- 24.06.2010, 10:04:13
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Grünewald: "Universitäten und Hochschulen laufen demnächst barfuß im Rückwärtsgang"
Studierende dürfen keine Lückenbüßer für Budgetrestriktionen sein
Wien (OTS) - "Sünkels nachvollziehbare Ratlosigkeit gegenüber den
gebrochenen Regierungsversprechen sollte nicht zu Notwehraktionen wie
etwa einer Wiedereinführung der Studiengebühren führen", reagiert der
Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald auf das Interview
des Rektorenchefs im heutigen 'Standard'. "Gerade der Bericht über
die soziale Lage der Studierenden zeigt, dass die Belastung durch
Studiengebühren die finanzielle Lage der Universitäten nicht
verbessert. Studierende dürfen nicht Lückenbüßer des politischen
Versagens werden", fordert Grünewald und erklärt: "Der Prozentsatz
von StudienbeihilfebezieherInnen ist in Österreich
unterdurchschnittlich und Studierende werden zunehmend gezwungen, ihr
Studium als Teilzeitstudierende selbst zu finanzieren. Dass dies zu
Studienverzögerungen führt, ist nicht verwunderlich."
"Universitäten und Hochschulen laufen demnächst barfuß im
Rückwärtsgang. Rückläufige Budgets und Ignoranz gegenüber den
Empfehlungen hochrangiger ExpertInnen, gerade in Krisenzeiten Bildung
und Forschung als Motor innovativer Entwicklungen zu nutzen, bringen
Universitäten, Fachhochschulen und pädagogische Hochschulen in
Schwierigkeiten", so Grünewald. "Vom Schwerpunkt Bildung und
Forschung zu reden und dementsprechend zu handeln sind für
Vizekanzler Pröll und Bundesministerin Karl wohl zwei Paar Schuhe",
kritisiert Grünewald.
"Studierenden und dem wissenschaftliche Nachwuchs fehlen Perspektive
und Österreich wird immer mehr kreative und talentierte Menschen
verlieren. Dass hier Löcher gerissen werden, die nicht mehr gestopft
werden können, scheint in den Köpfen der Verantwortlichen keinen
Platz zu finden", sagte Grünewald. "Wenn es hier nicht zu einem
sofortigen Umdenken kommt, werden die entstandenen Schäden über Jahre
irreparabel bleiben und die Politik ihre letzte Glaubwürdigkeit im
Bereich von Bildung und Forschung verlieren. Weniger die
Bildungseinrichtungen als vielmehr die derzeitige Politik bedarf
daher einer Evaluierung und wenn die Verantwortlichen das Wort
Exzellenzinitiative in den Mund nehmen, sollten sie damit am besten
einmal bei sich selbst beginnen."
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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