• 10.06.2010, 12:00:24
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Fekter richtet Expertenrat für Integration ein

Festakt anlässlich des 50. Geburtstages des Österreichischen Integrationsfonds

Wien (OTS) - Mit einem Festakt wurde heute der 50. Geburtstag des
Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) begangen. Bundesministerin
Maria Fekter erklärte, Integrationsarbeit sei heute gesellschaftliche
Grundlagenarbeit: "Integrationsarbeit braucht Dienstleister, die
Integration professionell anstoßen und begleiten. Ich bin sehr froh,
dass das BMI mit dem ÖIF einen erstklassigen Dienstleister für
Integration mit einem reichen Erfahrungsschatz, mit bewährten
Instrumenten, mit guten internationalen Kontakten und mit einem Team
haben, das neue Wege mit großem Engagement geht." Der unter Mitarbeit
des ÖIF entwickelte Nationale Aktionsplan für Integration müsse nun
von Bund, Ländern, Gemeinden, Sozialpartnern und NGOs gemeinsam
umgesetzt werden. Dadurch werde aus dem Aktionsplan eine wirksame
nationale Integrationsstrategie.

Expertenrat und Integrationsrat begleiten Umsetzung

Künftig wird ein Expertenrat unter Vorsitz von Prof. Fassmann
wissenschaftliche Expertise bei der Umsetzung einbringen. Als weitere
Expert/innen konnten so hochkarätige Persönlichkeiten wie Prof. Biffl
(WIFO, Donau-Uni Krems, Lehrstuhl für Migrationsforschung) für den
Bereich "Arbeit und Beruf", Prof. Münz (EU-Weisenrat) für den Bereich
"Gesundheit und Soziales", Prof. Knapp (Jüdisches Berufliches
Bildungszentrum) für den Bereich "Sprache und Bildung", Prof.
Lienbacher (WU Wien) für den Bereich "Rechtstaat und Werte", Dr.
Winkler (Journalist, Kolumnist) für den Bereich "Interkultureller
Dialog", Generalsekretär Rößlhuber (Sportunion) für den Bereich
"Sport und Freizeit" sowie Prof. Lugger (Neue Heimat Tirol) für den
Bereich Wohnen und regionale Dimension" gewonnen werden. Parallel
dazu wird ein Integrationsbeirat eingerichtet. Darin sind alle
Ressorts, Bundesländer, Städte- und Gemeindebund, Sozialpartner und
NGOs vertreten, die bereits in der Steuerungsgruppe des Nationalen
Aktionsplans erfolgreich zusammengearbeitet haben, sowie Vertreter
aus dem Beirat für Asyl- und Migrationsfragen. Der Integrationsbeirat
wird zweimal im Jahr tagen, alle Involvierten sollen dabei über die
Umsetzung in ihrem Bereich berichten und Impulse für die weitere
Entwicklung geben.

Höheres Sprachniveau, Deutsch vor Zuzug

Auch das BMI wird selbst aktiv an der Umsetzung der
Integrationsstrategie mitarbeiten: Die Integrationsvereinbarung wird
weiterentwickelt, das Sprachniveau wird erhöht. Fekter: "Ergebnis der
NAP-Expertenrunden und von Gesprächen mit der Wirtschaft ist: Es
braucht für beruflichen Erfolg bessere Sprachkenntnisse - daher gehen
wir in der Integrationsvereinbarung auf das B1-Niveau des
europäischen Referenzrahmens." Vor der Zuwanderung sollen zudem
sprachliche Basisqualifikationen auf A1 Niveau erworben werden. "In
Deutschland und den Niederlanden wurde dieser Weg bereits erfolgreich
bestritten", so die Innenministerin.

Fokus liegt auf Migrant/innen

"Der ÖIF ist über die Jahre und Jahrzehnte mit seinen Aufgaben
gewachsen. Es geht heute nicht mehr nur um die Versorgung von
Flüchtlingen mit dem Nötigsten, sondern vielmehr darum, sich den
großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Integration von
Menschen mit Migrationshintergrund zu stellen," erklärte
ÖIF-Kuratoriumsvorsitzender Mathias Vogl beim Festakt 50 Jahre ÖIF.

Der Fonds ist seit 2003 auch für die Abwicklung der
Integrationsvereinbarung verantwortlich, in deren Rahmen
Neuzuwanderer nach Österreich möglichst schnell die deutsche Sprache
erlernen. Das Leistungsprofil wird seither konsequent in Richtung
Migrant/innen erweitert. Mit dem "Haus der Bildung und beruflichen
Integration" (Habibi), das im Herbst 2010 offiziell eröffnet wird,
verstärkt der ÖIF sein Engagement im Bereich Sprache, Bildung und
Arbeitsmarktintegration für Migrant/innen. "Der ÖIF hat sich in
seiner Geschichte von einer Flüchtlingsorganisation zu einem
unverzichtbaren Integrationsdienstleister mit sieben Standorten in
Österreich entwickelt. Wir bieten qualitätsgesicherte Deutschkurse,
unterstützen die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen und
Migrant/innen mit unseren ÖIF-Jobcenters und dem "Mentoring für
Migrant/innen"-Programm, sorgen aber auch für profundes Wissens- und
Informationsmanagement rund um die Themen Migration und Integration
und wickeln Anträge für den Europäischen Flüchtlingsfonds und den
Europäischen Integrationsfonds ab", bilanzierte ÖIF-Geschäftsführer
Alexander Janda.

Geschichte des ÖIF

Der ÖIF wurde als Folge der Ungarn-Krise 1956 gegründet, als
180.000 Ungarn in Österreich Aufnahme fanden. Dabei zeigte sich, dass
die Betreuung von Flüchtlingen in Österreich einen entsprechenden
institutionellen Rahmen benötigt. Die offizielle Geburtsstunde des
Fonds schlug, als das Innenministerium 1960 gemeinsam mit dem
UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR den "Flüchtlingsfonds der
Vereinten Nationen" gründete. In den folgenden Jahrzehnten gab es
zahlreiche Herausforderungen für den ÖIF: Verschiedene Krisen, etwa
nach dem Prager Frühling 1968, während der Verhängung des
Kriegsrechts in Polen 1981, der Jugoslawien-Kriege in den 1990er
Jahren oder zuletzt des Tschetschenienkonflikts führten zu
erheblichen Flüchtlingsströmen nach Österreich.

Rückfragehinweis:

Mag. Gregor Schütze
   [email protected]
   Tel.: 01 / 53126-2017
   
   Mag. Ursula Schallaböck
   [email protected]
   Tel: 0676 55 66 820

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