OTS0009   12. Juni 2010, 09:07

Glanzlichter des Schlosses Esterházy. Die Rückkehr der Sammlungen. - BILD

Meisterliches Kunsthandwerk und die Wandelbarkeit des höfischen Interieurs.


Glanzlichter des Schlosses Esterházy. Die Rückkehr der Sammlungen. vergrößern

BILD zu OTS - Eisenstadt - Die Ausstellung "Glanzlichter aus dem Schloss Esterházy" ist nach "Haydn explosiv" der nächste wichtige Schritt zur Neuausrichtung von Schloss Esterhazy durch die Esterházy.Privatstiftung.

12. Juni - 19. Dezember 2010 im 1. OG des
Schlosses Esterházy in Eisenstadt

Edle Porzellane, prächtiges Tafelsilber, chinesische und
japanische Objekte und Motive, Uhren und Kerzenleuchter, mythische
Skulpturen oder komfortable Sitzmöbel - dies waren die
Modeeinrichtungen in einem adeligen Hofstaat im 18. und beginnenden
19. Jahrhundert.

Die neue Sonderausstellung präsentiert die Glanzlichter des
Schloss - Interieurs aus der höfischen Welt der Esterhazys in
Eisenstadt.

Repräsentation hatte in der feudalen und vordemokratischen Zeit
eine eigene politische Bedeutung. Sie dokumentierte die
Machtlegitimation und die engen Beziehungen zu den
Entscheidungsträgern am kaiserlichen Hof. Die Objekte und das
Interieur in dem man sich bewegte, mussten von modernem Geschmack und
hohem Wohlstand zeugen. Man wollte stets auch den engen Bezug zu den
europäischen künstlerischen Zentren und den führenden
Künstlerateliers demonstrieren. Hochwertige Kunst und Kunsthandwerk
bildeten seit Jahrhunderten eine europäische Plattform. Formen und
Stilrichtungen verbreiteten sich im 18. Jahrhundert bereits sehr
schnell, besonders wenn man über die entsprechenden Beziehungen
verfügte. Zu diesem repräsentativen Leben gehörten die großen Feste,
wenn möglich im eigenen Garten oder Park. Der Garten wurde dadurch
selbst zum Interieur und musste hochwertig als "Gartenkunst" gepflegt
werden.

In einer Zeit, in der der Staat noch eine sehr schwache Rolle
spielte, lag das Mäzenatentum in den Händen wohlhabender
Einzelpersonen und Familien. Auch hier herrschte ein Wettbewerb,
indem man bestrebt war, künstlerisch veranlagte junge Menschen
rechtzeitig zu erkennen und zielgerichtet zu fördern. Die Fürsten
Esterházy waren gerade auf dem Gebiet des Kunstmäzenatentums eine der
führenden Familien Europas.

Porzellan und Silber waren zentrale Sammlungsbereiche der
Esterhazys. Mit Leidenschaft und Kenntnis der besten Hersteller der
Zeit, wurde Porzellan aus Frankenthal, Meissen, Herend u.a.
angeschafft. Überliefert wurde uns auch ein vielteiliges prächtiges
Silber-Tafelservice der Silbermanufaktur Würth aus Wien. Die Tafel-
und Festkultur am Esterházyschen Hof in der zweiten Hälfte des 18.
Jahrhunderts war legendär. Die Orientierung am aktuellsten
europäischen Zeitgeschmack spiegelt ein Ensemble aus französischer
Pendule und Leuchterpaar aus der Empire-Epoche wider. Einen
kunsthistorischen und inhaltlichen Höhepunkt der Ausstellung bildet
die von Antonio Canova in Marmor verewigte Prinzessin Leopoldine
Esterházy, die Prinz Moritz Liechtenstein ehelichte. Diese
wundervolle sitzende Statue wird umgeben von Darstellungen des
englischen Landschaftsgartens ihres Vaters Nikolaus II. Besonders
bemerkenswert sind die Räume östlich des Haydnsaales, die einer
grundlegenden Sanierung unterzogen wurden. Der Hauptraum bietet den
einmaligen Rahmen für die Neuaufstellung der Statue, die umfassend
restauriert wurde und nun zum ersten Mal seit 10 Jahren wieder im
Schloss in Eisenstadt gezeigt wird.

Baugeschichte des Schlosses

Dem steten Wandel des Geschmacks der Fürstenpaare und ihrer Zeit
unterworfen, bergen die Wände, Fußböden oder Türen des Eisenstädter
Schlosses noch heute die alten Wandfassungen und Raumstrukturen. Für
diese Ausstellung wurden nun dahingehend erstmals einige Räume
umfassend beforscht und u.a. die historischen Wandgestaltungen
teilweise freigelegt. Der Besucher erlebt somit nicht nur
Kunstgewerbe auf höchstem Niveau, sondern gleichzeitig 300 Jahre
Baugeschichte des Schlosses - wie es noch nie möglich war.

Erstmals ist Wanddekoration aus der Zeit Fürst Paul I. zu sehen,
die er beim Umbau des Schlosses in der zweiten Hälfte des 17.
Jahrhundert veranlasste und die mit der Raumgestaltung dieser Zeit
auf Burg Forchtenstein korrespondiert. Auch die eleganten Linien und
Formen des Rokoko sind nach Jahrhunderten wieder sichtbar, genauso
wie Wanddekoration aus der Zeit um 1800. Selbst die in jüngster
Vergangenheit vorgenommenen Wandgestaltungen sind dokumentiert. Die
Öffnung eines kleinen Bereiches des Fußbodens ermöglicht einen Blick
auf die verschiedenen Konstruktionsschichten bis auf das tragende
Gewölbe darunter.

Raumarchäologie und Kunsterlebnis gehen in dieser Ausstellung der
Esterházy Privatstiftung Hand in Hand. Sie dokumentieren die
Meisterschaft von Künstlern, die Gönnerschaft und die
Repräsentationen am Hofe, ebenso wie die Wandelbarkeit der Mode und
des Geschmackes dieser Zeit.

Insgesamt 10 Räume umfasst die neue Ausstellung, zwei davon sind
besonderen Jubiläen des Jahres 2010 gewidmet:
dem 90. Geburtstag von Fürstin Melinda Esterházy und
dem 100. Todestag von Fürstin Margit Esterházy, geb, Gräfin Cziráky
- beides bedeutende Frauen in der Familie Esterházy, die aufgrund
ihrer eigenständigen Persönlichkeit, ihres Charakters, ihres Tun und
Handelns und ihrer Entscheidungen in der Bevölkerung geschätzt und
noch immer geachtet und verehrt werden.

"Die Ausstellung "Glanzlichter des Schlosses Esterházy" ist nach
"Haydn explosiv NEU - Seine fantastische Opernwelt" der zweite
wichtige Schritt in die Neuausrichtung von Schloss Esterhazy. Wir
setzen unser Engagement fort, das Schloss - natürlich auch in seiner
Verbindung zu Joseph Haydn - als Strahlungspunkt für die
grenzüberschreitende pannonische Kulturregion international zu
stärken und auszubauen. ", so Generaldirektor Dr. Stefan Ottrubay.

Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=68&dir=201006&e=20100611_e&a=event

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OTS0009 2010-06-12 09:07 120907 Jun 10 EHZ0001 0759



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Rückfragehinweis: Edeltraud Werschlein
Esterházy Privatstiftung
7000 Eisenstadt,
Esterházyplatz 5
Tel.: 02682/63004-410
Mail: e.werschlein@esterhazy.at
www.esterhazy.at

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