OTS0207 / 17.05.2010 / 14:02 / Channel: Politik / Aussender: Grüner Klub im Parlament
Stichworte: Andritz / Grüne / Ilisu / Innenpolitik / Schwentner / Türkei / Umwelt


Schwentner zu Ilisu-Staudamm: Ein ökologisch und menschenrechtlich wahnwitziges Projekt

Utl.: Andritz AG steht mit seinem Engagement allein auf weiter Flur =


   Wien (OTS) - Nach dem Ausstieg westlicher Kreditversicherer wird
das Ilisu Staudamm Projekt nun auch der Baubranche zu unsicher:
Sowohl Alstom als auch die Strabag-Tochter Züblin steigen aus; der
steirische Anlagenbauer Andritz AG steht bei seinem Engagement für
den umstrittenen türkischen Staudamm Ilisu in Europa mittlerweile
allein auf weiter Flur. "Das bedeutet, dass die Andritz AG nun die
Hauptverantwortung für ein menschenrechtlich wie ökologisch
wahnwitziges Projekt trägt", erklärt Judith Schwentner,
entwicklungspolitische Sprecherin der Grünen. 
Die Entscheidung für den Untergang der gesamten Region oder den
Erhalt der einzigartigen Landschaft mit Jahrtausend alten
Kulturschätzen sowie über die Zukunft von etwa 70.000 Menschen steht
und fällt mittlerweile mit der Beteiligung von Andritz. "Dass die
Andritz AG nach dem Rückzug an dem Projekt festhält, ist Ausdruck
dafür, wie ernst das Unternehmen das eigene Bekenntnis zu
Unternehmensverantwortung nimmt", so Schwentner und erläutert: Mit
der Mitgliedschaft bei der Unternehmensplattform, respACT
verpflichtet sich Andritz zu Corporate Social Responsibility (CSR)
und Nachhaltiger Entwicklung - soziale und ökologische Verantwortung
sind dabei maßgebende Kriterien. Die Andritz AG stellt mit dem
Festhalten an dem Ilisu-Projekt seine eigenen Grundsätze in Frage und
zeigt zugleich, dass CSR immer mehr zum Public Relations-Instrument
verkommt. 
"Es gibt massiven Handlungsbedarf bei der Verbindlichkeit von
CSR-Kriterien für Unternehmen. Leider gab es zuletzt diesbezüglich
keine Unterstützung der Regierungsparteien, ein Grüner Antrag für ein
Gütesiegel im Bereich CSR wurde im Menschenrechtsausschuss mit dem
Argument, dass dies nicht notwendig wäre, vertagt", so Schwentner. 
Rückfragehinweis:
   Die Grünen
   Tel.: +43-1 40110-6697
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