• 23.06.2010, 14:21:29
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Bester Produktionsstandort Österreichs - Wettbewerbssieger "Fabrik2010 - Österreichs beste Fabrik" gekürt

180 Tage haben die besten Produktionsstandorte Österreichs um den Titel Fabrik2010 gekämpft - gestern Abend in Linz wurde der Sieger ermittelt: die BMW Motoren GmbH in Steyr

Wien (OTS) - Mit der Präsentation der drei bestplatzierten
Standorte vor einer hochkarätigen Jury endete der diesjährige
Wettbewerb Fabrik2010. In einem dreistufigen Verfahren wurden
österreichische Unternehmen bewertet und verglichen bis sich
schlussendlich das BMW Motorenwerk in Steyr durchsetzte. Fraunhofer
Austria-Geschäftsführer Prof. Wilfried Sihn gratulierte als Leiter
der Jury und Mitinitiator des Wettbewerbs dem Team um Gerhard Wölfel,
Geschäftsführer der BMW Motoren GmbH im Rahmen des
Industriekongresses in Linz: "Es war ein Fotofinish zwischen BMW und
dem Zweitplatzierten, dem Robert Bosch Werk in Hallein in Salzburg.
Doch letztendlich überzeugte die Jury die Durchgängigkeit, wie am
Standort Steyr Einsparpotentiale identifiziert und realisiert wurden,
wie in den letzten fünf Jahren unter Einbezug aller Bereiche des
Werks und aller Mitarbeiter die Produktivität um über 40 % gesteigert
werden konnte. Das ist eine Erfolgsgeschichte, wie wir sie für unsere
heimischen Standorte brauchen und auch eine aktive Sicherung von
Arbeitsplätzen am Hochlohnstandort Österreich". BMW-Chef Gerhard
Wölfel unterstrich dies: "Unsere Vision ist in Steyr das weltbeste
Motorenwerk zu werden - das sind wir Dank unserer Mitarbeiter schon
in vielen Bereichen. Der Titel Fabrik2010 ist eine Bestätigung, dass
wir auf dem richtigen Weg sind und ein Ansporn für die gesamte
Belegschaft.

Große Palette an teilnehmenden Unternehmen

Diese Einschätzung teilte auch das Expertenteam der Fraunhofer
Austria, das im Mai und Juni 12 TOP-Unternehmen in ganz Österreich
bei Vorort-Besuchen evaluiert und verglichen hatte. "Nach 18.000
zurückgelegten Kilometern und 360 Stunden Untersuchung und
Inter-views bei den Vorfinalisten des Wettbewerbs Fabrik2010 haben
wir exzellente Lösungen gesehen." so Daniel Palm, Leiter des
Geschäftsbereichs Produktions- und Logistikmanagement der Fraunhofer
Austria. Dessen Team war für die Entwicklung des Bewertungsmodells,
die Herstellung der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen
Teilnehmern und der Expertenevaluierung zuständig. "Von der
Papierfabrik Mondi bis zum Kranspezialisten Palfinger, vom
chemisch-metallurgischen Unternehmen Treibacher bis zum Villacher
Chiphersteller Infineon, der in der Gesamtwertung den dritten Platz
einnahm, hatten wir eine extreme Bandbreite an Branchen,
Technologien, Unternehmenstypen und Fertigungsarten."

Schwierige Auswahl der Besten

"Eine faire Vergleichbarkeit herzustellen war nicht immer ganz
einfach. Aber eine klare Strategie, konsequente und ganzheitliche
Anwendung von Lean Management Methoden und die Implementierung eines
durchgängigen Produktionssystems waren die gemeinsamen
Erfolgsfaktoren der Besten", so Produktionsexperte Palm.
Projektleiter Christian Tischler von Fraunhofer ergänzte:
"Beeindruckend war oft das Engagement an den Standorten und die
Verbundenheit mit den Unternehmen. Mit viel Kreativität und
Kooperationsbereitschaft der Sozialpartner wurden Auftragseinbrüche
bewältigt, freie Ressourcen genutzt um Prozesse zu verbessern und
Mitarbeiter zu qualifizieren und mit Lean Production Methoden
Verschwendung abgebaut. Manche haben die Krise genutzt, um einen
Quantensprung in der Weiterentwicklung des Unternehmens zu machen.
Wenn plötzlich nach Kundenauftrag und nicht mehr auf Lager produziert
wird, dann erfordert das ein Umdenken bei allen Mitarbeitern im
Unternehmen und stellt alle Abläufe auf den Prüfstand. Aber die
Potentiale etwa zur Einsparung von Fertigwarenbeständen sind enorm.
Der Standort produziert eben dann genau das, was der Kunde will und
nicht mehr was er vermutlich brauchen könnte."

Sonderpreis Energieeffizienz

Der diesjährige Sonderpreis für energieeffiziente Lösungen am
Standort ging an die Senoplast Klepsch GmbH in Piesendorf, die sich
mit herausragendem Engagement im Umweltbereich, eigenem
Biomasseheizwerk und vielen Projekten und Lösungen zur
Energieeinsparung seit fast 30 Jahren zum ökologischen
Vorzeigebetrieb entwickelte. Es bot sich der Expertenjury ein
bemerkenswertes Gesamtbild, was sie überzeugte, dem Salzburger
Kunststoffhersteller den Sonderpreis Energieeffizienz zu verleihen.

Teilnehmer haben profitiert

Nicht nur Senoplast und die drei Finalisten haben vom Wettbewerb
Fabrik 2010 profitiert, sondern alle Teilnehmer. "Das Vergleichen mit
den Besten Österreichs, der Benchmark auch mit Branchenfremden, die
intensiven Diskussionen mit den Experten vor Ort und bei der
Abschlussveranstaltung in Linz schätzten alle teilnehmenden
Unternehmen" so Chefredakteur Florian Zangerl vom Industriemagazin
der gemeinsam mit Fraunhofer den Wettbewerb ausgeschrieben hatte.
"Viele haben bereits untereinander Benchmarkbesuche vereinbart oder
stehen mit Fraunhofer in Kontakt, wie man das Feedback der Experten
in Handlungsmaßnahmen überführen kann. Wir hoffen auf eine rege
Beteiligung beim Wettbewerb Fabrik2011."

Fabrik2010 - der Wettbewerb:

28 Unternehmen beteiligten sich am Wettbewerb des besten
Standortes Österreichs, der in diesem Jahr zum ersten Mal
durchgeführt wurde. Die Teilnehmer wurden ganzheitlich entlang der
gesamten internen Wertschöpfungskette evaluiert. Untersucht wurden
Logistik, Produktion und administrative Bereiche hinsichtlich
Effizienz- und Produktivitäts-Kriterien. Die Kernfrage war, mit
welchen Maßnahmen eine leistungsfähige und effiziente Wertschöpfung
am Standort verfolgt und damit auch aktive Standortsicherung
betrieben.

Der Wettbewerb bestand aus einer Selbstbewertung mit Fragebogen
und über 150 Fragen, einer eintägigen Vor-Ort-Evaluierung der
Vorfinalisten und einer Jury-Präsentation der drei Finalisten.

Die 12 Vorfinalisten waren:

- BMW Motoren GmbH, Steyr
- GM Powertrain Austria GmbH, Wien
- Hella Fahrzeugteile Austria GmbH, Großpetersdorf
- Henkel Central Eastern Europe GmbH, Wien
- Infineon Technologies Austria AG, Villach
- Mahle Filtersysteme Austria GmbH, St. Michael
- Mondi Neusiedler GmbH, Ulmerfeld-Hausmening
- Palfinger AG, Lengau
- Robert Bosch AG, Hallein
- Senoplast Klepsch & Co GmbH, Piesendorf
- Treibacher Industrie AG, Althofen
- Zumtobel Lighting GmbH, Dornbirn

Sieger des Wettbewerbs und Fabrik2010: BMW Motoren GmbH, Steyr
Platz 2: Robert Bosch AG, Hallein
Platz 3: Infineon Technologies Austria AG, Villach

Sonderpreis Energieeffizienz: Senoplast Klepsch & Co GmbH, Piesendorf

Rückfragehinweis:
und Bildmaterial:
Fraunhofer Austria Research GmbH
Dipl.-Ing. Daniel Palm
Tel. +43 676 888 616 02
email: [email protected]

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