• 01.06.2010, 11:41:52
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Industrie: Teilnahme heimischer Unternehmen an globalen Wachstumsmärkten forcieren

IV-GS Beyrer: Internationale Beschaffungsplattformen eröffnen konkrete neue Geschäftsperspektiven - Argumente der Export-Kritiker "geradezu abstrus"

Wien (OTS/PdI) - Als "fatalen wirtschaftspolitischen Fehler und
mit einem selbstauferlegten Handelsembargo vergleichbar" bezeichnete
der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus
Beyrer heute, Dienstag, die von mancher Seite propagierte Abkehr von
der Exportorientierung der österreichischen Wirtschaft. "Vielmehr
wird die verstärkte Teilnahme heimischer Unternehmen an den globalen
Wachstumsmärkten zu einem entscheidenden Zukunftsfaktor für Wachstum
und Beschäftigung in Österreich. Daher müssen wir unsere
internationale Wettbewerbsfähigkeit noch weiter stärken und uns an
den Besten orientieren." Die IV habe daher gemeinsam mit der
Wirtschaftskammer Niederösterreich, dem Wirtschaftsministerium und
der niederösterreichischen Landesregierung das EU-Projekt DUO**STARS
aufgesetzt. DUO**STARS ist das bis dato größte nicht-investive
EU-Regionalförderprojekt im Österreich/Slowakei-Programm und
begründet eine industrielle Zukunftspartnerschaft in der
grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

"DUO**STARS eröffnet heimischen Unternehmen durch den Zugang zu
internationalen Beschaffungsplattformen konkrete
Geschäftsperspektiven zu einem Zeitpunkt, in dem die globalen Märkte
zu einer neuen Expansionsphase ansetzen. Europa hat indes - wie die
neueste OECD-Konjunkturprognose unterstreicht - ein massives
Wachstumsproblem: auf allen Kontinenten ist Wachstum deutlich
jenseits der Beschäftigungsschwelle zu erwarten", sagte der
IV-Generalsekretär. "Das äußerst magere 1,2%-Wachstum in der Eurozone
ist im internationalen Vergleich - Japan 3,0%, USA 3,2%, OECD-Raum
mit 2,7% - zu wenig, um die Arbeitslosigkeit zu verringern und zu
schwach, um die enorme Konsolidierungsaufgabe bei den öffentlichen
Budgets zu meistern. Daher sind Internationalisierungsschritte auf
die Wachstumsmärkte zu setzen", so Beyrer.

"Durch die Umsetzung von insgesamt elf Maßnahmenpaketen sollen
Leitbetriebe aus der Slowakei und Österreich deshalb noch stärker als
bisher in globale Wertschöpfungs- und Know-how-Netzwerke der
Hochtechnologie integriert werden", betonte der IV-Generalsekretär.
Auf diese Weise soll die Wettbewerbsfähigkeit der jeweiligen
Industriestandorte insbesondere in den Branchen Metall,
Automobil(zulieferung), Elektro/Elektronik sowie Luft- und Raumfahrt
gestärkt werden. Eines der wichtigsten DUO**STARS-Maßnahmenpakete
zielt auf die Kooperation mit elektronischen Beschaffungsplattformen
internationaler Anbieter wie MFG.com.

Exportierende Unternehmen zahlen um 23% höhere Löhne als
nicht-exportierende Betriebe

Scharf wandte sich Beyrer gegen Aussagen, wonach Exporte die
heimische Kaufkraft schwächen würden - "das Gegenteil ist der Fall.
Am österreichischen Beispiel wissen wir, dass exportierende
Unternehmen um 23% höhere Löhne zahlen und sogar eine um 72% höhere
Investitionsintensität als nicht-exportierende Unternehmen aufweisen.
Unsere Unternehmen haben sich seit Jahrzehnten erfolgreich dem
internationalen Wettbewerb gestellt", betonte der IV-Generalsekretär.
Die österreichische Industrie habe heute eine Exportintensität von
56%. Mehr als die Hälfte des Umsatzes werde exportiert. In einigen
Branchen wie bei der Metall- oder Papiererzeugung seien es sogar 68%
und bei der chemischen Industrie und dem Maschinenbau sogar 72-74%.
Die Argumentation, dass die "zu wettbewerbsfähigen und damit
exportstarken" Länder Deutschland und Österreich daher ständig
Handelsbilanzüberschüsse auf Kosten anderer EU-Mitgliedstaaten
erwirtschafteten, sei "ebenfalls geradezu abstrus". Vielmehr hätten
die nicht wettbewerbsfähigen Staaten über Jahre hindurch über ihre
Verhältnisse gelebt.

Industrie als Basis der Volkswirtschaft für positive
Leistungsbilanz entscheidend

Das griechische Beispiel zeige gleichzeitig besonders deutlich, dass
die industrielle Basis einer Volkswirtschaft das Fundament einer
positiven Leistungsbilanz sei. Durchwegs alle europäischen
Mitgliedsländer mit Leistungsbilanzproblemen haben eine geringe
Industriequote. In Griechenland beträgt der Anteil der Industrie
lediglich noch rund 10%, und auch in den anderen "Club Med"-Staaten
liegen die Industriequoten in derselben Größenordnung. Würden die
Leistungsbilanzdefizit-Länder wie Spanien, Portugal, aber auch
Frankreich ihre Industriequote auf ein deutsches oder
österreichisches Niveau von weit mehr als 20% (Wertschöpfung des
engen Bereichs der Sachgütererzeugung in % der gesamten
Wertschöpfung) verdoppeln, wären die Ungleichgewichte und die
Leistungsbilanzdefizite in der Eurozone langfristig kein Thema mehr.

Rückfragehinweis:
IV-Newsroom
Tel.: +43 (1) 711 35-2306
mailto:[email protected]
www.iv-net.at/medien

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