- 16.06.2010, 10:39:34
- /
- OTS0089 OTW0089
Glücksspielgesetznovelle bringt Verbesserungen für Konzerne - nicht für KonsumentInnen
Diakonie eröffnet heute Spielsuchtambulanz in Kärnten
Wien (OTS) - "Das Prinzip "Angebot schafft Nachfrage" bewahrheitet
sich leider im Bereich des Glücksspiels immer wieder. Jeder kann sich
selbst ausrechnen, was eine Erhöhung der Einsätze von Spielerinnen
und Spielern pro einsekündigem Spiel von 0,5 Euro auf 10 Euro (!)
bedeutet. Diese Gesetzgebung als "Schutzbestimmung" zu bezeichnen ist
eine Verhöhnung der Konsumenten", kritisiert Michael Chalupka,
Direktor der Diakonie Österreich die heute im Parlament zu
diskutierende Novelle zum Glücksspielgesetz. "Diese Novelle wirkt
sich nur auf große Konzerne positiv aus und dient nicht dem Schutz
der Konsumenten. Dass aber adäquate Schutzmechanismen dringend
geboten wären, zeigt die notwendige Ausweitung des therapeutischen
Angebots. Die Diakonie eröffnet deshalb heute in Villach eine
Spielsuchtambulanz."
Univ. Prof. Dr. Herwig Scholz, Primarius der Spielsuchtambulanz
und des Krankenhauses de La Tour der Diakonie Kärnten, bekräftigt:
"Vor dem Jahr 2000 gab es in Kärnten nur ganz sporadisch
Spielsüchtige, die behandelt werden mussten. 1997 wurde dann das
Gesetz zum "Kleinen Glücksspiel" geändert - heute bedarf es einer
umfangreichen therapeutischen Arbeit, hunderte von Spielern brauchen
eine ambulante oder stationäre Therapie, vom Leid der Familien ganz
abgesehen. Die jetzige Novelle wiederum wird nicht verhindern, dass
auch künftig mit einem Anstieg der Spielsüchtigen zu rechnen ist,
ganz im Gegenteil, sie wird die Entwicklung höchstwahrscheinlich noch
beschleunigen."
Dass das vorliegende Gesetz nicht wie üblich einem
Begutachtungsverfahren unterzogen wurde, wirft Fragen auf.
Diakonie-Direktor Chalupka fordert daher die Bundesregierung auf, den
Entwurf vor Beschlussfassung einem objektiven Begutachtungsverfahren
vorzulegen. "Nur unter Einbindung von Expertinnen und Experten kann
gewährleistet werden, dass weitere Spielsuchtambulanzen nicht mehr
nötig sein werden.", so Chalupka abschließend.
Eröffnung der Spielsuchtambulanz / Angebote der Diakonie zum Thema
Spielsucht
Die Spielsuchtambulanz der Diakonie in Kärnten bietet unter
anderem Beratung für Betroffene und Angehörige, Einzel- und
Gruppentherapie sowie Vermittlung in stationäre
Therapieeinrichtungen. Das Angebot der Spielsuchtambulanz de La Tour
richtet sich nicht nur an Spielsüchtige, sondern auch an Internet-
und Computersüchtige, Kaufsüchtige und an Menschen mit anderen Formen
von Verhaltenssüchten. Die Betreuung für die Betroffenen ist
vertraulich und kostenlos.
Die Diakonie Kärnten betreibt für Menschen mit
Abhängigkeitserkrankungen auch das Sonderkrankenhaus de La Tour in
Treffen bei Villach. Zielgruppe sind Menschen mit einer Alkohol- oder
Medikamentenabhängigkeit, Spielsucht bzw. Menschen, die Kombinationen
aus diesen Abhängigkeiten entwickelt haben. Weiters wird am
Landeskrankenhaus Villach auch eine Ambulanz für substanzgebundene
Abhängigkeitserkrankungen geführt.
Rückfragehinweis:
Mag. Bettina Klinger/Leitung Kommunikation Diakonie Österreich Tel: (+43) 1 409 80 01-14 Mobil: (+43) 664 314 93 95 E-Mail: [email protected] Internet: www.diakonie.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | DIK






