• 19.05.2010, 13:14:39
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"Adipositas macht vor Österreich genauso wenig halt, wie die Aschewolke"

Die ÖAG unterstützt den Ersten European Obesity Day am 22.05.2010 unter dem Motto 5-10

Wien (OTS) - Motto des Obesity Day ist 5-10

Die ÖAG versteht sich als Anwältin für die Prävention und
Gesundheit der Bevölkerung und der Patientinnen und Patienten und so
ist auch das Motto des diesjährigen Obesity Day zu verstehen. Bereits
eine 5-10%ige (längerfristige) Reduktion des Körpergewichtes bringt
gesundheitlichen Benefit und trägt zur Prävention des Typ 2 Diabetes,
Bluthochdruck und Herzkreislauferkrankungen bei.
Die Österreichische Adipositas Gesellschaft begrüßt Initiativen wie
den European Obesity Day auf europäischer Ebene, um einem der
drängendsten Gesundheitsprobleme in den Mitgliedsstaaten zu begegnen
und hat daher auch die österreichischen Abgeordneten im Europäischen
Parlament aufgerufen, die Schriftliche Erklärung 0034/2010 des EP zu
unterzeichnen. BürgerInnen können die European Obesity Day Petition
im Rahmen einer Europäischen Bürgerinitiative ebenfalls
unterzeichnen.

Zielsetzung der Petition und auch des European Obesity Day sind
Empowerment von Betroffenen und professionelle Unterstützung für
diese. Dies reicht von umfassender Information bis hin zu Zugang zu
professioneller Hilfe und Therapie im Gesundheitswesen. "Gesundes
Gewicht auf gesundem Weg zu erreichen und zu halten und die
Bevölkerung und die Zielgruppen damit auch zu erreichen sind
wesentliche gesundheitspolitische Aufgaben. Nicht die Diskriminierung
übergewichtiger und adipöser Kinder und Erwachsener durch Systeme und
Gesellschaft, sondern Empowerment und professionelle Unterstützung
als effektive Strategien sind gefragt", so Univ. Prof. Dr. Anita
Rieder, Präsidentin der Österreichischen Adipositas Gesellschaft.

Adipositas in der Schwangerschaft

Bereits mehr als 30 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter sind
übergewichtig, viele sogar fettsüchtig. In der Geburtshilfe gilt
Übergewicht als einer der wichtigsten Risikofaktoren in einer
Schwangerschaft, sowohl für die Mutter als auch für das Kind.
Übergewichtige Frauen haben doppelt so häufig
Schwangerschaftskomplikationen (Diabetes, Hypertonie, operative
Entbindungen und Geburtskomplikationen, Aborte etc.) als
normalgewichtige. Mütterliches Übergewicht kann auch zu Fehlbildungen
des Kindes oder Früh- und Totgeburten führen.

"Die Prävalenz zu makrosomen (an überproportionalem asymmetrischem
Wachstum leidenden) Kindern ist bei adipösen Frauen dreimal so hoch.
Das gemeinsame Auftreten von Übergewicht und Schwangerschaftsdiabetes
erhöht das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen weiter enorm
(additive Effekte). Adipositas ist zudem häufig mit Infertilität
assoziiert. Für die Kinder übergewichtiger Mütter besteht außerdem
eine erhöhte Neigung zur Entwicklung von Übergewicht im späteren
Leben und Stoffwechselstörungen. Übergewicht ist auch die häufigste
Ursache von Schwangerschaftsdiabetes", folgert Univ.-Prof. Dr.
Alexandra Kautzky-Willer, Professorin für Gender Medizin an der
Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel der Medizinischen
Universitätsklinik für Innere Medizin, Wien.

Eine diesbezügliche Beratung junger Frauen mit dem Ziel der
Gewichtsreduktion vor Schwangerschaftsplanung bei Übergewicht ist
ebenso wie eine Kontrolle der Gewichtszunahme in der Schwangerschaft
aus vorbeugenden Gründen wichtig.

Adipositasprävention und Alter

Aus epidemiologischen Untersuchungen geht hervor, dass das
Körpergewicht mit zunehmendem Lebensalter bis zum 70. - 75.
Lebensjahr ansteigt, bei älteren Menschen besteht die Tendenz zur
Gewichtsabnahme und damit assoziiert zur Mangelernährung. Eine
mangelhafte Zufuhr von Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen
findet sich nicht nur bei untergewichtigen, sondern häufig auch bei
übergewichtigen und adipösen älteren Menschen. Die Malnutrition
erhöht bei älteren Menschen das Risiko für die Entwicklung einer
Osteoporose, des Abbaus von Skelettmuskulatur, einer Anämie, einer
gestörten Immunitätslage und von unerwünschten
Arzneimittelnebenwirkungen.

In Bezug auf altersassoziierte Erkrankungen, sowie funktionelle
und kognitive Defizite, wird das Risiko durch das Vorliegen einer
Adipositas und entsprechender Ko-Morbiditäten, wie Hypertonie oder
Typ 2 Diabetes, im mittleren Lebensalter stark beeinflusst. Bei
Erreichen eines höheren Lebensalters müssen adipöse Menschen vermehrt
mit Behinderungen und Einschränkungen rechnen.
"Maßnahmen zur Prävention von Übergewicht und Adipositas bei
Jugendlichen und Erwachsenen zeigen somit nicht nur günstige Effekte
auf die Lebenserwartung an sich, sondern tragen wesentlich zu einem
gesunden Altern bei", erklärt Univ. Prof. Dr. Monika Lechleitner,
Ärztliche Direktorin und Leiterin der Abteilung für Innere Medizin im
Landeskrankenhaus Hochzirl.

Wer ist die ÖAG?

Die 1997 gegründete Österreichische Adipositas Gesellschaft ist
eine medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft, deren Mitglieder
Expertinnen und Experten (aus verschiedenen medizinischen
Fachdisziplinen) in der Prävention und Therapie von Übergewicht und
Adipositas sind. Zentrale Anliegen sind neben Forschung und
wissenschaftlichem Austausch auf diesem Gebiet, insbesondere auch die
Verbesserung der professionellen Versorgung der Betroffenen. Die 11.
Jahrestagung der ÖAG findet auch in diesem Jahr vom 29.-30 Oktober
2010 auf Schloss Seggau statt. Informationen zu den Tagungsthemen
finden Sie unter: www.adipositas-austria.org.
Weitere Informationen zum European Obesity Day und der European
Obesity Day Charter: www.obesityday.eu

Rückfragehinweis:
Österreichische Adipositas Gesellschaft
Währingerstr. 76/13, 1090 Wien
Tel: +43 0650 77 03378, Fax: +43 1 264 5229
Mail: [email protected]
www.adipositas-austria.org

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