OTS0054   17. Juni 2010, 09:45

Nein zur Verlosung von Schönheitsoperationen!

Stellungnahme des Wiener Programms für Frauengesundheit


Die Vertreterinnen des Wiener Programms für
Frauengesundheit lehnen Verlosungen von schönheitschirurgischen
Eingriffen, wie sie eine Tageszeitung derzeit propagiert, explizit
ab.

Medizinische Verharmlosung

"Schönheitsoperationen sind keine harmlosen Eingriffe." Eine klare
Aussage von Prof.in Maria Deutinger, österreichische Gesellschaft für
plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie, der wir uns
inhaltlich in vollem Umfang anschließen. Jeder
ästhetisch-chirurgische Eingriff birgt gewisse Risiken, wie
Wundheilstörungen, mögliche Vernarbungen oder Komplikationen im Zuge
der Narkose. Jedenfalls sind die Eingriffe mit postoperativen
Schmerzen verbunden. Diese Auswirkungen bleiben in Werbeaktionen und
Hochglanzbroschüren meist unerwähnt. Das Ergebnis des Eingriffs
entspricht häufig nicht den Erwartungen der Kundinnen. Fakt ist: Ein
schwankendes Selbstwertgefühl kann durch eine "Schönheits"-Operation
alleine nicht behoben werden!

Körper auf Bestellung

Schönheitsoperationen werden durch Verlosungs-Aktionen verharmlost
und erzeugen den Anschein eines allgemeinen Bedürfnisses von jungen
Mädchen und Frauen nach derartigen Eingriffen. Sie suggerieren die
Möglichkeit, den eigenen Körper wie eine Ware nach Katalog bestellen
zu können. Dadurch wird jedoch die Verunsicherung bei jungen Mädchen
und Frauen mit ihrem Körper verstärkt. Der Körper wird zum Objekt
eines Gewinnspiels degradiert.

Hochglanzlügen

Dabei sollte allerdings eines nicht vergessen werden: Jene Bilder, an
denen sich viele Frauen orientieren, nämlich die Fotos in den Medien,
in Hochglanzmagazinen und Filmen, entsprechen nicht der Realität.
Jedes Foto in einem Hochglanzmagazin ist retuschiert. Je mehr die
einfache Machbarkeit eines "designten Körpers" propagiert wird, desto
größer wird der Druck, sich diesen Bildern zu unterwerfen.

Fazit: Das Wiener Programm für Frauengesundheit lehnt eine
"Verlosung" von "Schönheitsoperationen" ab. Mit derartigen
Botschaften wird nicht nur der Eindruck verbreitet, eine
standardisierte, vorgegebene Schönheit sei ein notwendiges,
erstrebenswertes Bedürfnis, das in jeder Frau/jedem Mann geweckt
werden soll, sondern auch, weil mit dem "Geschenk" eines solchen
Eingriffs die Würde des Menschen an sich angegriffen wird.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0054 2010-06-17 09:45 170945 Jun 10 NRK0007 0313



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Rückfragehinweis: Ao. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger
Wiener Frauengesundheitsbeauftragte
Telefon: +43 1 4000 87160
E-Mail: beate.wimmer-puchinger@wien.gv.at

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