- 09.06.2010, 08:00:14
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Elektromobilität: Fraunhofer sieht Strukturwandel in der Automobilindustrie - reif für die elektromobile Zukunft?
Wien (OTS) - Die Elektromobilität kommt langsamer und im
geringeren Umfang als erwartet. Dafür wird sie um so mehr die
Produktions- und Logistikstrukturen der Automobilindustrie verändern.
Anlässlich des Fraunhofer Kaminabends nahm Prof. Sihn zu den
euphorischen Erwartungen der Öffentlichkeit Stellung.
Die Elektromobilität verändert nicht nur den Verkehr grundlegend,
sondern auch die Strukturen der Automobilindustrie. "Elektromobilität
muss systematisch, ganzheitlich als komplexes System verstanden und
vorangetrieben werden," sieht Prof. Wilfried Sihn, Geschäftsführer
der Fraunhofer Austria Research GmbH einen umfassenden Strukturwandel
auf die Automobilindustrie zukommen. "Elektromobilität ändert nicht
nur das Mobilitätsverhalten der Menschen, sondern erfordert gänzlich
neue Geschäftsmodelle. Darüber hinaus verändert sich mit den
alternativen Antriebsarten die gesamte Wertschöpfungskette im
Automobilbau."
Umdenken notwendig
Die Akzeptanz von stromgetriebenen Fahrzeugen scheint in der
heutigen Zeit zumindest in den Metropolen der Welt zu wachsen.
Sinkende Erdölreserven und steigendes Umweltbewusstsein sind nur zwei
Beweggründe, die die Menschen zum Umdenken zwingen. Energie muss
künftig effektiver genutzt werden. Eine große Herausforderung für
Forschung, Politik und Wirtschaft. So rückt Elektromobilität immer
mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Um aber diesen Wandel zu einer
nachhaltigen "All-Electric Economy" wirkungsvoll führen zu können,
müssen alle Facetten der Elektromobilität betrachtet werden. Von der
Energieerzeugung über den Energietransport und den Fahrzeugkonzepten
bis hin zur Schnittstelle zwischen Stromnetz und Fahrzeug. "An der
Elektromobilität führt kein Weg vorbei," ist Prof. Sihn überzeugt.
"Sie kommt zwar langsamer und nicht im ursprünglich erwarteten
Ausmaß, doch - zwischenzeitlich auch gesellschaftspolitisch
integriert - wird sie eine entscheidende Rolle, nicht nur in der
Automobilindustrie spielen."
Fraunhofer Kernkompetenzen im Bereich E-Mobility
Auf dem Weg zu reinen Elektrofahrzeugen wird es tief greifende
Veränderungen am Fahrzeug geben. Nicht nur der Antrieb, praktisch
alle Aggregate und Systeme und damit die Wertschöpfungsverteilung
werden sich verändern. Zulieferer müssen sich im Markt mit neuen
Komponenten etablieren - mit allen Chancen und Risiken. Chancen
besonders für mittelständische Unternehmen, denen häufig
Kernkompetenzen zur Verfügung stehen, die anderen fehlen. Gerade
diesen Firmen kann die Fraunhofer Austria Research GmbH mit ihrer
umfangreichen Forschungs- und Wissenschaftskompetenz, aber auch mit
ihrem unternehmens- und organisationsübergreifenden Netzwerk zur
Seite stehen. Zu den Fraunhofer-Kernkompetenzen im Bereich E-Mobility
gehören Themenbereiche wie Veränderungen in Produktions- und
Wertschöpfungsnetzwerken, Bewertung von Geschäftsmodellen,
Mobili-tätskonzepte im Individualverkehr und effiziente Güterlogistik
durch Einbindung von E-Mobility.
Vielfalt der Antriebstechnologien
"Zukünftig, das heißt etwa die nächsten zwanzig Jahre, werden wir
sicher noch mit den verschiedensten Antriebssystemen parallel leben
müssen," so Automobilexperte Prof. Wilfried Sihn. Auch weil die
Entwicklungskapazitäten der Automobilhersteller zum größten Teil noch
in Projekten zur Effizienzsteigerung des Verbrennungsmotors stecken.
Die Entwicklung eines Zwei- bis Drei-Liter-Autos ist absehbar - eine
Batterietechnologie zum vollständigen Ersatz der Verbrennungsmotoren
jedoch noch nicht. Und doch - die Karten werden jetzt neu gemischt:
Ein zukünftiger Erfolg im Bereich der Elektromobilität erfordert eine
sofortige Weichenstellung in der Automobilindustrie.
Rückfragehinweis:
Fraunhofer Austria Research GmbH Univ.-Prof. Prof. e.h. Dr.-Ing. Dr. h.c. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Wilfried Sihn Telefon +43 1 58801 33041 Rückfragen und Bildmaterial: Fraunhofer Austria Research GmbH Dipl.-Ing. Daniel Palm Tel. +43 676 888 616 02 email: [email protected]
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