- 18.06.2010, 08:57:13
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Islamisches Zentrum - Floridsdorfer BV-Lehner: "Sachliche Debatte bei der Bürgerversammlung"
Alle Fragen der AnrainerInnen wurden beantwortet, Mediationsverfahren wird eingeleitet
Wien (OTS/SPW-K) - "Es war eine überwiegend sachliche Diskussion",
resümiert der Floridsdorfer Bezirksvorsteher Ing. Heinz Lehner nach
der Bürgerversammlung zum islamischen Zentrum in der Rappgasse. Die
Veranstaltung wurde direkt in dem Zentrum abgehalten. Neben dem
Bezirksvorsteher waren Vertreter von ATIB, diversen
Magistratsdienststellen und der Polizei anwesend. Der
Bezirksvorsteher hatte 870 AnrainerInnen namentlich eingeladen, rund
120 Personen waren dieser Einladung gefolgt.
Bezirksvorsteher Lehner stellte neuerlich klar, dass es sich bei
dem islamischen Zentrum um einen Privatkauf gehandelt hat, von dem er
erst nach Abwicklung des Kaufs erfahren hat. Grundsätzlich verwies er
auf die geltende Rechtslage, wonach es für ihn als Bezirksvorsteher
keine rechtlichen Möglichkeiten gibt, in diesen Kauf einzugreifen:
"Ich wurde weder vor dem Kauf noch nach dem Kauf gefragt", sagte
Lehner.
Dr. Nihat Koca, stellvertretender Vorsitzender des Vereins ATIB,
stellte die Pläne für die Rappgasse vor. Auf etwa 1.800 Quadratmetern
auf zwei Ebenen sollen entstehen: zwei Gebetsräume, eine Kantine,
Büros, Hobby-, Freizeit- und Seminarräume, ein Kindergarten und ein
kleines Geschäftslokal ohne Zugang nach außen. Was tatsächlich
realisiert wird, hänge laut Koca von den noch einzuholenden
Bewilligungen und Genehmigungen ab. Er betonte, das Hauptaugenmerk
von ATIB liege bei Integration und Sprachförderung. So werden
beispielweise im Kindergarten österreichische PädagogInnen
beschäftigt, um den Kindern deutsch beizubringen. Im Sinne des
Integrationsgedankens wiesen die ATIB-Vertreter auch das Ansinnen
mancher AnrainerInnen zurück, das Zentrum an den Stadtrand zu
verlegen. Das Zentrum sei jedenfalls für alle BesucherInnen offen,
auch die Predigten würden - auf Wunsch und gegen Voranmeldung -
simultan übersetzt.
Die Vertreter der BI Rappgasse beklagte eine schleppende
Information seitens der Bezirksvorstehung, befürchtet
Parkplatzmangel, Lärm und eine Abwertung der umliegenden Wohnungen.
Man habe "Angst" vor den Menschen, die das Zentrum besuchen würden.
Die Informationsverzögerung seitens der Bezirksvorstehung stellte
sich als Kommunikationsproblem heraus, das einstweilen behoben wurde.
Die Ängste der AnrainerInnen hat der ATIB-Vertreter versucht zu
zerstreuen. Auch wurden die hohen, von den AnrainerInnen befürchteten
Besucherzahlen angezweifelt. Wie viele Besucher in das Zentrum kommen
dürfen, hänge letztendlich von den amtlichen Genehmigungen ab, sagte
Dr. Koca.
Nach etwas mehr als zwei Stunden war die von Dr. Peter Resetarits
moderierte Versammlung beendet. "Es wurden alle Fragen beantwortet.
Auch wenn nicht jede und jeder mit den Antworten zufrieden war habe
ich doch das Gefühl, man ist sich ein Stück näher gekommen. Die
Ängste wurden zerstreut oder sind zumindest geringer geworden", sagte
Bezirksvorsteher Lehner. Er erneuerte seine Zusage, weiterhin in
Kontakt mit den ArainerInnen, mit den zuständigen Dienststellen der
Stadt und mit ATIB zu bleiben und auf die Einhaltung aller
Bestimmungen zu achten. Der Bezirksvorsteher wird auch ein
Mediationsverfahren einleiten, das am Tag davor in der
Bezirksvertretungssitzung auf Antrag der ÖVP, gegen die Stimmen der
FPÖ beschlossen wurde.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
SPÖ-Klub Rathaus, Presse
Thomas Kluger
Tel.: (01)4000-81941,F:(01)5334727-8194
mailto:[email protected]
http://www.rathausklub.spoe.at
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