- 13.05.2010, 18:34:48
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"DER STANDARD"-Kommentar zu "ANTIQUIERTE UNI-ORGANISATION": "Von den Kurien kurieren" von Lisa Nimmervoll
Wien (OTS) - Sie sind ein anachronistisches Relikt, die "Kurien",
die an den österreichischen Universitäten noch immer die (un)feinen
Unterschiede im akademischen Binnenuniversum zum Ausdruck bringen.
Hier die (paar) Damen und (vielen) Herren Professoren, da die
"Mittelbauer", ohne die der universitäre Betrieb sofort
zusammenkrachen würde. Die einen meist noch mit den guten alten
Beamtenprivilegien versorgt, die meisten anderen in die schöne neue
Welt der autonomen Universitäten geworfen.
Ein Abgehen vom Kuriensystem, das Wissenschaftsministerin Beatrix
Karl anstrebt, könnte einen wichtigen Impuls für die innere Autonomie
der Unis bringen, wenn es gelingt, damit neue Partizipations- und
Karrieremöglichkeiten für junge Wissenschafter/innen zu eröffnen. Das
amerikanische Faculty-Modell, an dem sich Karl orientiert und in dem
Lehrende und Forschende nicht nach formalen Über- und Unterordnungen,
sondern nach fachlich-interner Differenzierung den Uni-Betrieb
führen, ist das Gegenteil des Hierarchie-Modells nach Kurienart.
Genau das brauchen moderne Universitäten. Nicht nur den starken Mann
im Rektorat, sondern auch mitverantwortliche Mitarbeiter mit
Zukunftsperspektiven. Entscheiden muss Kompetenz, nicht Kurie. Es ist
an der Zeit, das österreichische Uni-System von den Kurien zu
kurieren. Kurien mögen zum Vatikan passen. In modernen Unis ist diese
historisierte Hierarchiegläubigkeit kontraproduktiv.
Rückfragehinweis:
Der Standard, Tel.: (01) 531 70/445
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