- 17.06.2010, 09:55:27
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"Archiv der Zeitgenossen" in Krems eröffnet
LH Pröll: "Künstlern eine Bühne für ihr Werk geben"
St. Pölten (OTS/NLK) - Mit dem Ankauf der Vorlässe des
Schriftstellers Peter Turrini und des Komponisten Friedrich Cerha
legte die NÖ Landesregierung im Jahr 2009 den Grundstein für ein
Archiv, das der Sammlung von Vor- und Nachlässen herausragender
Persönlichkeiten in Literatur, Musik und anderen Kunstsparten
gewidmet ist. Am gestrigen Mittwochabend, 16. Juni, wurde nun das
neue "Archiv der Zeitgenossen" in Krems durch Landeshauptmann Dr.
Erwin Pröll eröffnet.
"Wir wollen den Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne für ihr
Werk geben", sagte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll im Zuge der
Eröffnung. Gleichzeitig sei mit diesem "lebendigen Archiv" die Chance
verbunden, "sich mit den Zeitgenossen und ihrem Werk auf
wissenschaftlicher Ebene auseinanderzusetzen", betonte der
Landeshauptmann im Gespräch mit Moderatorin Mag. Christiane
Teschl-Hofmeister. "Von der wissenschaftlichen Auseinandersetzung
kann die jeweilige Zeit viel profitieren", so Pröll, und "dies ist
eine riesige Chance für die nächsten Generationen." Der Ankauf der
Vorlässe durch das Land sei auch ein Signal dafür, "dass wir in
diesem Land Respekt gegenüber den Künstlerinnen und Künstlern in Wort
und Tat zeigen und dass wir Wert darauf legen, dass die künstlerische
Freiheit hochgehalten wird". Eine offensive Kulturpolitik präge nicht
nur das Selbstbewusstsein des Landes, sondern mit der Kulturarbeit
seien durchaus auch materielle Zielsetzungen verbunden, sagte der
Landeshauptmann: "Gerade die Kulturarbeit löst auch starke regionale
wirtschaftliche Impulse aus."
"Die menschliche Fantasie lodert oft besser, wenn es ein
Miteinander gibt", meinte der Schriftsteller Peter Turrini im
Gespräch mit der Moderatorin. Auf die Frage nach seinem
Niederösterreich-Bezug sagte der im Retzer Land lebende Autor: "Ich
bin ein fröhlicher Niederösterreicher geworden." Der Komponist Prof.
Friedrich Cerha meinte auf die Frage, ob ihm der Abschied von seinen
Werken und Dokumenten schwer gefallen sei: "Der Abschied ist mir
nicht leicht gefallen, aber es hat den Abschied leichter gemacht,
dass diese Dinge hier öffentlich zugänglich sind."
Das neue "Archiv der Zeitgenossen" soll vor allem der fachkundigen
Lagerung, Pflege und wissenschaftlichen Betreuung des künstlerischen
Schaffens der zeitgenössischen Künstler dienen. Die Tätigkeit des
Archivs wird neben der Erschließung der Bestände auch die Konzeption
und Durchführung von Forschungsprojekten und wissenschaftlichen
Tagungen sowie die Herausgabe von Publikationen umfassen. Das Archiv
der Zeitgenossen wird im Rahmen des Vermittlungsangebotes für Schulen
und auch für die kulturinteressierte Öffentlichkeit offen stehen.
Mit den Vorlässen von Friedrich Cerha und Peter Turrini und dem
Pevny-Turrini-Archiv werden insgesamt rund 570 originale
Werkmanuskripte/-partituren und über 5.000 Briefe archiviert und der
wissenschaftlichen Bearbeitung zugänglich gemacht. Ein umfangreicher
Bestand an Rezeptionsdokumenten (Zeitungsausschnitte, Fotos,
Programmmaterial usw.) ergänzt die Sammlung.
Geleitet wird das am Campus der Donau-Universität Krems
untergebrachte Archiv der Zeitgenossen als wissenschaftliche
Einrichtung des Landes Niederösterreich von der Donau-Universität
Krems. Die Gestaltung der Archivräume erfolgte nach einem Entwurf des
Architekten Adolf Krischanitz.
Nähere Informationen: www.archivderzeitgenossen.at
Rückfragehinweis:
Niederösterreichische Landesregierung
Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit und Pressedienst
Tel.: 02742/9005-12172
www.noe.gv.at/nlk
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