließend.
Mehr über aspern Die Seestadt Wiens auf www.aspern-seestadt.at
Rückfragehinweis:
Christian Kaufmann
Mediensprecher Vbgm. Dr. Michael Ludwig
Tel.: 01/4000-81277
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