OTS0009   16. Juni 2010, 08:01

Melatonin, Hormon der Nacht: Besser schlafen, länger leben


   München (ots) - Längster Tag, kürzeste Nacht, wenigstes Melatonin.
Das ist das schlafmedizinische Profil der Sonnenwende am 21. Juni. 
Wenn der Zentralkörper unseres Planetensystems seinen Höchststand 
erreicht, sind die Aussichten auf gesunden Schlaf am niedrigsten.

   Hochgradige Schlafprobleme häufen sich im Sommer. Oft werden sie 
im Zusammenspiel mit Gesundheitsstörungen wie 
Herz-Kreislauf-Beschwerden, Übergewicht oder chronischen Schmerzen 
gesehen. Betroffene neigen zur Selbstmedikation. Doch Tiefschlaf 
erfordert das Zusammenspiel wichtiger Hormone. Die Experten für 
gesundes Altern der GSAAM e.V. (Deutsche Gesellschaft für Prävention 
und Anti-Aging Medizin), stufen Schlaf als Boxenstopp des Körpers 
ein. Impulse der Zirbeldrüse signalisieren den Organen die Tageszeit,
beziehungsweise die Jahreszeit. Das geschieht mit Melatonin, dem 
Mutterhormon unserer inneren Uhren. Der Organismus verändert eine 
Reihe metabolischer Faktoren wie die Absenkung der Temperatur 
speziell für die nachts anstehenden Maßnahmen an Reparatur und 
Verjüngung. Nachtschlaf ist der wichtigste Auslöser für die 
Ausschüttung des Wachstumshormons. Schon im Körper junger Männer wird
ein Defizit beobachtet, vermutlich wegen erhöhtem Blutzucker durch 
Süßigkeiten und andere Kohlenhydrate spät am Abend. Gleichzeitig wird
die Bildung des Botenstoffs für die Appetitsteuerung, Leptin, 
gehemmt. Eine kurze Nacht führt tagsüber oft zu Heißhunger. Ergebnis:
Übergewicht und schlaffe Muskeln.

   Unser so genanntes Schlafhormon Melatonin ist auch für Tiere und 
sogar in der Pflanzenwelt - in Baldrian, Johanniskraut und Algen - 
einer der wichtigsten Botenstoffe. Es ist ein Antioxidanz, ein 
Schutzstoff für Nervenzellen des Gehirns und Kampfstoff gegen 
Krankheitserreger. Melatonin steuert unsere Chronobiologie, und die 
Anti-Aging-Medizin berücksichtigt das.

   Dem Menschen steht mit zunehmendem Alter immer weniger Melatonin 
zur Verfügung. Das ist mit großer Wahrscheinlichkeit die Ursache für 
alterstypische Schlafstörungen. Sie können verschwinden, wenn durch 
die Zuführung von bioidentem Melatonin der frühere Spiegel wieder 
erreicht wird.

   Hormonpräparate sind bei uns verschreibungspflichtig.
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OTS0009 2010-06-16 08:01 160801 Jun 10 EUN0004 0299



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Dr. Jan-Dirk Fauteck
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