Wien: "Lange Nacht der Kirchen" wird in Simmering eröffnet
Ökumenischer Gottesdienst in der rumänisch-orthodoxen Andreaskirche - Bundespräsident Fischer und Kardinal Schönborn begrüßen "Öffnung" der Gotteshäuser
Wien (OTS) - Wien, 27.05.10 (PEW) Mit einem ökumenischen
Gottesdienst wird am Freitag, 28.Mai, um 18 Uhr in der Wiener
rumänisch-orthodoxen Andreaskirche (1110 Wien, Simmeringer
Hauptstraße 161) die diesjährige "Lange Nacht der Kirchen" eröffnet.
"Die Lange Nacht der Kirchen stellt ein christliches Zeugnis für
unsere Zeit dar", so der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae
Dura, der zugleich Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in
Österreich ist. Die Andreaskirche wurde zwischen 2004 und 2010 von
dem rumänischen Künstler Vasile Lefter mit eindrucksvollen Fresken
geschmückt. Bereits um 17. 50 Uhr läuten in ganz Österreich die
Kirchenglocken die "Lange Nacht" ein. Insgesamt sind 744 Gotteshäuser
zwischen Neusiedler- und Bodensee an der "Langen Nacht" beteiligt. Es
gibt mehr als 3.500 Programmpunkte - von exquisiter Musik über
spannende Lesungen und Diskussionen bis zu eigenen Programmen für
Kinder.
Die "Lange Nacht" bietet den Christen die Möglichkeit, die Menschen,
die mit Kirche nicht vertraut sind, einzuladen, damit sie das kennen
lernen können, was den Christen heilig ist, schreibt Kardinal
Christoph Schönborn im Vorwort zum Programmheft für die "Lange Nacht
der Kirchen" in Wien. Auch das sei ein Teil der "Mission", wie sie
von der Initiative "Apostelgeschichte 2010" verstanden wird. Wörtlich
schreibt der Wiener Erzbischof: "Wir zeigen in der Langen Nacht der
Kirchen unsere Gotteshäuser her, aber eben nicht nur unsere Gebäude,
die schön und beeindruckend sind. Wir lassen die Menschen zu uns
kommen, wir gehen auf sie zu".
Bundespräsident Heinz Fischer stellt im Programmheft wörtlich fest:
"Ich freue mich, dass durch diese zeitgemäße Öffnung der christlichen
Kirchen so viele Menschen die Gelegenheit nützen, geschichtsträchtige
Gebäude zu betrachten, vielleicht über sich und den Sinn des Lebens
nachzudenken, oder anregende Gespräche mit nach Hause zu nehmen. Wir
alle - auch die Politiker - brauchen in der einen oder anderen Weise
immer wieder Momente des Nachdenkens und der Besinnung, um nicht im
täglichen Tun und Handeln den inneren Kompass zu verlieren". Auch
eine gerechte, soziale und mitmenschlich orientierte Politik müsse
immer wieder neu durchdacht und erarbeitet werden.
Der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan
Zurbriggen, betont im Programmheft seine Freude darüber, dass die von
Papst Benedikt XVI. immer wieder unterstrichene "Mitte des
christlichen Glaubens" -"Gott ist die Liebe" - in der "Langen Nacht
der Kirchen" den Menschen einfach und unkompliziert zugänglich
gemacht wird. Zurbriggen würdigt die vielfältigen spirituellen,
karitativen und kulturellen Akzente , die in der "Langen Nacht"
seitens der christlichen Kirchen in Österreich gesetzt werden.
Es sei erfreulich, dass den Kirchen auch bei der sechsten Auflage der
"Langen Nacht" weder die Ideen ausgehen noch der lange Atem fehlt, so
der Wiener Bischofsvikar Prälat Karl Rühringer im Programmheft. Die
"Lange Nacht" sei auch eine Möglichkeit des ökumenischen
Kennenlernens, etwa beim "ökumenischen Spaziergang" im 3.Bezirk (von
der katholischen Sacre Coeur-Kirche über die russisch-orthodoxe
Nikolauskathedrale zur anglikanischen Christ Church). Rühringer:
"Menschen sollen erleben dürfen, dass die Gastfreundschaft im
Christentum einen hohen Stellenwert hat. So kann der Fremde und
Unvertraute zum Freund und guten Nachbarn werden, damit Christen
verschiedener Konfessionen gemeinsam beten und miteinander den
Glauben in unserer Stadt und in unserem Land leben können".
Im Vorjahr besuchten mehr als 300.000 Menschen in der "Langen Nacht
der Kirchen" die österreichischen Gotteshäuser. (ende)
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