- 02.06.2010, 10:34:37
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Lebensgefahr für blinde Menschen am provisorischen Ostbahnhof
ÖBSV-Präsident Höllerer und Behindertenanwalt Buchinger fordern die ÖBB zum sofortigen Handeln auf
Wien (OTS) - Kommenden Sonntag ist der "Tag der Sehbehinderten".
Dies sollte für die ÖBB Anlass genug sein, bestehende Hindernisse für
blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen am provisorischen
Ostbahnhof zu beseitigen. Trotz mehrmaliger Urgenzen des
Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (ÖBSV) sowie
der Behindertenanwaltschaft ist dort die Sicherheit von
sehbeeinträchtigten Menschen noch immer massiv gefährdet.
Erste Hürde: Der Fußgängerübergang in der Arsenalstraße beim
Ausgang des Bahnhofes in Richtung Schweizer Garten. Dort ist
lediglich eine orangefarbige Blinklampe montiert, die in der Praxis
jedoch von den AutofahrerInnen ignoriert wird. Aufgrund des starken
Lärms der benachbarten Baustelle des Hauptbahnhofes ist es für
sehbeeinträchtigte Menschen nahezu unmöglich, selbständig die Straße
zu überqueren. Davon konnten sich Behindertenanwalt Dr. Erwin
Buchinger und ÖBSV-Präsident Mag. Gerhard Höllerer bei einer
gemeinsamen Begehung am 22. April persönlich überzeugen. Noch am
selben Tag schrieben die beiden einen Brief an den Vorstandssprecher
der ÖBB-Infrastruktur AG, Ing. Mag.(FH) Andreas Matthä, in dem sie
auch die zweite Hürde auf dem Weg in Richtung Schnellbahn-Haltestelle
Südbahnhof aufzeigten: Die Überquerung der Geleise des D-Wagens, in
diesem Bereich dreht noch dazu der Niederflurbus 69A um. Auch hier
ist es für blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen angesichts
des Baustellen- und Verkehrslärms unmöglich, das Hindernis ohne
Gefahr zu bewältigen.
Buchinger und Höllerer hatten in Ihrem Schreiben an die ÖBB auch
gleich Lösungsvorschläge zur Entschärfung dieser gefährlichen
Verkehrssituation parat: "Der zwischen der Arsenalstraße und dem
Baugelände über weite Strecken bereits vorhandene Gehsteig könnte
durchgängig hergestellt werden." Durch diese Variante bräuchten beide
Hindernisse nicht mehr überquert werden. Zweite Option: "Ein
Begleitdienst durch Mitarbeiter der Mungos."
In seinem Antwortschreiben vom 19 Mai (!) erteilt
ÖBB-Vorstandssprecher Matthä beiden Lösungsvorschlägen von ÖBSV und
Behindertenanwaltschaft eine Absage: Die Gehsteigverlängerung entlang
der Baustelle des Hauptbahnhofes sei zu gefährlich, ein
Begleitservice durch Mitarbeiter von Mungos "aus Haftungsgründen
nicht durchführbar". Die ÖBB habe am provisorischen Ostbahnhof "alles
Mögliche getan, um den Sehbehinderten Erleichterungen zu schaffen.
Ich bitte jedoch um Verständnis dafür, dass bei derartigen
Provisorien nicht allen Wünschen der Behindertenorganisationen
entsprochen werden kann".
Sowohl Behindertenanwalt Buchinger, als auch ÖBSV-Präsident
Höllerer sind enttäuscht, dass die ÖBB das eklatante
Sicherheitsproblem für blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen
nicht zur Kenntnis nehmen möchte: "Wir fordern die Verantwortlichen
der Bahn auf, die Sicherheitsmängel im Bereich des provisorischen
Ostbahnhofes sofort zu beseitigen. Hier ist Gefahr im Verzug, für
stark sehbeeinträchtigte Menschen besteht Lebensgefahr!"
Rückfragehinweis:
Fotos, Interviews: Mag. Raimund Lunzer, PR-Referent Österreichischer Blinden- und Sehbehindertenverband (ÖBSV) Tel. 0664 / 140 11 77 mailto:[email protected] www.blindenverband.at
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