Stress am Arbeitsplatz nimmt zu
79 % der europäischen Manager sorgen sich um psychosoziale Risiken wie Stress am Arbeitsplatz, doch nur wenige Unternehmen tun etwas dagegen.
Wien (OTS) - Wie die Ergebnisse der größten Studie zu Fragen der
Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz - "European Survey of
Enterprises on New and Emerging Risks" - ESENER - zeigen, nimmt die
Besorgnis über psychosoziale Risiken wie etwa Stress, Gewalt und
Belästigung am Arbeitsplatz zu. Vier von fünf europäischen Managern
äußern Besorgnis über arbeitsbedingten Stress. " Damit ist Stress am
Arbeitsplatz für Unternehmen ebenso bedeutsam (79 %) wie
Arbeitsunfälle. Arbeitsbedingter Stress tritt akut auf in Berufen im
Gesundheits- und Sozialwesen (91 % der Unternehmen betrachten das
Phänomen als sehr besorgniserregend) sowie im Bildungswesen (84 %).
Diese Daten hat die Europäische Agentur für Sicherheit und
Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) am 3. Juni 2010 in
Barcelona vorgestellt.
"Während die Finanzkrise um sich greift, wird arbeitsbedingter
Stress als starke Beeinträchtigung der Produktivität in Europa
bewertet," so Jukka Takala, Leiter der EU-OSHA. "Es stimmt sehr
bedenklich, dass nur 26 Prozent der Unternehmen in der EU angemessene
Verfahren nutzen, um dem Problem Stress zu begegnen. Es ist von
entscheidender Bedeutung, dass wir über gesunde, produktive
Arbeitskräfte verfügen, die die europäische Wirtschaftsleistung jetzt
dringend benötigt."
Einbeziehung der Mitarbeiter
Die Studie zeigt weiters, dass 42 Prozent der befragten Manager es
für schwieriger erachten, psychosoziale Risiken zu bewältigen als mit
anderen Sicherheits- und Gesundheitsproblemen umzugehen. Bei
Arbeitsplätzen mit Arbeitnehmerbeteiligung ist die Wahrscheinlichkeit
viel höher, dass erfolgreiche Arbeitsschutzmaßnahmen umgesetzt
werden. Dies gilt insbesondere für kleinere Unternehmen. So verfügen
84 Prozent der KMU mit geregelter Mitarbeitervertretung über eine
formelle Strategie für den Arbeitsschutz. Maßnahmen zum Umgang mit
psychosozialen Risiken wie Gewalt, Stress und Mobbing werden etwa
doppelt so häufig in Unternehmen eingesetzt, die ihre Mitarbeiter
anhören, als in jenen, die ihre Mitarbeiter nicht einzubeziehen. Die
Studie zeigt auf, dass die größten Hemmnisse für den Umgang mit
Arbeitsschutzfragen mangelnde Ressourcen (36 %) wie Zeit, Personal
oder Geld und mangelndes Bewusstsein (26 %) sind.
Über die Studie
Die European Survey of Enterprises on New and Emerging Risks
(ESENER) wurde im Frühjahr 2009 von TNS Infratest durchgeführt. Die
Erhebung umfasst 31 Länder in Europa. Es wurden 36.000 Interviews mit
Managern und Arbeitsschutzbeauftragten in Organisationen mit
mindestens zehn Mitarbeitern aus dem privaten und öffentlichen Sektor
in allen Branchen durchgeführt. Die deutsche Fassung der Studie ist
erhältlich unter:
http://www.ots.at/redirect/esener1-summary
Über EU-OSHA
Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am
Arbeitsplatz unterstützt Unternehmen dabei, das Bewusstsein für
Gefahren am Arbeitsplatz zu steigern. In einer "Datenbank für die
Gefährdungsbeurteilung" sind Checklisten, Handbücher, Broschüren und
interaktive Tools aus ganz Europa zusammengestellt.
Peter Sitte
Tel. 01/ 407 23 47-11
Mobil 0664 34 05 996
peter.sitte@comunit.at













