- 01.06.2010, 11:54:09
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Industrie: Bildung und Ausbildung bei Krisenbewältigung zentral
IV-Riemer: Brauchen beste Köpfe und Hände, um wettbewerbsfähig zu bleiben - Für Unternehmen immer schwieriger, qualifizierte Lehrlinge zu finden
Wien (OTS/PdI) - "Neben der Bewältigung der Wirtschafts- und
Finanzkrise, gilt es JETZT die Weichen für einen erfolgreichen Aus-
und Aufstieg aus der Krise zu stellen. Der Bereich Bildung und
Ausbildung ist dabei zentral", betonte Dr. Gerhard Riemer,
Bereichsleiter Bildung, Innovation und Forschung der
Industriellenvereinigung (IV) heute, Dienstag, auf einer
Pressekonferenz in Berlin zur Zukunft Stellenwert und Zukunft der
dualen Berufsausbildung in Deutschland, der Schweiz und Österreich.
"Klar ist: Wir brauchen die besten Köpfe und Hände, um international
weiterhin wettbewerbsfähig zu sein. Es bedarf dazu insbesondere auch
der qualifizierten Fachkräfte, um Idee und Ergebnisse in Produkte,
Verfahren, Systeme umzusetzen und auf den Märkten zu verkaufen." Es
werde für Unternehmen immer schwieriger, qualifizierte Lehrlinge für
die duale Berufsausbildung zu finden. "Die immer größer werdenden
Bildungslücken verschärfen die Situation", so Riemer.
Um die Qualität der beruflichen Bildung in Österreich im Rahmen
des dualen Systems zu verbessern, seien drei Themen von zentraler
Bedeutung. So müsse
1. das Angebot und Nachfrage an qualitativ guter Ausbildung
verbessert werden. "Die notwendigen Maßnahmen reichen von der
inhaltlichen Anpassung der Berufe an neue Anforderungen, Gestaltung
neuer Lehrberufe bei gleichzeitiger Straffung des Lehrberufsangebotes
bis zur dringend notwendigen Verbesserung des Images praktischer
beruflicher Bildungswege", so Riemer.
2. Müsse die Attraktivität der Berufsausbildung im dualen System
erhöht werden. Hier gelte es etwa die Über- und Umstiegsmöglichkeiten
aus dem dualen System in den tertiären Sektor auszubauen, um
Jugendlichen den weiteren Weg in höhere Bildungsstufen zu
erleichtern. "Selbstverständlich gehört dazu aber auch ein Angebot an
neuen attraktiven Sondermodellen seitens der Industrie", wie der
IV-Bereichsleiter mit Blick auf die bereits bestehenden Modelle des
"Industrietechnikers" und dem Modell der "Kremstaler technischen
Lehrakademie KTLA" betonte.
3. Nannte Riemer die Anerkennung beruflicher Qualifizierung und
Abschlüsse im Rahmen des Europäischen Qualifikationsrahmens bzw. des
NQR. In Österreich seien im Dezember 2009 die Weichen dafür gestellt
worden. In den Qualifikationsebenen 6 bis 8 werde der österreichische
Hochschulraum gemäß den Bologna-Strukturen abgebildet und
außerschulische, berufliche Qualifikationen (Ingenieur, Meister,
Wirtschaftstreuhänder) nach einem "kriterienbasierten
Zuordnungsverfahren" zugeordnet.
"Somit sollte und muss es möglich werden, dass etwa die
Qualifikationsebene 6 auch für Absolventen der beruflichen Bildung
erreichbar und im EQR entsprechend anerkannt wird - z.B. Anerkennung
des HTL-Technikers bzw. Ingenieurs in Stufe 6", so Riemer. Darüber
hinaus sei es angesichts der demografischen Entwicklung zudem auch
notwendig, Migration und Integration als Herausforderung und Chance
gleichermaßen aktiv zu nutzen.
Rückfragehinweis:
IV-Newsroom
Tel.: +43 (1) 711 35-2306
mailto:[email protected]
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