Nein zur Verlosung von Schönheitsoperationen!

Stellungnahme des Wiener Programms für Frauengesundheit

Wien (OTS) - Die Vertreterinnen des Wiener Programms für Frauengesundheit lehnen Verlosungen von schönheitschirurgischen Eingriffen, wie sie eine Tageszeitung derzeit propagiert, explizit ab.

Medizinische Verharmlosung

"Schönheitsoperationen sind keine harmlosen Eingriffe." Eine klare Aussage von Prof.in Maria Deutinger, österreichische Gesellschaft für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie, der wir uns inhaltlich in vollem Umfang anschließen. Jeder ästhetisch-chirurgische Eingriff birgt gewisse Risiken, wie Wundheilstörungen, mögliche Vernarbungen oder Komplikationen im Zuge der Narkose. Jedenfalls sind die Eingriffe mit postoperativen Schmerzen verbunden. Diese Auswirkungen bleiben in Werbeaktionen und Hochglanzbroschüren meist unerwähnt. Das Ergebnis des Eingriffs entspricht häufig nicht den Erwartungen der Kundinnen. Fakt ist: Ein schwankendes Selbstwertgefühl kann durch eine "Schönheits"-Operation alleine nicht behoben werden!

Körper auf Bestellung

Schönheitsoperationen werden durch Verlosungs-Aktionen verharmlost und erzeugen den Anschein eines allgemeinen Bedürfnisses von jungen Mädchen und Frauen nach derartigen Eingriffen. Sie suggerieren die Möglichkeit, den eigenen Körper wie eine Ware nach Katalog bestellen zu können. Dadurch wird jedoch die Verunsicherung bei jungen Mädchen und Frauen mit ihrem Körper verstärkt. Der Körper wird zum Objekt eines Gewinnspiels degradiert.

Hochglanzlügen

Dabei sollte allerdings eines nicht vergessen werden: Jene Bilder, an denen sich viele Frauen orientieren, nämlich die Fotos in den Medien, in Hochglanzmagazinen und Filmen, entsprechen nicht der Realität. Jedes Foto in einem Hochglanzmagazin ist retuschiert. Je mehr die einfache Machbarkeit eines "designten Körpers" propagiert wird, desto größer wird der Druck, sich diesen Bildern zu unterwerfen.

Fazit: Das Wiener Programm für Frauengesundheit lehnt eine "Verlosung" von "Schönheitsoperationen" ab. Mit derartigen Botschaften wird nicht nur der Eindruck verbreitet, eine standardisierte, vorgegebene Schönheit sei ein notwendiges, erstrebenswertes Bedürfnis, das in jeder Frau/jedem Mann geweckt werden soll, sondern auch, weil mit dem "Geschenk" eines solchen Eingriffs die Würde des Menschen an sich angegriffen wird.

Rückfragen & Kontakt:

Ao. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger
Wiener Frauengesundheitsbeauftragte
Telefon: +43 1 4000 87160
E-Mail: beate.wimmer-puchinger@wien.gv.at

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