- 20.05.2010, 10:45:02
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Jank: Frauen sind das Wachstumspotenzial der Wiener Wirtschaft
Unternehmerinnen-Anteil in Wien bei 38 Prozent - Große Chancen in Gesundheitswirtschaft und Technik - Jank fordert Aktionsplan, um Frauen Selbstständigkeit zu erleichtern
Wien (OTS) - 11. Mai 2010 - Der Anteil der Unternehmerinnen ist in
den vergangenen fünf Jahren zwar von 32 auf aktuell knapp 38 Prozent
deutlich gestiegen. Dennoch dominieren nach wie vor Männer mit 62
Prozent die Wiener Unternehmerlandschaft. Um die Wachstumschancen für
Unternehmerinnen - vor allem in den Zukunftsbranchen Gesundheit,
Energie, Umwelt, Kommunikation, Sicherheit und Mobilität - und ihre
aktuellen Problemlagen näher zu untersuchen, hat die
Wirtschaftskammer Wien eine Studie in Auftrag gegeben, deren
Ergebnisse konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.
Unternehmerinnenanteil in technischen Branchen immer noch
minimal
Große Chancen liegen für Unternehmerinnen in sämtlichen technischen
Wirtschaftszweigen. "Nach wie vor gelingt es noch viel zu selten,
Frauen von den hervorragenden unternehmerischen Chancen in der
Technik zu überzeugen", sagt Jank. Dabei zeichnen sich laut Studie
Unternehmerinnen ganz besonders darin aus, nachhaltig zu
wirtschaften, mit Risken vernünftig umzugehen und sich finanziell
stärker an den eigenen Möglichkeiten zu orientieren.
Anteilsmäßig am meisten Unternehmerinnen gibt es bei den Kosmetikern
und Fußpflegern (77%) und bei den Friseuren (72%). Technische
Berufszweige wie Mechatroniker (2%), Baugewerbe (5%) oder
Ingenieurbüros (14%) sind hingegen nach wie vor nur selten in
Frauenhand. In der Elektro- und Elektronikindustrie,
Lebensmittelindustrie, Holzindustrie und Holzbau gibt es keine
einzige Unternehmerin.
Steuern, Wirtschaftskrise und Mehrfachbelastung machen
Unternehmerinnen zu schaffen
Die Studie der WK Wien zeigt, dass die finanzielle Situation des
Unternehmens den Frauen am meisten Kopfzerbrechen bereitet. Jede
dritte Wiener Unternehmerin klagt aber auch über Schwierigkeiten mit
der Bürokratie.
Weiters: Fast 60 Prozent der Wiener Unternehmerinnen sind mit
Haushalt, Familie und Beruf mehrfach belastet. Österreichweit liegt
der Anteil mit fast 70 Prozent noch höher, im Vergleich zu
Restösterreich können die Wienerinnen aber etwa bei der
Kinderbetreuung wesentlich seltener auf die Unterstützung durch die
Großeltern oder durch (Ehe-)Partner zurückgreifen.
Aktionsplan für mehr Unternehmerinnentum in Wien
"Die Studie zeigt klar, dass Gründerinnen und Unternehmerinnen mit
Hürden und Belastungen zu kämpfen haben, von denen Männer weniger
betroffen sind", sagt Jank. Daher muss die Politik mit einem
Aktionsplan für mehr Unternehmerinnentum aktiv werden. Dringende
Maßnahmen sind:
- Steuerliche Entlastung für Unternehmerinnen (zB Absetzbarkeit der
Kosten für Haushaltshilfen)
- Neuausrichtung der Zuverdienstgrenze beim Kindergeld und
Gleichstellung beim Wochengeld mit unselbstständigen Frauen
- Strukturelle Erleichterungen etwa bei der Arbeit von zu Hause aus
- Flexibilität der Kinderbetreuung
Zusätzlich startet die WK Wien eine Technik-Offensive: Jede Dritte
Unternehmerin hat einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss -
in der Technik sind sie aber stark unterrepräsentiert. Dabei werden
Unternehmerinnen aus technischen Berufen in Wiener Schulen gehen und
Mädchen ansprechen, die vor der Berufswahl stehen. Ziel ist es, neben
der Begeisterung für Technik auch die Freude am Unternehmertum in
technischen Branchen zu wecken und den Funken der Leidenschaft
überspringen zu lassen, der die Unternehmerinnen in die
Selbstständigkeit geführt hat und ständig begleitet.
Den gesamten Pressetext finden Sie auf wko.at/wien
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Wien Dr. Gary Pippan Presse & Medienmanagement Tel.: 01 51450-1314 mailto:[email protected] http://www.wko.at/wien
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