OTS0298 / 23.06.2010 / 20:30 / Channel: Politik / Aussender: Parlamentsdirektion
Stichworte: Parlament / exil.arte / verfemte Musik


Barbara Prammer eröffnet Präsentation über verfemte Musik exil.arte zeigt, "dass es wohl anders geht" =


   Wien (PK) - Unter dem Titel "Es geht wohl anders" präsentierte 
exil.arte heute auf Einladung von Nationalratspräsidentin Barbara 
Prammer im Palais Epstein eine Reihe von Projekten, die sich mit 
von den Nationalsozialisten verfemten, vertriebenen oder 
ermordeten Musikschaffenden auseinandersetzen. Der Verein 
exil.arte, der als österreichische Koordinationsstelle für 
exil.musik fungiert und seit drei Jahren tätig ist, gab im Rahmen 
der Veranstaltung einen Überblick über seine künstlerischen und 
wissenschaftlichen Aktivitäten und stellte dabei erstmals die 
nunmehr online verfügbare exil.arte-Datenbank über Nachlässe 
verfemter Komponistinnen und Komponisten vor. 
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer meinte in ihren 
einleitenden Worten, der Satz von Elie Wiesel "Schweigen ist 
verboten, Sprechen ist unmöglich" bringe wohl am besten zum 
Ausdruck, was viele begabte Menschen getan haben, um mit ihren 
Erfahrungen als NS-Opfer fertig zu werden. Gerade die 
Musikerinnen und Musiker hätten durch ihre Werke nicht nur 
Einblick in ihr Seelenleben gegeben, ihre Musik sei für uns heute 
auch Ansatzpunkt zu einer weiter gehenden Auseinandersetzung mit 
der NS-Zeit. Prammer erinnerte an die zahlreichen verfolgten 
Künstlerinnen und Künstler, die Österreich nach 1945 nicht den 
Rücken gekehrt haben, obwohl sie, wie sie sagte, viele Gründe 
dafür gehabt hätten. Für uns sei dies Auftrag und Verantwortung, 
dementsprechend ihre Werke zu würdigen und ihnen das zu geben, 
was wir ihnen schon längst hätten geben müssen, betonte Prammer. 
Die Initiative von exil.arte, im Wege einer Datenbank die Werke 
dieser Musikschaffenden zu bewahren und der Öffentlichkeit 
zugänglich zu machen, sei deshalb gerade vor diesem Hintergrund 
besonders zu begrüßen. 
Nach einer Videobotschaft von Barbara Zeisl-Schoenberg (Pomona 
College) sprachen weiters Christoph Reuter (Universität Wien), 
der Vizepräsident von exil.arte Michael Haas sowie der Leiter von 
exil.arte Gerold W. Gruber. Künstlerisch umrahmt wurde die 
Veranstaltung mit Ausschnitten aus den Werken von Robert 
Fürstenthal, Ruth Schönthal, Hans Gal und Karl Weigl. 
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