• 31.05.2010, 13:58:43
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Wiener Infrastruktur in fordernden Zeiten

FBA Infrastrukturreport erscheint zum zweiten Mal für Wien

v.l.n.r. David Ungar-Klein, Initiator und Autor, Future Business Austria; KommR. Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien; DI Rudolf Schicker, Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr in Wien; Mag. (FH) Kathrin Kornfeld, Projektleiterin und Co-Autorin, Future Business Austria

Wien (OTS) - Die Stadt Wien stellt sich erneut der Analyse der
Infrastrukturinitiative Future Business Austria (FBA). Wie im Vorjahr
belegt Wien im Städtevergleich den guten vierten Platz, doch der
Abstand zu den Vergleichsländern schrumpft.

Eine hochentwickelte Infrastruktur ist für die Zukunft des
Wirtschafts- und Arbeitsstandortes Wien unverzichtbar.
Infrastrukturelle Einrichtungen sind die Lebensadern zur Versorgung
einer Stadt. Die Bandbreite reicht von der Daseinsvorsorge bis zur
Anbindung an internationale Straßen- und Datennetze. Deshalb sind aus
volkswirtschaftlicher Sicht zukunftsreiche Investitionen heute
wichtiger denn je, um im globalen Standortwettbewerb vorne zu
bleiben.

"Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist es wichtig, sich
systematisch mit der Weiterentwicklung der eigenen Infrastruktur zu
beschäftigen. Dass sich Wien bereits zum zweiten Mal den
Untersuchungen des Future Business Austria Infrastrukturreports
unterzieht, unterstreicht das hohe Infrastrukturbewusstsein der
Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft", so Initiator und
Autor des FBA Infrastrukturreports David Ungar-Klein bei der
Präsentation des zweiten regionalen Infrastrukturberichtes für Wien
am 31. Mai 2010 im Reitersaal der Österreichischen Kontrollbank vor
rund 100 geladenen Entscheidungsträgern aus der Infrastrukturbranche.
Der Report basiert auf der Konzeptionierung von Create Connections
und beinhaltet u. a. Untersuchungen von Univ.-Prof. Dr. Bernhard
Felderer (IHS), Meinungsforscher Dr. Peter Hajek und internationalen
Städtevergleichs-Daten von Roland Berger Strategy Consultants.

Wien im internationalen Vergleich

Im internationalen Hauptstädtevergleich liegt der Standort Wien
auf der guten vierten Position nach Amsterdam, London und Madrid.
Beim Durchschnitt aller erhobenen Roland Berger Key Performance
Indikatoren (KPIs) hat sich Wien gegenüber 2008 um 3 Skalenpunkte
verbessert. Da jedoch auch der europäische Durchschnitt um 4
Skalenpunkte gestiegen ist, hat sich der Abstand Wiens zu diesem von
8 auf 7 Skalenpunkte verringert.

"Die Qualität der Infrastruktur ist ein entscheidendes Kriterium
für Unternehmen bei der Auswahl des Headquarter-Standortes. In
Mitteleuropa steht hier Wien, das hier als besonders attraktiv zu
bewerten ist, in zunehmendem Wettbewerb mit Städten wie Prag oder
Budapest. Professionelles Städtemanagement und nachhaltige
Infrastrukturinvestitionen werden damit zu zentralen
Erfolgsfaktoren", so Dr. Roland Falb, Managing Partner bei Roland
Berger Strategy Consultants.

Hohes Infrastrukturbewusstsein

Wiens Entscheidungsträger befürchten, dass aufgrund der Krise und
der notwendigen Haushaltskonsolidierungen Investitionen in die
Infrastruktur reduziert werden können. 46 % der von Peter Hajek
befragten Wiener Manager geben zu Protokoll, dass die steigende
Staatsverschuldung sehr starken (negativen) Einfluss auf die
Infrastrukturinvestitionen in Österreich haben wird. Nach Meinung von
immerhin noch 28 % werden Investitionen unter der Verschuldung "eher
leiden".

Das Infrastrukturbewusstsein der Wiener Manager ist jedenfalls
außerordentlich hoch: 94 % der Wiener Manager sehen eine gut
ausgebaute Infrastruktur als eine wichtige Größe für den
Wirtschaftsstandort Wien an. Die Wiener Manager halten dabei die
Infrastrukturbereiche IKT und Energie in Wien für deutlich besser als
in anderen europäischen Hauptstädten.

Kritik an Infrastrukturpolitik

An der staatlichen Infrastrukturpolitik lassen 72 % der Wiener
Manager (2008: 68 %) kein gutes Haar: Sie geben an, keine
Gesamtstrategie für Infrastrukturthemen zu erkennen. Nur 23 % (2008:
32 %) sehen hier ein koordiniertes Vorhaben. Für Wien fällt die
Beurteilung besser aus: 39 % berichten von einer
Infrastruktur-Gesamtstrategie für Wien, 55 % können eine solche nicht
erkennen. 64 % halten die Wiener Infrastrukturpolitik für Stückwerk,
28 % sehen eine koordinierte Politik.

Ein wichtiges Anliegen ist den Wiener Managern das Ausschöpfen der
Produktivitätspotenziale durch eine exzellente Infrastruktur. Die
durchschnittliche Produktivitätssteigerung in Wien, die bei einer dem
internationalen Benchmark entsprechenden Infrastruktur erzielt werden
könnte, liegt aus der Sicht der Wiener Manager bereits bei 11 %.

IKT: Mangelnder Breitbandausbau bringt Nachteile für Standort

74 % der Befragten beurteilen das Breitbandangebot in Wien als
gut (26 % sehr gut; 48 % eher gut). Wer Verbesserungspotenzial beim
Breitbandausbau feststellt, verbindet mit mangelnden Investitionen
ganz konkrete Gefahren. Enorme 50 % der Wiener Manager befürchten,
dass der Wirtschaftsstandort hinter anderen zurückbleibt, 43 % sehen
darin ein Hemmnis für den Technologiefortschritt, 31 % fürchten um
Arbeitsplätze, 20 % erwarten sinkende Auslandsinvestitionen, 10 %
prognostizieren eine sinkende Forschungsquote und 8 % sehen negative
Konsequenzen für den Börseplatz.

Luftfahrt: Angst um Standort

Der FBA Infrastrukturreport Wien zeigt, dass der AUA-Verkauf die
Wiener Manager intensiv beschäftigt: Obwohl 71 % der Wiener Manager
den Flughafen Wien nach dem Verkauf der AUA an die Lufthansa
weiterhin als internationale Drehscheibe sehen, befürchten 86 %
negative Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Wien (56 % "sehr
negativ" und 30 %"eher negativ"), wenn der Flughafen Wien seine
Stellung als internationale Drehscheibe verliert.

Energie: Hohes Öko-Bewusstsein

Von der Wiener Politik erwarten sich die Wiener Manager die
Forcierung erneuerbarer Energien (42 %) und von Energieeffizienz (26
%) sowie das Aufrechterhalten der Versorgungssicherheit (18 %). Große
Potenziale im Bereich der Energieeffizienz warten im Wohnbau auf ihre
Nutzung.

Straße: Freie Fahrt Richtung Osten

Absolute Priorität hat für Wiener Manager der Ausbau der
Straßenverbindungen nach Osteuropa, gefolgt von Ausbau und
Modernisierung des Straßennetzes allgemein sowie der Förderung
öffentlicher Verkehrsmittel. Während nur jeder fünfte österreichische
Manager den Ausbau der Straßen nach Osteuropa einfordert, tut dies
jeder dritte Wiener Befragte. Dies unterstreicht die
Wachstumsorientierung in Richtung Osteuropa. Weiters wichtig: Der
Güterumschlag vor Ort muss gestärkt werden. Neben der Schleife Laaer
Berg (Kledering) sind Güterterminals an den Grenzen Wiens (in
Inzersdorf sowie im Norden) zu forcieren. Das Verkehrskonzept der
Bundeshauptstadt wird von 54 % als positiv bewertet.

Schifffahrt: Fokus auf Hafeninfrastruktur und Umschlagplätze

In der Rangliste der Wünsche der Wiener Manager an die Politik im
Teilbereich Schifffahrt in Österreich führen die bessere Anbindung an
Schiene und Straße bei 43 % der Befragten (2008: 48 %), die
verstärkte Kooperation mit den Nachbarländern bei 18 % (2008: 28 %),
der Ausbau der Hafenanlagen bei 13 % (2008: 11 %) sowie mehr und
bessere Umschlagplätze im Güterbereich bei 8 % (2008: 4 %).
Hafeninfrastruktur und Güterumschlagplätze haben damit klar an
Bedeutung gewonnen.

Schiene: Positives Zeugnis

Die Entwicklung der Bahninfrastruktur in Wien beurteilen Wiens
Manager mit 53 % mehrheitlich positiv. Den Wiener Linien stellen 74 %
der befragten Wiener Manager ein positives Zeugnis aus. Als jeweils
gut qualifizieren 54 % der Befragten Zugausstattung und
Servicequalität, 60 % das Fahrplanangebot. Auf besonders große
Resonanz stößt der CAT (City Airport Train): 72 % der Wiener Manager
bewerten den CAT positiv.

Forschungsinfrastruktur: Internationale Vernetzung wichtig

Auch zum neu in den Infrastrukturreport aufgenommenen Bereich
Forschungsinfrastruktur gibt es positive Rückmeldungen. Nach den
Erhebungen des FBA Infrastrukturreports halten Wiener Manager den
Bereich Forschung in Wien zu 50 % für "sehr wichtig" und zu 34 % für
"eher wichtig". Laut der Meinung der Manager ist es wichtig, die
internationale Vernetzung zu forcieren und den Forschungsstandort für
internationale Forscher attraktiver zu machen.

Für die erhobene Kennzahl "F&E-Ausgaben pro Einwohner" schneidet
Wien gegenüber den Hauptstädten seiner Wirtschaftspartner sehr gut
ab. So liegt die Stadt bei den Ausgaben der Forschung auf dem zweiten
Platz.

Klare Positionen zu Wiener Infrastruktur

Die Infrastrukturinitiative Future Business Austria (FBA)
präsentiert am 31. Mai 2010 im Reitersaal der Österreichischen
Kontrollbank zum zweiten Mal den Wiener FBA Infrastrukturreport. Im
Rahmen eines Business Breakfast diskutierte eine hochkarätige Runde
aus Experten und Entscheidungsträgern der heimischen
Infrastrukturbranche vor rund 100 Gästen die standortpolitischen
Herausforderungen für Wien. Das Podium wurde moderiert von David
Ungar-Klein, Initiator des Future Business Austria und Autor des
Infrastrukturreports.

Dr. Hannes Ametsreiter, Generaldirektor, Telekom Austria Group:
"Eine gut ausgebaute IKT-Infrastruktur ist die Basis für die
Attraktivität eines Wirtschaftsstandorts. Wir brauchen in Wien
bestmögliche Rahmenbedingungen, um den Ausbau und Investitionen in
Glasfaser-Infrastruktur forcieren zu können."

Univ.-Prof. Dr. Bernhard Felderer, Direktor, Institut für Höhere
Studien (IHS): "Städte sind multifunktionelle Dienstleistungs- und
Produktionszentren für ganze Wirtschaftsregionen. Deshalb spielt die
Infrastrukturausstattung von Städten im europäischen
Standortwettbewerb eine wichtige Rolle. Gerade in der dynamischen
mittel- und osteuropäischen Region ist es für Standorte wichtig, u.a.
durch eine leistungsfähige Infrastruktur attraktiv für Unternehmen
bzw. Konzernzentralen zu sein."

Dr. Peter Hajek, Geschäftsführer Peter Hajek Public Opinion
Strategies: "Standorte sind gerade in wirtschaftlich schwierigen
Zeiten gut damit beraten, ihre Qualität auf Basis objektiver Analysen
weiterzuentwickeln und damit ihre Attraktivität für die Zukunft zu
sichern."

KommR. Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien:
"Optimale Infrastrukturangebote, besonders im Straßen-, Schienen- und
Flugnetz, stehen für Betriebe bei Standortentscheidungen an erster
Stelle. Bund und Länder müssen ihre Investitionspolitik so
ausrichten, dass die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe
gestärkt wird. Die Bedürfnisse und Erwartungen der Wirtschaft sind
evident."

Ing. Mag. (FH) Andreas Matthä, Vorstandssprecher der
ÖBB-Infrastruktur AG: "Mit dem Wiener Hauptbahnhof erhält Wien einen
hochwertigen Knoten im Infrastrukturnetz. Investitionen in
Infrastruktur rechnen sich auch in schwierigen Zeiten. Sie sind die
Basis für Wachstum und Wohlstand."

Ing. Mag. Helmut Miksits, Vorstandsmitglied Geschäftsbereich
Energie, Wiener Stadtwerke Holding AG: "Um die sichere
Energieversorgung des Standortes zu gewährleisten, sind laufende
Investitionen und Verbesserungen notwendig. Wien Energie investiert
allein in den nächsten fünf Jahren 2 Milliarden Euro in die Zukunft
Wiens."

DI Rudolf Schicker, Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr:
"Die Stadt Wien war gegen die große Krise bestens gewappnet: Die
Infrastruktur-Projekte, vor allem im Bereich der Bahn, waren und sind
wichtige Impulse. Mit dem 'Flaggschiff' Hauptbahnhof, der ja eine
zentraleuropäische Rolle spielt, dem innerstädtischen Projekt
Wien-Mitte, der Bahnhofcity am Westbahnhof und dem Lainzer Tunnel
sowie dem trimodalen Knoten für den Güterverkehr beim Hafen Wien und
dem geplanten Terminal Inzersdorf springen wir logistisch ins 21.
Jahrhundert. Was jetzt im Straßennetz noch dringend nötig ist: die
Fertigstellung der Nordostumfahrung mit Tunnels unter der Donau und
der Lobau."

Presseunterlagen: www.fba.or.at/presse

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
Mag. (FH) Kathrin Kornfeld
Create Connections Networking & Lobbying GmbH
E-Mail: [email protected]
Phone: +43/1/504 66 77 ; Mobile: +43 664 96 43 002

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