- 15.06.2010, 10:28:56
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Investitionsquote und Kreditaufnahmen der Unternehmen 2009 stark rückläufig
Statistik-Austria- und OeNB-Publikation zu volkswirtschaftlichen Aktivitäten
Wien (OTS) - Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte 2009 im Vergleich
zu 2008, nicht zuletzt aufgrund des starken Rückgangs der
Investitionen der Unternehmen, zeitgleich mit geringeren
Kreditaufnahmen bei Banken. Die Stagnation des verfügbaren Einkommens
der privaten Haushalte reduzierte die Sparquote und private Haushalte
investierten dadurch weniger in Finanzanlagen. Der Staat erhöhte sein
Defizit (krisenbedingt) und finanzierte es vor allem mit Anleihen,
die überwiegend von österreichischen Banken erworben wurden.
Die Statistik Austria und die Oesterreichische Nationalbank (OeNB)
präsentieren heute erstmals gemeinsam eine integrierte Darstellung
aller volkswirtschaftlichen Aktivitäten - zusammengefasst in den
Nichtfinanziellen Sektorkonten und der Gesamtwirtschaftlichen
Finanzierungsrechnung - im Rahmen der Sonderpublikation "Sektorale
VGR in Österreich 2009". Diese Publikation berücksichtigt sowohl das
wirtschaftliche Umfeld als auch die Investitions- und
Finanzaktivitäten der einzelnen Sektoren in der österreichischen
Volkswirtschaft und legt umfangreiches Datenmaterial für die Jahre
2005 bis 2009 einschließlich relevanter Kennzahlen vor.
So ist beispielsweise für 2009 ersichtlich, dass das verfügbare
Einkommen der privaten Haushalte nominell nur 0,1% gegenüber 2008
gewachsen ist. Hinter dieser Stagnation verbergen sich allerdings
gegenläufige Entwicklungen: Einerseits ein Anstieg der
Arbeitnehmerentgelte von 1,5% sowie eine Verringerung der Steuern auf
Einkommen um 8,2%, andererseits ein Rückgang des Vermögenseinkommens
um nahezu ein Drittel. Die Sparquote sank von 12% im Jahr 2008 auf
11% im Jahr 2009. Durch die geringere Ersparnisbildung ging auch die
Veranlagungstätigkeit der Haushalte zurück. Die Geldvermögensbildung
reduzierte sich von 19,4 Mrd EUR (2008) auf 15,1 Mrd EUR (2009) - ein
Minus von 22%. Mehr als die Hälfte der gesamten Finanzinvestitionen
floss in Bargeld und Bankeinlagen (8,6 Mrd EUR).
Gleichzeitig brachen die Investitionen der Unternehmen krisenbedingt
ein. Die Bruttoanlageinvestitionen sanken gegenüber 2008 um 8,2%. Die
Nettoinvestitionsquote sank dementsprechend von 11,6% (2008) auf 8,6%
(2009). Hand in Hand mit diesem Rückgang der Investitionstätigkeit
gingen auch die Kreditaufnahmen stark zurück. 2009 wurden per saldo
Kredite, vorwiegend bei inländischen Banken, um mehr als 1 Mrd EUR
netto getilgt. Die gesamte Finanzierung der Unternehmen über Kredite,
Wertpapiere und Eigenkapitalerhöhungen reduzierte sich auf ein
Drittel: von 25,5 Mrd EUR (2008) auf 8,1 Mrd EUR (2009).
Konnten die Unternehmen ihren Finanzierungsbedarf deutlich senken, so
wuchs krisenbedingt die Nettoschuldenaufnahme des Staates auf 9,6 Mrd
EUR im Jahr 2009 an. Während die Staatseinnahmen im Vergleich von
2008 zu 2009 um 2,8 Mrd EUR(-2,0%) geringer ausfielen, erhöhten sich
die Ausgaben um 5,4 Mrd EUR (3,9%). Der Nettofinanzierungsbedarf
wurde 2009 größtenteils über die Emission von verzinslichen
Wertpapieren abgedeckt, die vorwiegend von inländischen Banken
erworben wurden.
Darüber hinaus beleuchtet diese Publikation die Finanzverflechtungen
zwischen Banken, Versicherungen, Investmentfonds, privaten
Haushalten, nichtfinanziellen Unternehmen und dem Staat sowie auch
die jeweiligen Verflechtungen mit dem Ausland. Dreh- und Angelpunkt
der finanziellen Aktivitäten sind nach wie vor die Banken (aufgrund
von Interbankeinlagen oder dem gegenseitigen Erwerb von Anleihen in
zunehmendem Ausmaß auch die finanziellen Aktivitäten zwischen den
Banken) und das Ausland. Vom gesamten Finanzvermögen der
österreichischen Volkswirtschaft in Höhe von rund 2.400 Mrd EUR zum
Ultimo 2009 besteht ein Drittel aus Forderungen gegenüber dem
Ausland. Dieser hohe Anteil ist allerdings keine Einbahnstraße:
Ebenfalls rund ein Drittel der gesamten Verbindlichkeiten Österreichs
waren zum Jahresultimo 2009 in ausländischer Hand.
Weitere statistische Informationen zur Publikation unter
Statistik Austria
http://www.statistik.at/web_de/statistiken/volkswirtschaftliche_gesam
trechnungen/nichtfinanzielle_sektorkonten/jahresdaten/index.html
Oesterreichischen Nationalbank
www.oenb.at/de/stat_melders/datenangebot/gesamtwirtschaftlich/finanzi
erungsrechnung.jsp#tcm:14-147468
Herausgeber:
Oesterreichische Nationalbank
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43-1 404 20/6666
http://www.oenb.at
Rückfragehinweis:
Statistik Austria
Allgemeiner Auskunftsdienst
Tel.: +43-1-71128-7070
[email protected]
Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank
Mag. Oliver Huber
Tel.: +43-1 404 20/6622
mailto:[email protected]
www.oenb.at
Mobil: +43 664 122 13 76
Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank
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Tel.: +43-1 404 20/5555
mailto:[email protected]
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