Utl.: Klare Strategie für Maßnahmen gegen Verstöße des geistigen
Eigentums gefordert =
Brüssel, 1. Juni 2010 (OTS) "Europa läuft Gefahr keinen
rechtmäßig funktionierenden Online-Markt entwickeln zu können,
solange es keine klare Strategie für Maßnahmen gegen Verstöße des
Geistigen Eigentums gibt. Die Kommission hat bis dato keine
prioritären Handlungsschwerpunkte gesetzt und eine dringend
notwendige und klare Linie zur Bekämpfung der Online-Piraterie
vorgegeben", so ÖVP-Europaabgeordnete Dr. Hella Ranner nach der
Abstimmung über die bessere Durchsetzung von Rechten des Geistigen
Eigentums im Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments. "Die
heutige Abstimmung ist richtungweisend für die zukünftigen
Bemühungen der EU in einer vernetzen und globalisierten Welt Wege
zu finden, Urheberrechte zu schützen und stellt klare Forderungen
an die Kommission." ****
Geistiges Eigentum sind Patente oder urheberrechtlich
geschützte Werke oder Marken. "Bei Verstößen gegen das Geistige
Eigentum handelt es sich um ein Problem, das alle
Wirtschaftssektoren gleichermaßen betrifft und zahlreiche
Arbeitsplätze in der Kreativindustrie gefährdet. Die organisierte
Kriminalität in den Bereichen Produktfälschungen und Online-
Piraterie ist so dominant wie nie zuvor und verlangt nach einer
starken Strategie", so die Juristin. "Aber auch die Konsumenten
müssen in den Mittelpunkt gestellt werden: Gefälschte Waren oder
Nachahmungen basierend auf Patenten können sowohl die Gesundheit
als auch die Sicherheit der Verbraucher stark gefährden."
Innovationen und Kreativität würden maßgeblich zur europäischen
Wettbewerbsfähigkeit beitragen und einen erheblichen Mehrwert auch
nach Österreich bringen. "Die Kreativindustrie-Cluster und
Innovationsstandorte sind führende Vorzeige-Modelle in Europa und
müssen zur Erhaltung ihrer Wettbewerbsfähigkeit unterstützt
werden", fordert die Europaabgeordnete. Gleichsam mit diesem
Bericht werden eine Vielzahl von Forderungen an die Kommission
gestellt und einige Anstöße für die Zukunft gegeben: "Das
Europäische Patent, welches nun schon in der dritten
Legislaturperiode verhandelt wird, muss endlich Realität werden. Es
würde einen ganz klaren Wettbewerbvorteil für Europa gegenüber
Drittstaaten bringen. Ich hoffe, dass die belgische Präsidentschaft
diese Bemühungen nun vorantreibt", so Ranner weiter. Aber auch
Sensibilisierungskampagnen sollten stärker vorangetrieben werden.
"Vor allem Jugendliche müssen besser auf die wirtschaftlichen
Folgen von illegalen Downloads oder gefälschten Markenartikeln
aufmerksam gemacht werden."
ÖVP-Europaabgeordnete Elisabeth Köstinger, die sich als
Mitglied des Ausschusses für Internationalen Handel mit der Online-
Piraterie im Zuge der aktuellen ACTA-Verhandlungen befasst, will
vor allem eines: "Oberstes Ziel ist die Wahrung des Datenschutzes
und der Privatsphäre der europäischen Bürgerinnen und Bürger -
davon werden wir nicht abweichen."
ÖVP-Industriesprecher Dr. Paul Rübig, der die Stellungnahme des
Berichtes im Industrieausschuss verfasste, geht sogar noch einen
Schritt weiter: "Für kommerzielle verwertete Piraterie muss es
schwere Strafen geben, um organisierte Kriminalität zu verhindern.
Die Ausarbeitung des Rechtsrahmens für Verstöße muss vor allem auf
die Bereiche Arznei,- und Nahrungsmittel, Kosmetikprodukte,
Fahrzeugersatzteile, technische Ausrüstungen und Elektrogeräte
Rücksicht nehmen", fordert Rübig abschließend.
Rückfragen: Mag. Andrea Strasser, EVP Pressedienst, Tel.: +32-473-
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