• 25.05.2010, 11:28:48
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Hochwasserschutzdämme beeinträchtigen das "Welterbe Wachau(R)"

Appell der "Alliance For Nature": "Gebt der Natur ihre Lebensräume retour!"

Wien (OTS) - Die Donau, einst eine wildromantische Lebensader quer
durch Europa, wurde im Laufe der letzten Jahrhunderte durch den
Menschen mehrmals ihrer Schönheit und Ursprünglichkeit beraubt und
vergewaltigt. Ziel der Regulierungsmaßnahmen, Felssprengungen und
Kraftwerksbauten war insbesondere die bessere Schiffbarmachung, der
Schutz der anliegenden Ortschaften und die Wasserkraftgewinnung. Doch
durch gravierende Fehler der Kulturtechniker, Beamten und Politiker
hat man die Donau dadurch keineswegs sicherer gemacht - im Gegenteil.
Die ehemaligen 100-jährigen Donau-Hochwässer, die ganze Ortschaften
überschwemmten, treten nun in weitaus kürzeren Intervallen auf. Denn
anstatt das Niederschlagswasser in den Bergen und Hochlagen auf
natürliche Art und Weise zurückzuhalten, wurden Landschaften verbaut
und versiegelt, Wiesen und Moore trockengelegt sowie Bäche und Flüsse
in Kanäle umgewandelt. Die Folge ist ein beschleunigter Abfluss der
Niederschläge in tiefere Lagen, wo die Bach- und Flussbetten das
rasch anfallende Wasser nicht mehr aufnehmen können. Dementsprechend
kommt es zunehmend zu verheerenden Hochwässern - verursacht vom
Menschen. Doch anstatt aus den Fehlern zu lernen und Rückbauten der
versiegelten Landschaften in den Hochlagen zu veranlassen, damit dort
das Wasser in natürlichen Böden gespeichert wird und langsamer
abfließt, werden entlang der Donau Hochwasserschutzmaßnahmen mit
Kosten von Euro 420 Millionen gesetzt. Betroffen hievon sind auch
zahlreiche Ortschaften in der zum Welterbe erklärten Wachau, u.a.
Melk, Emmersdorf, Aggsbach Markt, Aggsbach Dorf, Rossatz, Rührsdorf,
Weißenkirchen, Dürnstein, Krems/Stein. Die Folge ist, dass die
Ortschaften in der Wachau zunehmend vom Fluss abgetrennt werden, auch
wenn es sich teilweise um mobile Betonelemente handelt.

Im Rahmen ihrer Initiative "Welterbe Wachau(R)" und anlässlich des
10-jährigen Jubiläums der Erklärung der Wachau zur
UNESCO-Welterbestätte appelliert "Alliance For Nature" an die
verantwortlichen Politiker und Beamten in ganz Österreich, der Natur
ihre notwendigen Lebensräume wiederum zurückzugeben, dem Verbauen und
Versiegeln der Landschaft endlich einen Riegel vorzuschieben und eine
menschen-, natur- und umweltverträgliche Politik einzuschlagen. "Denn
nur ein Miteinander mit der Natur hat Zukunft!", so
"Alliance"-Generalsekretär Christian Schuhböck, der in den
Hochwasserschutzbauten auch eine Beeinträchtigung des "Welterbes
Wachau(R)" und dessen Landschaftsbildes sieht.

Rückfragehinweis:
Alliance For Nature - Generalsekretariat
DI Christian Schuhböck
mailto:[email protected]
Tel.: 01 / 893 92 98 oder 0676 / 419 49 19
www.AllianceForNature.at

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