• 09.06.2010, 11:22:38
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Sima: Millionenstadt Wien als Lebensraum für Tiere und Pflanzen

"Natur ist in. In Wien.": Tag der Artenvielfalt am 12. Juni in Wien

Wien (OTS) - "Wien ist mittlerweile zu einem echten Hotspot der
Artenvielfalt geworden", zieht Umweltstadträtin Ulli Sima anlässlich
des bevorstehenden "GEO-Tag der Artenvielfalt" am 12. Juni eine
positive Bilanz über die Maßnahmen zum Erhalt der vielfältigen
Lebensräume für Tiere und Pflanzen in Wien.

"Natur ist in. In Wien.": Mehr als die Hälfte der Stadtfläche ist
Grünraum

Wien zählt mit über 51 Prozent Grünfläche zu den "grünsten"
Millionenstädten der Welt. "Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis
konsequenter Grünraumpolitik der Stadt. Wir werden mit gezielten
Maßnahmen den Grünraum weiter ausbauen und auch für die nächsten
Generationen schützen," versicherte Ulli Sima.

"Unter dem Titel 'Natur ist in. In Wien' wollen wir gemeinsam mit
den Wienerinnen und Wienern die Grünräume in Wien noch weiter
ausgestalten, damit die Artenvielfalt in der Millionenstadt fördern
und somit die Lebensqualität in unserer Stadt weiter steigern",
ergänzte Sima. So fördert die Stadt Wien beispielsweise 1.000 neue
Alleebäume, verdoppelte den Fördertopf für Dach- Innenhof- und
Vertikalbegrünung, forciert die Fassadenbegrünung und verteilte für
diesen Zweck sogar 20.000 Gratis-Kletterpflanzen.

Sechs Arten - sechs Beispiele für Artenschutz in Wien

Amphibientunnel für die Erdkröte

Die Erdkröte ist in Wien nach der Wiener Naturschutzverordnung
streng geschützt und steht auf der "Roten Liste" Österreichs. Voll
ausgewachsen erreichen die Weibchen eine Körperlänge von bis zu 15
cm, die Männchen sind nur halb so groß. Man findet sie unter anderem
im Prater, im Wienerwald, in der Lobau oder am Bisamberg. Kröten sind
hervorragende Schädlingsbekämpfer im Garten. Sie ernähren sich von
Würmern, Schnecken, Asseln, Spinnen und Insekten.

Die Stadt Wien schützt Erdkröten und andere Amphibien durch
Tunnelanlagen und Leitsysteme (im Prater in der Aspernallee und am
Exelberg) bei ihren Frühjahrswanderungen vor dem Tod durch den
Straßenverkehr.

Ideale Lebensräume für die Smaragdeidechse

Diese große und schlanke Eidechse bevorzugt trockene Waldränder,
Weinberge sowie Felssturzflächen. Sie erreicht eine Gesamtkörperlänge
bis zu 40 Zentimeter. Die anfangs hellbraunen Jungtiere erhalten ihre
Namen gebende Farbe erst im Laufe der ersten Lebensjahre. Die
Smaragdeidechse benötigt trockene und warme Lebensräume. In Wien
findet man sie z. B. im Weinbaugebiet im 19. Bezirk und in
Wien-Mauer.

Die Wiener Umweltschutzabteilung hat im Rahmen von "Netzwerk
Natur", dem bereits vor zehn Jahren entwickelten Wiener Arten- und
Lebensschutzprogramm, eine Reihe von Maßnahmen zum Schutz von
Eidechsen entwickelt. Gemeinsam mit freiwilligen HelferInnen und
Weinbauern und -bäurinnen wurden z. B. in den Weingärten in Liesing
sogenannte Lesesteinhaufen freigelegt und dadurch neue Biotope
geschaffen. Weinbauern werden ausführlich darüber informiert, was die
Smaragdeidechse und andere Eidechsenarten zum Überleben brauchen.
Reisig und Steine wurden in den Weingärten aufgetürmt, zusätzlich
wurden Hundsrosen- und Brombeersträucher gepflanzt.
Das Land Wien führt auch Projekte im Rahmen der ländlichen
Entwicklung in der Wiener Weinbaulandschaft durch. Diese umfassen
Trockensteinmauerbau, Obstbaumpflanzungen und spezielle,
standortgerechte Heckenpakete. Dabei handelt es sich um von der EU
und vom Bund ko-finanzierte Projekte. Weitere Projekte für 2010 und
die folgenden Jahre sind in Planung.

Trockenrasen für Frühlings-Adonisröschen

Das streng geschützte Frühlings-Adonisröschen kommt aus der
Familie der Hahnenfußgewächse. Die Blütezeit reicht von April bis
Mai. Man findet es in Wien auf den Trockenrasen am Bisamberg oder auf
der Himmelwiese in Wien-Mauer.

Um die gefährdeten Trockenrasen und deren Artenvielfalt erhalten
zu können, ist eine regelmäßige Pflege notwendig, wie sie z. B. im
LIFE-Natur Projekt Bisamberg durchgeführt wird. Durch das Entfernen
des Buschwerks, so genannten Schwendungsmaßnahmen, werden die
Trockenrasen wiederhergestellt.
Hervorragende Arbeit leisten in diesem Zusammenhang Ziegen. Seit dem
Frühjahr 2007 wird von der MA 49 eine Ziegenherde am Bisamberg
eingesetzt und betreut.

Artenreiche Wiesen bieten Lebensraum für Aurorafalter

Er ist der hübscheste "Weißling" Mitteleuropas. Die
Flügeloberseiten beider Geschlechter sind weiß, bei den Männchen
befindet sich auf der Spitze der Vorderflügel der Namen gebende
orange Fleck - Aurora, Göttin der Morgenröte.

Artenreiche Wiesen bieten Lebensraum für zahlreiche
Schmetterlingsarten. Um den Artenreichtum auf den Wiener Wiesen zu
fördern, hat das Forstamt der Stadt Wien Pflegepläne erarbeitet, die
festlegen, wann und wie oft eine Wiese gemäht und wann ein Einsatz
von Kompost erfolgen soll. Besonders deutlich wird der Artenreichtum
im Mai, wenn viele der vom Aussterben bedrohten Orchideenarten in der
Lobau blühen.

Auch die Wiener LandwirtInnen tragen als PartnerInnen der Stadt
Wien dazu bei, die Artenvielfalt zu erhalten. Im Projekt "Lebensraum
Acker" werden von der Wiener Umweltschutzabteilung Verträge mit
Wiener LandwirtInnen abgeschlossen. Diese nehmen Felder ganz oder
teilweise aus der Nutzung. Durch entsprechende Pflegemaßnahmen
verwandeln sich diese in artenreiche Wiesen.

Wien, die Hauptstadt der Fledermaus

Wien ist eine der fledermausreichsten Großstädte Europas. Von den
26 in Österreich vorkommenden Fledermausarten leben 21 in Wien, von
der so genannten Mopsfledermaus über das "Große Mausohr" bis hin zum
"Kleinen Abendsegler." Alle in Wien vorkommenden Fledermausarten
stehen unter strengem Naturschutz. Bei den jährlich veranstalteten
"Fledermausnächten" können die Tiere bei der Insektenjagd beobachtet
und mittels Ultraschall-Detektoren sogar gehört werden.

Für einige ausgewählte in Wien lebende Fledermaus-Arten werden im
Rahmen von "Netzwerk Natur" Schutzprogramme durchgeführt. Im Bereich
städtischer Wohnhäuser und Grünanlagen wurden bei
Renovierungsarbeiten die Lebensräume für Fledermäuse mitbedacht. So
wurden z. B. am Hernalser Friedhof und bei einer Wohnhausanlage in
der Hirschstettner Straße Nistkästen für Fledermäuse angebracht. Die
ExpertInnen der MA 22 arbeiten auch beratend mit Wiener Wohnen
zusammen.

Ansiedlung des Habichtskauz

Um den Habichtskauz in den Wiener Wäldern wieder anzusiedeln,
arbeitet das Forstamt der Stadt mit dem Forschungsinstitut für
Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität
Wien zusammen. Die Auswahl der österreichischen Freilassungsorte fiel
auf die Schutzgebiete "Biosphärenpark Wienerwald" und "Wildnisgebiet
Dürrenstein", die aufgrund ökologisch besonders wertvoller
Waldbestände den Neuankömmlingen optimale Überlebensbedingungen
bieten.

Große Vielfalt auf kleiner Fläche

Wien nimmt mit einer Fläche von 415 km2 nur rund 0,5 Prozent der
Gesamtfläche Österreichs ein. Auf dieser vergleichsweise kleinen
Fläche sind viele in Österreich vorkommenden Tierarten zu finden. So
sind etwa von den 109 in Österreich vorkommenden Säugetier-Arten rund
68 Prozent in Wien vertreten, darunter Biber, Ziesel, Feldhamster,
Dachs und Haselmaus. 36 Amphibien- und Reptilienarten gibt es
Österreich. Rund 78 Prozent dieser Arten kommen auch in Wien vor, wie
z. B. Zauneidechse und Smaragdeidechse. In Wien leben heute 278
Vogelarten und 131 verschiedene Tagfalter. Über 2.400 verschiedenen
Pflanzenarten bietet die Stadt Lebensraum.

"Artenschutz bedeutet vor allem, dass wir den Lebensraum für Tiere
und Pflanzen schützen müssen. Dazu haben wir in Wien auch
hervorragende gesetzliche Instrumente. Geplante Eingriffe in
Landschaftsschutzgebiete werden von uns geprüft und gegebenenfalls
auch verboten. Wir wollen aber auch die Herzen der Menschen erreichen
und vermitteln, dass sich Natur in Wien nicht nur in den
Schutzgebieten, sondern auch in kleinen Grünoasen inmitten der Stadt
entwickeln kann", so Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener
Umweltschutzabteilung - MA 22.

Briefmarkenblock zur Artenvielfalt in Wien

Gemeinsam mit Georg Pölzl, Generaldirektor der Österreichischen
Post, wurde rechtzeitig zum Tag der Artenvielfalt auch die
Briefmarken-Edition "Artenvielfalt in Wien" vorgestellt. Der aus 20
unterschiedlichen Marken bestehende Markenblock zeigt in Wien
heimische Tiere und Pflanzen und ist zu einem Preis von 19.90 Euro in
ausgewählten Postfilialen erhältlich. "Auch die Österreichische Post
AG will zum 'Internationalen Jahr der Artenvielfalt' ihren Beitrag
leisten. Mit einer limitierten Auflage von 3.000 Exemplaren wurden 20
Motive aus der Flora und Fauna von Wien auf einem Briefmarkenblock
abgebildet. Auf Briefen und Postkarten aufgeklebt tragen sie dazu
bei, Wiens Artenvielfalt noch bekannter zu machen", so
Post-Generaldirektor Pölzl. Alle Motive stammen von Wienerinnen und
Wienern, die als Sieger eines Fotowettbewerbs zum Thema Artenvielfalt
hervorgegangen sind.

Tag der Artenvielfalt: Größte Feldforschungsaktion in Mitteleuropa

Der Tag der Artenvielfalt, 1999 durch das Magazin GEO ins Leben
gerufen, will Menschen für die Naturvielfalt in ihrer nächsten
Umgebung sensibilisieren.

Der Tag der Artenvielfalt hat sich in den letzten Jahren zur
größten Feldforschungsaktion in Mitteleuropa entwickelt. Im Jahr 2009
haben weltweit mehr als 25.000 Naturbegeisterte mitgemacht.

Am Tag der Artenvielfalt, Samstag, 12. Juni findet von 13.00 bis
18.00 Uhr das "Fest der Artenvielfalt" mit einem umfangreichen
Kinder- und Familienprogramm auf der Pappelteichwiese im Maurer Wald
statt. ExpertInnen stehen Rede und Antwort bei Fragen rund um die
Natur und deren Schutz. Neben Tipps zum Erhalten und Fördern der
Artenvielfalt im eigenen Garten oder am Balkon, können beim
Pflanzenmarkt Raritäten für den Obst- und Gemüsegarten erstanden
werden. Während des ganzen Nachmittags gibt es Führungen zum Erkunden
der Naturvielfalt in Mauer.

Wien-Mauer: Ein "Hot Spot" der Artenvielfalt in Wien

Wien-Mauer liegt im Süden von Wien und ist einer von vielen "Hot
Spots" der Artenvielfalt in Wien. Natürliche oder renaturierte
Fließgewässer, Teiche, Tümpel und Wiesenbäche, Feuchtwiesen,
Trockenrasen, Weingärten, Eichen-Tannen-Wälder, Buchenwälder und
viele Lebensräume mehr sind die Grundlage für eine außergewöhnliche
Vielfalt. Einige Tier- und Pflanzenarten kommen in Wien sogar nur
hier vor. Zu den Raritäten des Gebietes zählen Orchideen-Ehrenpreis,
Südliches Lungenkraut, Silber-Rohrkolben, Steinröserl, Mauereidechse,
Wachtelkönig und Blauauge.

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/pressebilder

Rückfragehinweis:

Mag. Johannes Angerer
   Mediensprecher 
   Umweltstadträtin Mag. Ulli Sima
   Tel.:    +43 1 4000 81359
   Mobil:   +43 676 8118 81 359
   E-Mail:  [email protected]
   www.natuerlich.wien.at
   
   Dr. Mathilde Urban
   Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22
   Bereich Kommunikation und Personal
   1200 Wien, Dresdner Straße 45
   Tel: +43 1 4000-73422
   Fax: +43 1 4000-99-73422
   mobil: 0676-8118 73422
   mailto: [email protected]
   www.umweltschutz.wien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

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