- 23.06.2010, 20:30:13
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Barbara Prammer eröffnet Präsentation über verfemte Musik exil.arte zeigt, "dass es wohl anders geht"
Wien (PK) - Unter dem Titel "Es geht wohl anders" präsentierte
exil.arte heute auf Einladung von Nationalratspräsidentin Barbara
Prammer im Palais Epstein eine Reihe von Projekten, die sich mit
von den Nationalsozialisten verfemten, vertriebenen oder
ermordeten Musikschaffenden auseinandersetzen. Der Verein
exil.arte, der als österreichische Koordinationsstelle für
exil.musik fungiert und seit drei Jahren tätig ist, gab im Rahmen
der Veranstaltung einen Überblick über seine künstlerischen und
wissenschaftlichen Aktivitäten und stellte dabei erstmals die
nunmehr online verfügbare exil.arte-Datenbank über Nachlässe
verfemter Komponistinnen und Komponisten vor.
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer meinte in ihren
einleitenden Worten, der Satz von Elie Wiesel "Schweigen ist
verboten, Sprechen ist unmöglich" bringe wohl am besten zum
Ausdruck, was viele begabte Menschen getan haben, um mit ihren
Erfahrungen als NS-Opfer fertig zu werden. Gerade die
Musikerinnen und Musiker hätten durch ihre Werke nicht nur
Einblick in ihr Seelenleben gegeben, ihre Musik sei für uns heute
auch Ansatzpunkt zu einer weiter gehenden Auseinandersetzung mit
der NS-Zeit. Prammer erinnerte an die zahlreichen verfolgten
Künstlerinnen und Künstler, die Österreich nach 1945 nicht den
Rücken gekehrt haben, obwohl sie, wie sie sagte, viele Gründe
dafür gehabt hätten. Für uns sei dies Auftrag und Verantwortung,
dementsprechend ihre Werke zu würdigen und ihnen das zu geben,
was wir ihnen schon längst hätten geben müssen, betonte Prammer.
Die Initiative von exil.arte, im Wege einer Datenbank die Werke
dieser Musikschaffenden zu bewahren und der Öffentlichkeit
zugänglich zu machen, sei deshalb gerade vor diesem Hintergrund
besonders zu begrüßen.
Nach einer Videobotschaft von Barbara Zeisl-Schoenberg (Pomona
College) sprachen weiters Christoph Reuter (Universität Wien),
der Vizepräsident von exil.arte Michael Haas sowie der Leiter von
exil.arte Gerold W. Gruber. Künstlerisch umrahmt wurde die
Veranstaltung mit Ausschnitten aus den Werken von Robert
Fürstenthal, Ruth Schönthal, Hans Gal und Karl Weigl.
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