- 14.06.2010, 16:15:14
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Offener Brief der Grünen Wien an Frau Weidinger, Bürgerinitiative Rappgasse
Aus gegebenem Anlass veröffentlichen die Grünen Wien offenen Brief
Wien (OTS) - Die Grünen veröffentlichen aus gegebenem Anlass ihren
offenen Brief an Frau Weidinger, Bürgerinitiative Rappgasse, in der
sie die Absage an eine Demonstrationsteilnahme begründen:
Sehr geehrte Frau Weidinger!
Herzlichen Dank für Ihre Einladung bei Ihrer Demonstration am
kommenden Freitag zu sprechen. Ich möchte Ihnen mitteilen, dass ich
als Klubobfrau der Floridsdorfer Grünen nicht an dieser Demonstration
teilnehmen werde - vor allem, weil wir am Tag vorher bei der
angesetzten Bürgerversammlung Gelegenheit haben, unsere Argumente
auszutauschen und zu teilen. Ich bin darüber hinaus gerne bereit,
mich mit Ihrer Bürgerinitiative auszutauschen und über die weitere
Vorgangsweise rund um die Errichtung des ATIB-Zentrums in der
Rappgasse zu beraten.
Ich bin für jeden direkten Dialog offen und bereit. Gleichzeitig
halte ich eine Demonstration gegenwärtig nicht für das geeignete
Mittel, um diesen inhaltlichen Austausch zu schaffen. Veränderungen
in Wohngebieten sind immer schwierig, das gilt ganz sicher für den
Ausbau eines Kulturzentrums, das sicher mehr Verkehr und Menschen
anziehen wird. In diesem Sinne befürworten wir Grüne auch eine
Beteiligung der BürgerInnen bei der Gestaltung von Um- und Ausbauten
im Allgemeinen, wie auch im Fall der Rappgasse. Bürgerbeteiligung ist
eine der wesentlichen Voraussetzungen für ein gutes Zusammenleben in
unserer Stadt und selbstverständlich sollen die BürgerInnen
mitzureden haben, wenn es Veränderungen in Ihrem Wohnbereich gibt -
das gilt für Gewerbebetriebe, Freizeiteinrichtungen und auch
Kulturzentren.
Der zweite Grund, warum ich mich außer Stande sehe, bei dieser
Demonstration aufzutreten, gründet sich auf Erfahrungen mit
derartigen Protesten in der jüngsten Vergangenheit. Eine ähnliche
Protestveranstaltung im 20. Bezirk wurde nicht nur von FPÖ
parteipolitisch missbraucht, sondern viel schlimmer von tatsächlich
neonazistischen und rechtsextremen Gruppierungen. Diese haben sich
auch nicht gescheut, offen mit neonazistischen Symbolen aufzutreten.
Die Solidarisierung ging leider so weit, dass die Sprecherin der
dortigen Bürgerinitiative, Frau Hannelore Schuster, sich hinreißen
ließ, ob der breiten Beteiligung rechtsextremen TeilnehmerInnen zu
sagen "Ich möchte mich auch bei den Christen bedanken, dass sie den
Mut gehabt haben, mit uns Nazis zu gehen. Langsam finde ich das schon
als einen Ehrentitel."(derStandard.at, 15.5.2009) Am Ende war
ausschließlich die FPÖ und die demonstrierenden Rechtsextremen das
Thema, keineswegs aber die Probleme der Bürgerinitiative. Ich denke
nicht, dass das Ihr Anliegen ist.
Sehr geehrte Frau Weidinger, ich hoffe, sie können meine Einwände
bezüglich einer Teilnahme an der Demonstration und meine Absage
nachvollziehen und ich stehe nicht an, mein Angebot für Dialog und
ein gemeinsames Gespräch zu erneuern.
Mit freundlichen Grüßen
Susi Dietl
P.S.: Ich erlaube mir, diesen Brief an die Bürgerinitiative Rappgasse
in geeigneter Form zu veröffentlichen.
-----
Mag. Susanne Dietl
Klubobfrau der Grünen Floridsdorf
mobil: 0664 / 831 74 01
http://floridsdorf.gruene.at/
Rückfragehinweis:
Pressereferat
Tel.: (++43-1) 4000 - 81800
http://wien.gruene.at
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