- 21.05.2010, 12:42:16
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Artenvielfalt sichert Entwicklung
Wien (OTS) - Die Vereinten Nationen erklärten 2010 zum
Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt. Gefordert wird ein
nachhaltiges Management der Vielfalt des Lebens. Eine wichtige Rolle
kommt Biodiversität im Zusammenhang mit Entwicklung und
Armutsminderung zu. Denn mit dem Aussterben unzähliger Tiere und
Pflanzen gehen (über)lebenswichtige Ressourcen unwiederbringlich
verloren.
Vom Verlust der biologischen Vielfalt sind besonders die ärmsten
Bevölkerungsgruppen betroffen. Ihr Überleben hängt oft unmittelbar
von intakten Ökosystemen und reichhaltigen Ressourcen ab. Die
Österreichische Entwicklungszusammenarbeit setzt genau dort an: "Für
uns ist die biologische Vielfalt die Basis für funktionierende
Wasserkreisläufe, Klimaregulation, Bodenfruchtbarkeit und die
Nahrungsmittelproduktion in unseren Partnerländern", betont Brigitte
Öppinger-Walchshofer, Geschäftsführerin der Austrian Development
Agency, der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.
"Wir integrieren daher den Erhalt der Biodiversität in alle unsere
Programme und Projekte."
Industrialisierte Landwirtschaft bringt Artensterben
Der Reichtum an Nutztierrassen, Kulturpflanzen und traditionellen
Sorten steht in vielen Ländern für Ernährungssicherheit.
Kleinbäuerliche ProduzentInnen - vor allem Frauen - in Afrika, Asien
und Lateinamerika sind auf diese genetische Ressourcenvielfalt
angewiesen. Lokal angepasste Pflanzensorten und Tierrassen sichern
ihr Überleben auch unter schwierigen klimatischen Bedingungen und auf
nährstoffarmen Böden.
Laut Welternährungsorganisation FAO sind von 6.000 bekannten
Nutztierrassen in den letzten 15 Jahren rund 300 ausgestorben. 1.350
gelten als bedroht. Außerdem sind seit Mitte des 19. Jahrhunderts
drei Viertel aller Kulturpflanzensorten und das damit verbundene
traditionelle Wissen für immer verloren gegangen. Grund dafür ist in
erster Linie die Ausbreitung der "modernen, industrialisierten
Landwirtschaft" und der damit einhergehende Siegeszug einiger weniger
Hochleistungssorten. Diese versprechen zwar mehr Ertrag, verlangen
aber ungleich höhere Investitionen und vermehrten Einsatz von Dünger
und Pestiziden. Sie sind zudem oft nicht an die Bedingungen in den
Entwicklungsländern angepasst.
Trendumkehr mit österreichischer Hilfe
Projekte und Programme der Österreichischen
Entwicklungszusammenarbeit wollen diesen Trend stoppen.
Entwicklungsländer werden dabei unterstützt, verdrängte traditionelle
Sorten und Rassen wieder heimisch zu machen und der Bevölkerung damit
lokal produzierbare, hochwertige Nahrungsmittel zu bieten. Seit 1993
unterstützt Österreich zum Beispiel über das in Nepal ansässige
"International Center for Integrated Mountain Development" (ICIMOD)
die Erforschung und Förderung der Imkerei mit der einheimischen
Honigbiene Apis cerana, die durch die europäische Honigbiene
verdrängt wurde. Die Biene trägt wesentlich zur Erhaltung der
biologischen Vielfalt in der Region bei. Sie fliegt bestimmte
Pflanzen an, die von der importierten Honigbiene gemieden werden und
daher vom Aussterben bedroht sind. Außerdem ist sie besser an die
Bedingungen in der Himalaya-Region angepasst, krankheitsresistent und
billiger in der Haltung. Die Zucht der Apis cerana verbessert das
Haushaltseinkommen vieler Familien. In Nicaragua unterstützt
Österreich die Züchtung und Vermarktung lokaler, seltener
Kakaosorten, die das Einkommen der Bauern und Bäuerinnen steigern und
gleichzeitig einen Beitrag zur Erhaltung von Kultursorten leisten.
Rückfragehinweis:
Austrian Development Agency Das Unternehmen der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit Information und Öffentlichkeitsarbeit Mag. Gertraud Findl Tel.: +43 (0)1 90399-2412 mailto:[email protected] www.entwicklung.at
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