- 17.06.2010, 10:41:31
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Spitalsärzte 2: Durchschnittsverdienst ist weit entfernt von Topgehältern
Mit 21,40 Euro pro Stunde liegen Wiener Spitalsärzte deutlich unter den Gehältern von Managern oder Geschäftsführern
Wien (OTS) - Interessante Daten hat die Studie auch hinsichtlich
des Durchschnittsverdienstes von Spitalsärzten in Wien ergeben. Laut
Kollektivvertragsschema beträgt demnach der Durchschnittsverdienst
eines angestellten Arztes in Wien exakt 21,40 Euro pro Stunde. Damit
liegen Spitalsärzte deutlich unter dem Schnitt von leitenden
Managern, Geschäftsführern oder leitenden Beamten im öffentlichen
Dienst, wie die Statistik Austria ermittelt hat. ****
In der Regel beträgt der Erstverdienst eines angestellten Arztes
inklusive Zulagen in etwa 2500 Euro brutto pro Monat. "Damit
inkludiert ist aber oft eine 72-Stunden-Woche", betont der
stellvertretende Obmann der Kurie angestellte Ärzte und
Primarärztereferent der Ärztekammer für Wien, Robert Hawliczek.
Hinsichtlich der Gehaltsfrage weist Hawliczek auch darauf hin,
dass Spitalsärzte nicht nur deutlich mehr als der Durchschnitt der
unselbstständig Erwerbstätigen in Österreich arbeiten, sie fangen
auch später in ihrem Berufsleben an: Oft ist die Facharztausbildung
erst mit 35 Jahren abgeschlossen. "Angestellte Ärztinnen und Ärzte
verdienen gut, aber sicher nicht zu viel und schon gar nicht
entsprechend ihren Qualifikationen", betont Hawliczek.
Die Spitalsärzte wollen dabei weder Klage führen noch
Ungerechtigkeiten anklagen: "Wir möchten nur festhalten, dass
Führungskräfte in den meisten Branchen wesentlich mehr Gehalt
beziehen als Fachärzte im angestellten Status und mit Dienstzulage",
ergänzt Szekeres.
Tatsache sei, dass Fachärzte in der Regel eine zwölfjährige
Ausbildung hinter sich haben, während der Ausbildung schlecht bezahlt
wurden und oft lange Wartezeiten in Kauf nehmen mussten und so zu den
"Späteinsteigern" zählen: "In diesem Alter haben viele Menschen
bereits Familie und Eigentumswohnung sowie mit der Vermögensbildung
begonnen", meint Szekeres.
Wien wird zukünftig mehr Spitalsärzte brauchen
Die Kurie verfolgt in Wien ein klares Ziel: "Mehr Grundgehalt für
angestellte Fachärzte, weniger bürokratische Tätigkeiten und
insgesamt eine Reduktion der Arbeitszeit, sodass mehr Zeit für
Forschung und Weiterbildung bleibt." Dazu müssten nicht nur mehr
Ärztinnen und Ärzte für die Zukunft ausgebildet werden und
organisatorische Umschichtungen im Gesundheitswesen stattfinden,
sondern auch neue Schnittstellen zwischen niedergelassenen Ärztinnen
und Ärzten und dem Spitalsbereich geschaffen werden.
"Das führt mittelfristig auch zu Qualitätsverbesserungen und
Kostenminimierungen ohne merkbare Einschnitte", betonen Szekeres und
Hawliczek, die insbesondere auf die "Notwendigkeit von verstärkten
Vorsorgemaßnahmen, gerade bei Jugendlichen, und die
Zurverfügungstellung von Pflegebetten und Pflegeressourcen"
verweisen. "Die Altenbetreuung wird angesichts der demografischen
Entwicklung eine der großen Herausforderungen der Zukunft sein", so
Szekeres, der sich zudem neue Karrieremodelle sowie neue
Berufsbilder, sowohl bei Fachärzten als auch im qualifizierten
Pflege- und Betreuungsbereich, wünscht. Hier müssten die Ressourcen
noch besser verteilt werden, so der Vizepräsident. (hpp)
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
http://www.aekwien.at
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