- 24.06.2010, 10:30:11
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Austro Control für Zusammenarbeit in Europa vorbereitet
Sparprogramm 2009 erfolgreich umgesetzt; für 2010 wieder Verkehrszuwachs erwartet; Gebühren 2011 stabil, 2009 Verkehrsrückgang um 7,7 %; Flughafen Wien minus 10 %
Wien (OTS) - Bei den Flugbewegungen wurde 2009 mit insgesamt 1,1
Millionen Instrumentenflugbewegungen ein Rückgang von 7,7 %
verzeichnet. Auch der An- und Abflugbereich war von einem markanten
Verkehrsrückgang geprägt, wobei der Flughafen Wien mit einem Minus
von 10 % am stärksten betroffen war, gefolgt von Graz mit 7,5 %
weniger Landungen. Ingesamt gingen die Landungen an den
österreichischen Flughäfen um 7,7 % zurück.
Das Jahr 2009 verzeichnet damit den stärksten Verkehrsrückgang in
der Geschichte der österreichischen Luftfahrt.
Schwerste Krise der Luftfahrt mit umfangreichstem Sparprogramm
begegnet
Diese Verkehrszahlen spiegeln sich auch in der Bilanz wieder. Das
Geschäftsjahr 2009 war geprägt von einem Rückgang der Umsatzerlöse um
rd. 4,4 % gegenüber 2008, erreichte nur mehr ein Niveau von EUR
202,4 Mio. und lag damit rund EUR 13 Mio. hinter der Planung zurück.
Dieser Entwicklung wurde sofort mit einem ambitionierten, internen
Kostenoptimierungsprogramm begegnet. Das Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit konnte damit auf insgesamt EUR -2,1 Mio. (Vorjahr
EUR 0,4 Mio.) nahezu ausgeglichen werden. Das entspricht grob jenem
Betrag, der allein durch den Ausfall der Sky Europe negativ zu Buche
geschlagen hat. "Wir haben den Entfall der Umsatzerlöse infolge der
internationalen Luftfahrtkrise nahezu vollständig durch unser
Sparprogramm ausgeglichen", so Vorstandsdirektor Dr. Heinz
Sommerbauer, der in diesem Zusammenhang auch auf die konstruktive
Haltung der Belegschaftsvertretung verweist.
Gebühren für 2011 stabil gehalten
Austro Control wird im Gegensatz zu einer überwiegenden Zahl
anderer Flugsicherungen die Gebühr 2011 stabil halten und den
Airlines dadurch erhebliche Planungssicherheit geben.
Pünktlichkeit 2009 deutlich erhöht
Die Pünktlichkeit im An- und Abflugbereich Wien konnte 2009 im
Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert werden. Insgesamt wurde die
durchschnittliche Verspätung pro Flug von 1,74 Minuten auf 0,92
Minuten reduziert, was einer Verbesserung um 47% entspricht. Auch
für den Überflugsbereich konnte mit einer Reduzierung der
durchschnittlichen Verspätung pro Flug um 12% ein hervorragendes
Ergebnis erzielt werden.
Luftfahrt entwickelt sich 2010 trotz Auswirkungen der Aschewolke
positiv
Trotz der massiven Beeinträchtigungen durch die Aschewolke im
April rechnet Austro Control mit einer leicht positiven Entwicklung
des Flugverkehrs für 2010. Bei den Gesamtflugbewegungen war bis Mai
ein leichter Zuwachs von 0,3% zu verzeichnen, bei den Landungen am
Flughafen Wien ein Minus von 0,7%. Der Zuwachs wäre ohne die
Auswirkungen der europaweiten Luftraumsperren Mitte April insgesamt
deutlicher ausgefallen. Zum Vergleich: Im April betrug der Rückgang
bei den Gesamtflugbewegungen 10,3% und bei den Landungen am Flughafen
Wien 6,4 %.
Personalaufbau bei Fluglotsen wird konsequent fortgesetzt
"Wir sind, was die langfristige Entwicklung des Flugverkehrs
betrifft, sehr zuversichtlich und setzen daher den Personalaufbau bei
den Fluglotsen im Sinne einer Sicherstellung der erforderlichen
Kapazitäten für unsere Kunden unvermindert fort", bekräftigt
Vorstandsdirektor Mag. Johann Zemsky. Für den Raum Wien ist bis 2012
eine Erhöhung der Personalkapazitäten um rund 20 % geplant.
Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr mit über 1.500
Besuchern findet am 2. Oktober auch heuer wieder die "Lange Nacht der
Flugsicherung - Info@Night" statt, bei der jugendliche Besucher sich
aus erster Hand über den faszinierenden Beruf des Fluglotsens
informieren können.
Ein Luftraum für Europa - Austro Control ist gut vorbereitet
Die Ereignisse im Zusammenhang mit der Vulkan-Aschewolke haben
deutlich vor Augen geführt, dass ein gesamteuropäischer Ansatz in der
Luftfahrt dringend notwendig ist. Das Projekt "Single European Sky"
(SES) wird angesichts der jüngsten Ereignisse vehement
vorangetrieben. Austro Control ist auf diese Entwicklungen
entsprechend vorbereitet. Ziel von SES ist es, einen gemeinsamen
europäischen Luftraum unabhängig von Staatsgrenzen zu schaffen, der
sich ausschließlich an Verkehrsströmen orientiert und so zu einem
sicheren, effizienten und wirtschaftlichen Ablauf des Flugverkehrs
beiträgt. Kernstück ist dabei die Bildung von grenzübergreifenden
Luftraumblöcken ("Functional Airspace Blocks") bis Ende 2012. Der
Flugverkehr über Europa soll dadurch deutlich effizienter und
gleichzeitig umweltschonender werden. Derzeit ist jeder Flug in
Europa durchschnittlich 49km länger als notwendig. Das bedeutet neben
erhöhten Treibstoffkosten für die Airlines auch 5 Mio. Tonnen an
vermeidbarem CO2. Die Kosten der Fragmentierung für die Airlines
wird auf EUR 1 Mrd. pro Jahr geschätzt.
Austro Control treibt Implementierung von FAB CE voran
(Functional Airspaceblock Central Europe)
Austro Control forciert gemeinsam mit dem Bundesministerium für
Verkehr, Innovation und Technologie die Bildung eines
zentraleuropäischen Luftraumblockes. Der FAB CE soll gemeinsam mit
Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Slowenien, Kroatien und
Bosnien-Herzegovina bis Ende 2012 den Betrieb aufnehmen. In den
kommenden Wochen soll das FAB CE Agreement zwischen den Staaten
abgeschlossen werden. Dieser Meilenstein bildet die Grundlage für die
zukünftige Zusammenarbeit innerhalb des FABs und ist die wichtigste
Voraussetzung für eine erfolgreiche Implementierung von FAB CE bis
Ende 2012.
Verbindliche Leistungsziele für Flugsicherungen und Reform des
Gebührenmodells
Neben der Bildung von Functional Airspaceblocks sind verbindliche
Leistungsziele für Flugsicherungen ein wesentliches Element von
Single European Sky. Beginnend mit 2012 wird es in den Bereichen
Sicherheit, Umwelt, Kapazität und Kosteneffizienz Vorgaben für
Flugsicherungen geben, die zunächst für Gesamteuropa festegelegt und
dann auf die einzelnen Staaten herunter gebrochen werden. Solche
Ziele sind beispielsweise Verspätungsminuten pro Flug und die
Entwicklung der nationalen Gebührenrate.
Ein weiterer Teil des Single European Sky wird ein reformiertes
Gebührenmodell sein. Das derzeitige, auf dem Kostendeckungsprinzip
basierende, System hat sich in den vergangenen Jahren nicht als die
beste Lösung erwiesen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten kommt es
aufgrund des rückläufigen Verkehrs zu Gebührenerhöhungen, während bei
steigendem Verkehr die Gebühr gesenkt wird. Zukünftig soll es so
sein, dass Mehreinnahmen aufgrund eines höher als erwarteten
Verkehrsaufkommens bis zu einem gewissen Prozentsatz einbehalten
werden können und Mindereinnahmen bei einem geringeren Verkehr nicht
mehr zur Gänze weiterverrechnet werden dürfen. Ebenso können
Unterdeckungen aufgrund von höheren Kosten nicht mehr eins zu eins an
die Airlines weiterverrechnet werden.
Rückfragehinweis:
Austro Control
Mag. Peter Schmidt
Tel.: 051703.9120
mailto:[email protected]
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