• 23.06.2010, 12:53:31
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15 Jahre EU-Mitgliedschaft: Österreichische Ambivalenz - skandinavischer Optimismus?

Vertrauen in Europäische Integration durch aktiven Dialog stärken

Wien (OTS) - Am 24. Juni 1994 unterzeichneten Österreich, Finnland
und Schweden ihre EU-Beitrittsverträge. Seit 1. Jänner 1995 sind die
drei Länder Teil der EU. Die Österreichische Gesellschaft für
Europapolitik (ÖGfE) hat diese Jahrestage zum Anlass genommen, sich
das Meinungsbild der Bevölkerung im Vergleich anzusehen.

"15 Jahre nach dem EU-Beitritt steht in Schweden, Finnland und
Österreich weiterhin die Mehrheit der Bevölkerung dem europäischen
Integrationsprozess zustimmend gegenüber", so ÖGfE-Generalsekretär
Mag. Paul Schmidt. "Vergleicht man die Eurobarometer-Umfragen der
EU-Kommission, fällt jedoch auf, dass sich Skandinavier in vielen
Bereichen positiver als Österreicher äußern."

Gemäß Eurobarometer halten derzeit 42 % der Österreicher, 51 % der
Finnen und 57 % der Schweden die Mitgliedschaft für eine "gute
Sache". Die Zahl der EU-Gegner hält sich die Waage: Nur etwa ein
Fünftel der Befragten hat ein negatives Bild der EU.
"Im Vergleich zu Skandinaviern sind überdurchschnittlich viele
Österreicher unentschlossen und halten die Mitgliedschaft weder für
gut noch für schlecht", so Schmidt. "Es mangelt an Information
darüber, dass die EU kein abstraktes Bürokratenparadies ist, sondern
unser Leben in den verschiedensten Bereichen - von Telefongebühren,
zum Radweg und Park bis zur Flugpassagiersicherheit, dem Arztbesuch
im Urlaub, der Banküberweisung und der Müsliverpackung - auch positiv
beeinflusst."

Die Menschen in den drei Ländern schätzen die Möglichkeiten, die
die EU bietet und anerkennen ihr wirtschaftliches Potential. Die
Freiheit, innerhalb der Union reisen, studieren und arbeiten zu
können sowie Frieden und der Euro (in A und FIN) sind Pluspunkte.
Gerade in Österreich wird die EU jedoch - im Vergleich zu
Skandinavien - viel öfter mit Negativthemen, so etwa mit steigender
Kriminalität, Arbeitslosigkeit und Identitätsverlust, in Verbindung
gebracht.

"Österreicher sind auch vergleichsweise skeptisch, wenn es um die
Richtung geht, in die sich die EU entwickelt. Und auch den
Herausforderungen, die die Globalisierung mit sich bringt, wird in
Österreich mit Vorsicht begegnet", ergänzt Schmidt.

"In einem zentralen Punkt aber sind sich alle Befragten einig, was
vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise positiv stimmt",
betont Schmidt. "Die zukünftige Rolle des Euro wird in Österreich und
Finnland, und sogar in Schweden, das nach wie vor seine Krone hat,
optimistisch gesehen."

Welche Schlüsse lassen sich aus diesen Ergebnissen für die
EU-Kommunikation in Österreich ziehen?

"Durch aktiven Dialog kann das Vertrauen in politische
Entscheidungsabläufe gestärkt werden", so Schmidt. "Insbesondere
Politik und Medien sind gefordert, europäische Entscheidungen, bei
denen das offizielle Österreich stets mit am Tisch sitzt, fair zu
bewerten und zu erklären. Eine vertiefte Europäische Integration ohne
die Bürger dabei mitzunehmen wird es kaum geben. Ein direkter Draht
zu den Menschen würde uns der EU jedenfalls wieder ein Stück näher
bringen."

Nähere Informationen:
http://cms.euro-info.net/received/_6710_Artikel_230610.pdf

Rückfragehinweis:

Mag. Paul Schmidt, Generalsekretär
   Österreichische Gesellschaft für Europapolitik
   Tel.: 533 49 99
   Mobil: 0664 213 63 99
   E-Mail: [email protected]
   www.oegfe.at

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