- 14.06.2010, 12:10:52
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Beatrix Karl präsentiert Wittgenstein- und START-Preisträger 2010
Renommierteste und höchst dotierte Wissenschaftspreise zum 15. Mal verliehen - rund neun Millionen Euro für Spitzenforschung - gemeinsame Präsentation mit FWF-Präsident Kratky

Wien (OTS) - Wissenschafts- und Forschungsministerin Dr. Beatrix
Karl präsentierte heute gemeinsam mit FWF-Präsident Dr. Christoph
Kratky im Audienzsaal des Wissenschaftsministeriums den
Wittgenstein-Preisträger sowie die drei START-Preisträgerinnen und
drei START-Preisträger 2010. "Ich kann mich als Wissenschafts- und
Forschungsministerin heute glücklich schätzen, denn der
Wittgenstein-Preisträger und die STARTerinnen und STARTer sind der
beste Beweis: Wir haben in Österreich exzellente Wissenschafterinnen
und Wissenschafter und vor allem auch junge Spitzenforscherinnen und
Spitzenforscher, die wesentlich zur weiteren Stärkung des heimischen
Wissenschafts- und Forschungsstandortes beitragen", so die
Ministerin.
Der Wittgenstein-Preisträger geht heuer an Wolfgang Lutz, die
START-Preisträger/innen sind Julius Brennecke (MBA - Institut für
Molekulare Biotechnologie), Barbara Horejs (Österreichisches
Archäologisches Institut, Universität Wien), Barbara Kraus (Institut
für Theoretische Physik, Universität Innsbruck), Melanie Malzahn
(Institut für Sprachwissenschaft, Universität Wien), Florian Schreck
(Institut für Quantenoptik und Quanteninformation, Österreichische
Akademie der Wissenschaften) und Bojan Zagrovic (Max F. Perutz
Laboratories, Universität Wien).
Mit Wolfgang Lutz bekommt einer der weltweit führenden
Bevölkerungswissenschafter und der erste Sozialwissenschafter den
Wittgenstein-Preis. Er ist aus "institutioneller" Sicht dreifach in
Österreich verankert: als Direktor des Instituts für Demographie an
der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), am
International Institute für Applied Systems Analysis (IIASA) und seit
dem Vorjahr als Professor für Sozialstatistik an der WU Wien.
"Sein Forschungsgebiet könnte aktueller nicht sein", so Beatrix Karl.
Lutz habe mit seiner Forschung zu bahnbrechenden Erkenntnissen bei
der Analyse von Bevölkerungsentwicklungen wesentlich beigetragen,
verwies die Ministerin etwa auf die empirischen Analysen von
Geburtenraten. "Zuletzt hat Wolfgang Lutz in einem empirischen
Vergleich von 120 Ländern aufgezeigt, dass insbesondere die Bildung
breiter Teile der Bevölkerung der zentrale Motor für den Wohlstand
einer Gesellschaft ist", sagte Karl.
"Ich freue mich auch sehr, dass der Frauenanteil bei den
START-Preisträgerinnen und START-Preisträgern heuer erstmals bei 50
Prozent liegt", so die Ministerin weiter. Der START-Preis ermöglicht
vielversprechende Projekte aus den unterschiedlichsten Disziplinen
und ist zum Teil auch ein positiver Push-Faktor für eine Disziplin,
nannte Beatrix Karl als Beispiel Dr. Bernhard Palme: Er bekam 1997
den START-Preis und hat die Papyrologie in Österreich wesentlich
mitaufgebaut. Weiters legt der START-Preis auch die Basis für
erfolgreiche wissenschaftliche Karrieren. So bekam etwa Dr. Gerhard
Widmer 1998 den START-Preis - und im Vorjahr dann den
Wittgenstein-Preis.
Der Wittgenstein- und die START-Preise sind die renommiertesten und
höchst dotierten Wissenschaftspreise in Österreich und werden heuer
bereits zum 15. Mal verliehen. Eine internationale Jury unter Leitung
der Harvard-Professorin Sheila Jasanoff hat am Wochenende eine
"exzellente Wahl" getroffen, so die Ministerin.
"Forschung lebt von Neugierde, von Faszination - aber auch von den
entsprechenden Rahmenbedingungen und Mitteln", betonte die
Ministerin. Insgesamt werden in den kommenden fünf bzw. sechs Jahren
den Forscherinnen und Forschern, die heute ausgezeichnet werden, rund
neun Millionen Euro zur Verfügung stehen. Der Wittgenstein-Preis mit
1,5 Millionen Euro für fünf Jahre dotiert und wird für bereits
erbrachte außergewöhnliche wissenschaftliche Leistungen verliehen.
Die START-Preise sind mit bis zu 1,2 Millionen Euro für sechs Jahre
dotiert.
Weiters ging die Ministerin in der Pressekonferenz auf die
Exzellenzförderung ein: "Exzellenz kommt nicht von Ungefähr! Es ist
die Neugierde, der Fleiß, die Leistung der Wissenschafterinnen und
Wissenschafter, es ist die Qualität der Bildungs- und
Ausbildungseinrichtungen - und es ist ein entsprechendes Umfeld." Um
die Rahmenbedingungen für Exzellenz weiter auszubauen, ist die
Einrichtung von Exzellenzclustern geplant. Finanzminister Pröll hat
im Zuge der Ökologisierung des Steuerssytems 100 Millionen Euro in
Aussicht gestellt, ein Teil dieser Mittel soll in Exzellenzcluster
fließen.
"Exzellenz in Wissenschaft und Forschung hängt auch wesentlich von
entsprechender Nachwuchsförderung ab", unterstrich Beatrix Karl. "Und
die beginnt nicht erst an Unis und Fachhochschulen - sie muss bereits
im Kindergarten beginnen. Für mich gilt: die schlauen Kleinen von
heute sind die innovativen Großen von morgen. Auf ihre Talente,
Interessen und ihre Neugierde zu verzichten, wäre geradezu
fahrlässig." Daher gibt es auch entsprechende Programme zur
Nachwuchsförderung im BMWF, etwa "Sparkling science", die KinderUnis,
GEN-AU summer school etc.
Ein weiteres Anliegen ist der Ministerin das Bewusstsein für den
hohen Stellenwert von Wissenschaft und Forschung noch weiter zu
stärken. "Wir begegnen im Alltag ständig Innovationen, oft ist uns
aber nicht bewusst, wie viel Forschungsleistung dahinter steckt",
sagte Karl. Sie freue sich daher, dass heuer erstmals die "MS
Wissenschaft" in Österreich anlegt. Dem FWF ist es gelungen, das
Forschungsschiff im September von Deutschland nach Österreich zu
holen. Ab 9. September gibt es daher den "Bauch voll Wissenschaft"
für einige Tage in Wien, später auch in Krems und Linz.
Abschließend bedankte sich die Ministerin beim Wissenschaftsfonds FWF
für die ausgezeichnete Zusammenarbeit: "Der FWF ist ein wichtiger und
bewährter Partner für das BMWF und wickelt den Wittgenstein- und die
START-Preise seit 15 Jahren professionell ab." Seither wurden, die
heute vergebenen Preise eingerechnet, 24 Wittgensteinpreise und 82
START-Preise verliehen. "Das entspricht 121 Millionen Euro - eine
stolze und vor allem bestens investierte Summe", ist sich Karl
sicher.
Nach der heutigen Präsentation folgt morgen Abend im Rahmen des
FWF-Sommerfestes die offizielle Verleihung des Wittgenstein-Preises
und der START-Preise.
Druckfähige Bilder können kostenlos angefordert werden:
[email protected]
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
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Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung Minoritenplatz 5, 1014 Wien Presse: Mag. Elisabeth Grabenweger Tel.: +43 1 531 20-9014 mailto:[email protected] www.bmwf.gv.at
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