• 24.05.2010, 14:20:50
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  • OTS0046 OTW0046

Landau fordert umfassende Schuldebatte

Wiener Caritasdirektor: Derzeitiges Schulsystem selektiert "zu früh und nach sozialer Herkunft"

Wien, 24.05.10 (KAP) Eine "umfassende Schuldebatte ohne ideologische
Scheuklappen" hat der Wiener Caritasdirektor Michael Landau
gefordert. Der Zugang zu Bildung sei ganz entscheidend für die
Vermeidung und Bekämpfung von Armut, sagte Landau am Montag
gegenüber "Kathpress". Das derzeitige Schulsystem biete Kindern aus
sozial schwachen Familien de facto nicht die gleichen Chancen wie
Kindern aus besser situierten Haushalten. Notwendig wäre eine
gezielte stärkere Förderung jener Kinder, die aufgrund der Herkunft
und des sozialen Status der Eltern mit schlechteren Voraussetzungen
ins Bildungssystem einsteigen.

So wie das Schulwesen heute organisiert ist, selektiere es "zu früh
und nach sozialer Herkunft". Landau plädierte daher für eine längere
gemeinsame Schule aller als bisher; ob diese nun bis zur sechsten,
siebten oder achten Schulstufe geht, müsse man diskutieren.

Entscheidend sei nicht der Name dieser Schulform, sondern seien die
Inhalte und Unterrichtsmethoden. Es brauche mehr Unterricht in
Kleingruppen, mehr projektorientiertes Arbeiten und mehr Teamwork.
Ohne zusätzliche und motivierte Lehrer, ohne bauliche Veränderungen
und ohne konsequente Ausrichtung an den Kindern und Jugendlichen
werde ein solcher "Systemwechsel" im Schulwesen aber nicht möglich
sein, hob der Caritasdirektor hervor. Neben gezielter individueller
Förderung sollte seiner Ansicht nach überlegt werden, Schulen in
sozial schwächeren Gebieten besonders auszustatten.

Mehr auf www.kathpress.at (ende) jop/

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