- 15.06.2010, 16:32:23
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Weiter erhebliche Investitionen in den Schutz vor Naturgefahren
LH Sausgruber und LR Schwärzler: Maßnahmen erhöhen Sicherheit für die Menschen
Bregenz (OTS/VLK) - Vor genau 100 Jahren, am 15. Juni 1910, wurde
Vorarlberg von einem verheerenden Hochwasser heimgesucht. Der Schaden
war - wie nach dem Jahrhundert-Hochwasser im August 2005 - enorm. Die
Erinnerung an solche Ereignisse gilt es wach zu halten, betonte
Landeshauptmann Herbert Sausgruber anlässlich eines Fachsymposiums
heute, Dienstag, im Landhaus in Bregenz. "Je bewusster uns die
Gefahren der Natur sind, desto größer ist das Verständnis der
Menschen für die kräftigen Investitionen in diesem Bereich", ergänzte
der für Schutzwasserbau zuständige Landesrat Erich Schwärzler.
Obwohl in den meisten Landesteilen Vorarlbergs ein hohes Maß an
Sicherheit in Sachen Hochwasserschutz erreicht ist, bleibt immer ein
gewisses Restrisiko, erläuterte der Landesrat weiter: "Weil es in der
Natur keine absolute Sicherheit gibt, setzen wir auf einen Integralen
Hochwasserschutz und einen konstruktiven Umgang mit dem
Unvermeidbaren". Der ganzheitliche, umfassende Ansatz umfasst die
räumliche Vorsorge ebenso wie den privaten und betrieblichen
Objektschutz, den Schutzwasserbau und den Katastrophenschutz.
"Zentrales Ziel des Landes ist es, auf allen Ebenen für künftige
Ereignisse bestmöglich gerüstet zu sein und das Hochwasserrisiko
durch zielgerichtete Maßnahmen so gut wie möglich zu minimieren",
machte der Landeshauptmann vor den versammelten Fachleuten deutlich.
Bis 2015 sollen in Vorarlberg jährlich rund 36 Millionen Euro in den
Schutzwasserbau investiert werden.
Erinnerung soll sensibilisieren
Veranstaltungen wie das Fachsymposium "100 Jahre Hochwasser 1910 -
Geschichte und Strategie zum Hochwasserschutz in Vorarlberg" tragen
laut Sausgruber dazu bei, das Verständnis für nötige Schutzmaßnahmen
entsprechend hoch zu halten. Landesarchivar Alois Niederstätter
berichtete eindrücklich über das Hochwasser am 14. und 15. Juni 1910
in Vorarlberg. Über die Geschichte der Gewässerregulierung im Land
informierten Martin Weiß von der Abteilung Wasserwirtschaft und
Andreas Reiterer von der Wildbach- und Lawinenverbauung. Zum
Schutzwasserbau von 1910 bis 2010 sprach Heinz Stiefelmeyer vom
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und
Wasserwirtschaft in Wien. Die konkreten Ziele und Maßnahmen des
Landes bis 2015 in den Bereichen Hochwasserschutz und
Gewässerentwicklung skizzierte Thomas Blank von der Abteilung
Wasserwirtschaft.
Kostspieligen Schäden vorbeugen
Schutz vor den Gefahren der Natur gibt es nicht zum Nulltarif. "Im
Katastrophenfall sind die Folgen eines Hochwassers jedoch weit
weniger kostspielig, wenn zuvor geeignete Vorkehrungen getroffen
wurden", rechnet Schwärzler vor. Von großer Bedeutung sind seiner
Meinung nach die regional organisierten Sicherheitsstrukturen in
Vorarlberg: "Sie sichern im Ernstfall eine rasche Hilfeleistung durch
die Einsatzkräfte". So sieht das auch der Landeshauptmann: "Es hat
sich schon mehrfach gezeigt, dass sich Vorarlbergs Bevölkerung auf
die hohe Motivation und gute Zusammenarbeit der heimischen Hilfs- und
Rettungskräfte verlassen kann".
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