- 22.06.2010, 08:00:13
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Zerstörung von Kunst im öffentlichen Raum Der Künstler erwägt rechtliche Schritte
Wien (OTS) - Die Jury von KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien
protestiert anlässlich ihrer heutigen Sitzung gegen die Zerstörung
und Beschädigung des Kunstwerkes "Licht-Sterne" von Gottfried
Bechtold, die 1987 vor dem Austria Center Vienna errichtet worden
war.
Vorgeschichte:
Anfang Jänner 2010 wurde die "Interkontinentale Skulptur
Licht-Sterne" des österreichischen Künstlers Gottfried Bechtold,
bestehend aus fünf monumentalen Steinen, vor dem Austria Center
Vienna entfernt und dabei zerstört. Das künstlerische Konzept
basierte auf dem Auffinden der insgesamt 316 Tonnen schweren,
Millionen von Jahren alten Steine- sie stammen aus den USA,
Brasilien, Australien, Marokko und der damaligen Sowjetunion - sowie
der Aufstellung der Objekte in ihrer unversehrter, kraftvoller
Materialität. Die aktuelle Zerstörung der Skulptur hat die IAKW-AG zu
verantworten, die das Kongresszentrum im Austria Center Vienna
betreibt und im März an Stelle der Steine ein Zelt errichtete.
Gottfried Bechtold wurde über die Demontage ebenso wenig informiert
wie die Institutionen, die sich in Österreich mit öffentlicher Kunst
befassen.
Mit dieser Vorgehensweise wurde auch für die KÖR-Jury ein
Präzedenzfall geschaffen. Tobia Bezzola, Jurymitglied von KÖR und
Kurator am Kunsthaus Zürich hält das Prozedere "schlichtweg für einen
Skandal, hier geht es um den Respekt vor der Kunst im öffentlichen
Raum". Gerald Matt, Mitverantwortlicher von KÖR und Direktor der
Kunsthalle Wien ergänzt: "Ein Akt rüden Vandalismus, ob aus Ignoranz
oder Willkür spielt hier keine Rolle. Dummheit schützt vor Strafe
nicht". Empört fügt er hinzu "Kunst darf kein Freiwild sein."
KÖR und DER STANDARD hatten gestern, Montag, 21. Juni ab 19 Uhr im
Kunsthalle Wien project space am Karlsplatz eine Podiumsdiskussion
zum Thema "Kunst im öffentlichen Raum - Was tun wenn man sie nicht
mehr will?" angesetzt, in der aus dem Fall resultierende Fragen um
Urheber- und Eigentumsrechte bei Kunst im öffentlichen Raum
diskutiert wurde.
Die eingeladenen Diskutanten waren Eva-Maria Höhle,
Generalkonservatorin des Bundesdenkmalamts, Bettina Leidl,
Geschäftsführerin von KÖR, Axel Anderl, Rechtsanwalt, Stephan
Schmidt-Wulffen, Rektor der Universität für bildende Kunst Wien und
Dietmar Steiner, Direktor des Architekturzentrums Wien.
Bettina Leidl, Geschäftsführerin von KÖR macht in diesem
Zusammenhang klar: "KÖR ist nicht nur dazu da für Kunst und die Stadt
Kunst im öffentlichen Raum möglich zu machen, sondern auch die Kunst
zu schützen."
KÖR verlangt für den Künstler eine Wiedergutmachung und
Wiederherstellung des Werkes. Gerald Matt überprüft die Möglichkeiten
einer Strafanzeige wegen schwerer Schachbeschädigung und Gottfried
Bechtold erwägt zur Zeit eine Klage wegen der Verletzung seiner
Urheberrechte.
Rückfragehinweis:
Mag. Katharina Murschetz,
Presse KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien,
Tel.: 52189-1221 mailto:[email protected]
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