Central Europe Revisited III
Latente Melancholie oder Paradigmen des Alltäglichen - Jenseits von Euphorie und Enttäuschung
Eisenstadt (OTS) - 12. Juni bis 1. November 2010 - erstmals im
ehemaligen Augustinerkloster in der Haydngasse beim Schloss
Bereits zum dritten Mal lädt die Esterházy Privatstiftung junge
Künstler aus Mittel- und Osteuropa ein, ihre Werke in Eisenstadt zu
präsentieren. Neben Österreich und Ungarn sind 2010 Künstler aus
Serbien und Bulgarien eingeladen. Ihre Werke veranschaulichen
eindrucksvoll die jüngste Entwicklung der Kunst in diesen Ländern.
Gleichzeitig wird auch ein Anstoß gegeben, sich mit der neuesten
Geschichte und der künstlerischen Praxis dieser geopolitischen Region
auseinander zu setzen, die Ereignisse und Veränderungen der letzten
20 Jahre neu zu bewerten und die Kunst, die Kultur in ihrem
selbstverständlichen historischen - in diesem Fall
zeitgeschichtlichen und politischen - Kontext zu sehen.
Bulgarien wurde erst vor kurzem in die Europäische Union
aufgenommen, war vierzig Jahre lang Mitglied des von der ehemaligen
Sowjetunion geführten Ostblocks und von 1955 bis 1989 Mitgliedes des
militärischen Bundes des Warschauer Pakts. Während der ganzen Periode
des Kalten Krieges wurde von der kommunistischen bulgarischen Führung
eine harte, rigide, reformgegnerische, dogmatische, entschiedene
Moskau-treue Linie verfolgt. Die kulturelle Szene in Bulgarien war
von einem intoleranten Dogmatismus und Konservatismus geprägt. Es
waren nur ganz wenige Chancen für gewisse alternative künstlerische
Formationen und progressive Künstlergruppen möglich.
Serbien - zur Zeit noch kein Mitglied der Europäischen Union - war
einmal eine der stärksten Mitgliedrepubliken der ehemaligen
jugoslawischen Föderation, Belgrad eine große, vitale, dynamische und
moderne Balkan-Metropole. Der mehr als 10 Jahre dauernde Krieg
zwischen den ehemaligen Teilrepubliken und die lange nachhaltende
politische, wirtschaftliche und moralische Krise hat die serbische
Bevölkerung und selbstverständlich die Intellektuellen zutiefst
betroffen. Nach dem Ende des würdelosen Krieges gegen die
Nachbarstaaten, blieb Serbien lange Zeit in internationaler
Isoliertheit, inneren Unsicherheit und Armut. Es gibt nur wenige
junge Künstler, die in ihrer Arbeit den Krieg, die politische Krise
danach, beziehungsweise den Zusammenbruch des kommunistischen Systems
thematisieren. Eher findet sich eine ironische, teilweise subversive
Haltung, die die Realitäten des banalen Alltagslebens zum Inhalt hat
oder auf diese reagiert.
"Sowohl in Serbien als auch in Bulgarien gibt es heute eine
äußerst aufregende, sehr vitale Kunstszene. Mit den ausgewählten
Künstlern bietet CENTRAL EUROPE REVISITED III einen repräsentativen
Querschnitt mit dem wir die neuen gesellschaftlichen,
wirtschaftlichen und mentalen Realitäten, die neuen
Kommunikationssysteme, die Veränderungen im Bereich der Lebensformen
und der Wertorientierung sowie einen vielschichtigen Prozess der
historischen, ideologischen und politischen Veränderungen aufzeigen
wollen, ohne dabei eine Zwangshomogenität oder Uniformisierung der
Kunst des ehemaligen "Ostblocks" zu suchen. Vielmehr vermitteln die
Kunstwerke authentische, poetisch wirksame, unvermeidliche,
persönliche Narrative, in denen eine hypersensitive, äußerst
komplexe, vielschichtige Wahrnehmung der fragmentarischen Realitäten
zur Konzentration der Verinnerlichungsprozesse bei den Künstlern
führen", erläutert der Kurator der Ausstellung, Dr. Lóránd Hegyi.
Esterházy und die zeitgenössische Kunst
Die Esterházy Privatstiftung zählt mit ihren bedeutenden
kulturellen Denkmälern, Burgen und Kulturstätten und den darin
enthaltenen Sammlungen zu den wichtigsten privaten Kulturträgern
Österreichs. Ihre Aufgabe ist es, das kulturelle Erbe zu erhalten,
aufzubereiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In der
Tradition der Fürsten Esterházy, die über vier Jahrhunderte als
großzügige Mäzene, leidenschaftliche Kunstsammler, aber auch als gute
Ökonomen das Bild der ganzen Region gestalteten, spielt Esterházy
auch heute im Kulturgeschehen eine bedeutende Rolle.
"Die Förderung zeitgenössischer Kunst sehen wir als Weiterführung
der bis ins 19. Jahrhundert praktizierten Förder- und
Sammlungstätigkeit der Esterházy. Während viele Museen und
Kulturanbieter jedoch nur die großen Retrospektiven namhafter
Künstler zeigen, wollen wir uns als "Innovator" und "Entdecker" im
zeitgenössischen Kunstsektor bewegen und jungen Künstlern aus
Zentraleuropa, die zwar bereits erste Erfolge aufweisen können,
international aber noch nicht etabliert sind, eine Plattform für ihre
Weiterentwicklung bieten", umreißt Generaldirektor Dr. Stefan
Ottrubay die Intention hinter CENTRAL EUROPE REVISITED.
CENTRAL EUROPE REVISITED III
12. Juni bis 1. November 2010
7000 Eisenstadt, Haydngasse 1, ehemaliges Augustinerkloster
Öffnungszeiten:
12. Juni - 30. Juni - täglich 9 - 18 Uhr
1. Juli - 31. August - täglich 9 - 19 Uhr
1. September - 1. November - täglich 9 - 18 Uhr
Information und Tickets:
Schloss Esterházy, 7000 Eisenstadt
T +43(0)2682/63854
tickets@esterhazy.at
www.esterházy.at
Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=68&dir=201006&e=20100611_e&a=event
Esterházy Privatstiftung
7000 Eisenstadt,
Esterházyplatz 5
Tel. 02682/63004-410
Fax 02682/63004-499
Mail: e.werschlein@esterhazy.at
www.esterhazy.at














