- 21.06.2010, 11:18:03
- /
- OTS0105 OTW0105
Jede/r zweite ArbeitnehmerIn arbeitet ohne Krankenstand durch
AKNÖ-Haneder: Weniger Kranke - Seit 1980er Jahren wird eine Woche länger gearbeitet
Wien (OTS) - "Die österreichischen ArbeitnehmerInnen arbeiten
fleißiger denn je", stellte AKNÖ-Präsident Hermann Haneder anlässlich
des jüngst erschienenen WIFO-Krankenstandsreports fest. Seit den
1980er Jahren sanken die Fehlzeiten von 17,4 auf 11,1 Tage im Jahr
2008. Bedenklich ist allerdings die explosionsartige Zunahme von
psychischen Erkrankungen wegen Erschöpfungs- und Angstzuständen am
Arbeitsplatz. Haneder: "Hier muss etwas getan werden. Ein
Krankenstand wegen psychischer Gründe dauert so lange wie ein
Krankenstand wegen Magenkrebs."
Die Niederösterreichische Arbeiterkammer stellt mit Befriedigung
fest, dass durch den aktuellen Fehlzeitenreport, so die offizielle
Bezeichnung, auch das Märchen vom "Blauen Montag" entzaubert worden
ist. "Da an Freitag-Nachmittagen und Samstagen kaum geöffnete
Ordinationen zu finden sind, erfolgen Krankmeldungen erst an
Montagen", heißt es in der Studie. Verteilt man die Krankmeldungen
der Montage auf das Wochenende, dann ist der Montagsbuckel bei den
Krankmeldungen weg.
Haneder: Augenmerk auf ältere ArbeitnehmerInnen lenken
Der Krankenstandsreport belegt klar, dass es außerhalb des
öffentlichen Dienstes einen massiven Ausleseprozess von
ArbeitnehmerInnen gibt, die etwas höhere Krankenstände aufweisen.
"Leider wissen wir aus der Beratung, dass Kündigungen während eines
Krankenstandes sehr oft vorkommen. Sogar bevorstehende
Operationstermine oder gar bewilligte Kuraufenthalte führen oft zum
Verlust des Arbeitsplatzes", untermauert der AKNÖ-Präsident die
Studienergebnisse. Ältere ArbeitnehmerInnen gehen viel seltener als
jüngere in den Krankenstand, doch dauert die Genesung im Falle einer
Erkrankung länger. Die Fehlzeiten haben sich jedenfalls in den
vergangenen 20 Jahren stark reduziert, obwohl es viel mehr ältere und
weniger junge ArbeitnehmerInnen gibt. "Kuraufenthalte zur
Gesundheitserhaltung dürfen kein Privileg von ArbeitnehmerInnen mit
sehr sicheren Arbeitsplätzen sein. Der betrieblichen
Gesundheitserhaltung sollte viel mehr Augenmerk geschenkt werden",
ergänzt AKNÖ-Gesundheitsexperte Dr. Bernhard Rupp. "Insbesondere der
Bereich der psychischen Belastungen bereitet große Probleme. In
Europa setzen lediglich 26% der Unternehmen ernstzunehmende
Anti-Stress-Verfahren zum Schutz der ArbeitnehmerInnen ein", verweist
Bernhard Rupp auf die aktuelle ESENER-Studie der Europäischen Agentur
für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Zur dringend
notwendigen Verbesserung der aktuellen Beratungs- und
Betreuungsstrukturen zur Unterstützung der psychischen Gesundheit der
ArbeitnehmerInnen fordert daher die AKNÖ auch den umfassenden
verpflichtenden Einsatz von Arbeits- und OrganisationspsychologInnen
in Unternehmen.
Rückfragehinweis:
Peter Sonnberger
AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (01) 58883-1247
[email protected]
http://noe.arbeiterkammer.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKN






